Salafist aus Schuldienst entlassen Lehrer soll Kopf der Islamistenszene in NRW sein

Von Jenna Günnewig

Das Land Nordrhein-Westfalen hat einen Salafisten aus dem Schuldienst entlassen. Der Mann hatte ein halbes Jahr lang als Lehrer an einer Berufsschule in Duisburg Elektrotechnik unterrichtet. Der Verfassungsschutz schätzt ihn als extremistischen Prediger ein.


Salafistischer Lehrer an Berufskolleg entlassen

Die Bezirksregierung Düsseldorf bestätigte am Freitag gegenüber WDR.de einen entsprechenden Bericht der "Rheinischen Post" vom Freitag (07.09.2012). Man habe einem Lehrer nach Eingang von Hinweisen auf einen salafistischen Hintergrund außerordentlich gekündigt. Die Kündigung werde derzeit in einem Kündigungsschutzverfahren vor dem Arbeitsgericht überprüft.

Marcel K. werden Kontakte zum Terrornetzwerk Al-Kaida nachgesagt


Laut NRW-Verfassungsschutzchef Burkhard Freier wird Marcel K. als ein extremistischer salafistischer Prediger eingeschätzt. Er sei bereits seit Anfang 2001 im Visier der Sicherheitsbehörden. Die Verbindungen von Marcel K. zur Hamburger Zelle und anderen Islamisten seien in Rahmen der Ermittlungen zu den Terroranschlägen vom 11. September überprüft worden. Ein Strafverfahren wurde jedoch 2004 eingestellt.

Marcel K. unterhalte einen eigenen Kanal auf Youtube. Diesen nutze er für seine salafistische Missionierungsarbeit. Freier: "Bei seinen Auftritten scheint Marcel K. ganz genau zu wissen, wie weit er gehen kann, ohne sich strafbar zu machen."

Kein Eintrag im Führungszeugnis

Deswegen gab es auch keinen Eintrag im erweiterten Führungszeugnis. Dieses müssen unter anderem Lehrer bei der Einstellung in den Schuldienst vorlegen. "Alle Belehrungen wurden vorbehaltlos unterschrieben. Weitere sicherheitsrelevante Hinweise gab es zum Einstellungszeitpunkt nicht", so die für die Berufsschule zuständige Bezirksregierung. Die geltende Rechtslage erlaube zudem keine darüber hinausgehende routinemäßige Überprüfung. Die Regelanfrage beim Verfassungsschutz für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst sei seit Jahren abgeschafft.

Jäger: "Salafisten wie Marcel K. sind ideologische Brandstifter"

"Die Sicherheitsbehörden haben Marcel K. seit langem im Visier", bestätigt auch Innenminister Ralf Jäger (SPD). Die Erkenntnisse habe man auf Anfrage der Bezirksregierung Düsseldorf mitgeteilt. Die Schulaufsicht sei dann rechtlich gegen den Salafisten vorgegangen und habe ihm gekündigt. "Salafisten wie Marcel K. sind ideologische Brandstifter", so Jäger. "Er ist nicht geeignet, Schüler zu unterrichten."

Die FDP will beantragen, dass sich das Parlamentarische Kontrollgremium mit dem Fall beschäftigt. "Sollten die Berichte zutreffen, muss geklärt werden, warum der Verfassungsschutz NRW das Schulministerium nicht informiert hat", sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Robert Orth.

Stichworte

Salafismus

Der Begriff "Salafismus" kommt aus dem Arabischen und bedeutet "die frommen Altvorderen" (as-salaf as salih). Salafisten predigen einen Islam, der sich eng am Wortlaut des Koran und den Überlieferungen aus dem Leben des Propheten (Sunna) sowie seiner frühen frommen Gefährten orientiert. In der Rückbesinnung auf die ersten drei Generationen wollen die Salafisten den ursprünglichen Islam bewahren und leben. Entstanden ist der Salafismus im 19. Jahrhundert in Ägypten. Er ist geprägt von stark intoleranten Zügen gegenüber anderen Religionen und Religionsgemeinschaften. Salafisten verstehen sich als die einzig wahre Gemeinschaft der Gläubigen, da ihrer Auffassung nach nur sie den Islam, wie Gott ihn vorgeschrieben hat, leben.

Die salafistische Glaubenspraxis umfasst auch Kleidungsvorschriften: Viele Salafisten tragen weite Gewänder, lange Bärte und Kopfbedeckungen. Der Salafismus bietet seinen Anhängern ein Schwarz-Weiß-Werteschema an. Demokratie oder Gleichberechtigung werden als "unislamisch" abgelehnt. Einige Salafisten gelten zudem als gewaltbereit und befürworten den Dschihad, den "Heiligen Krieg", um einen Gottesstaat zu errichten. In NRW gibt es laut Verfassungsschutz rund 1.000 Salafisten, bundesweit seien es bis zu 4.000. Mehrere Gruppierungen werden vom Verfassungsschutz beobachtet.


Stand: 07.09.2012, 16.43 Uhr


Kommentare zum Thema (21)

letzter Kommentar: 11.09.2012, 12:39 Uhr

@Gönner schrieb am 11.09.2012, 12:39 Uhr:
Klaro ist die"aus freien Stuecken"abgereist*ROFL*-genauso freiwillig ist sie aus dem Polizeidienst ausgeschieden und nun geht sie freiwillig zur BW weil de Maizière so ein Fan von solchen Leuten ist.
Wieder Salafisten schrieb am 11.09.2012, 09:58 Uhr:
Ich habe auch diese Salafisten "langsam" satt.
Gönner schrieb am 10.09.2012, 12:49 Uhr:
@ Lustige action, die Sportlerin die sie meinen, ist aus freien Stücken von den olympischen Spielen heimgereist, sie wurde nicht geschickt. Das mal zur Klarstellung. Ich kann mich noch gut die Zeiten erinnern, als Lokführer und Breifträger nicht in den Staatsdienst aufgenommen wurden, nur weil bei ihnen die Gesinnungsprüfung negativ ausfiel. Wer hier in diesem Land die Scharia einführen möchte, der darf dafür meinetwegen werben. Aber doch nicht als Lehrer im Schuldienst, da haben diese polarisierenden Meinungen nichts zu suchen. Im ürigen solte das Volk viel mehr den Koran lesen, dort wird doch explizit beschrieben, was mit den Andersgläubigen zu geschehen hat. Wer trotz der Koranverse dann immer noch meint, dass diese Religion Verhältnisse erbringt, wie wir sie alle derzeit in einer Demokratie erleben, der kann dann ruhigen Gewissens konvertieren. Islam und Demokratie widersprechen sich, insbesondere Frauen hätten unter dem Koran zu leiden. Kein Minirock, Bikini oder Disco.
barbara schrieb am 10.09.2012, 12:14 Uhr:
@: Schon wieder Salafisten schrieb am 09.09.2012, 14:26 Uhr: Dein Schreibstil klingt sehr gefährlich. Ich habe vor Angst vor dir.
Frank schrieb am 10.09.2012, 10:56 Uhr:
Für mich sind diese Salafisten eine ernste Bedrohung für unseren Rechtsstaat. Diese Haßprediger sollten sofort ausgewiesen werden. Diese Haßprediger sind genauso gefährlich wie die Neonazis.

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