Prozess: Messerstiche gegen Polizisten : Salafist bekennt sich zu Messerattacken
29 Polizisten wurden verletzt, als sich gewaltbereite Salafisten in Bonn von der rechtsextremen Pro-NRW-Bewegung provozieren ließen und mit Ausschreitungen reagierten. Gegen einen der Salafisten begann am Mittwoch (10.10.2012) der Prozess vor dem Landgericht Bonn. Er gestand die Tat und zeigte sich uneinsichtig.
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Video:
Salafist gesteht und rechtfertigt Tat
(02:06 Min.)
WDR aktuell vom 10.10.2012
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Salafist gesteht und rechtfertigt Tat
Fünf Monate nach der Messerattacken auf Polizisten in Bonn muss sich ein Salafist seit Mittwoch (10.10.2012) vor dem Bonner Landgericht verantworten. Der 26-Jährige soll am 5. Mai bei Ausschreitungen radikal-islamischer Salafisten in Bonn zwei Polizisten mit einem Messer verletzt haben. Der Muslim, ein in Deutschland aufgewachsener türkischer Staatsangehöriger, gab zum Prozessauftakt seine Taten zu. Diese seien für ihn nach seinem islamischen Glauben "gerechtfertigt gewesen". Durch eine Mohammed-Karikatur, die bei der Demonstration der rechtsextremen Splitterpartei "Pro NRW" gezeigt worden war, sei der Prophet beleidigt worden. "Gelehrte sagen, wer den Propheten Mohammed beleidige, verdiene den Tod", sagte der Angeklagte vor Gericht. Er bereue seine Taten nicht und stehe auch nach wie vor zu ihnen. Durch den Schutz, den die Polizisten den Pro-NRW-Demonstranten geboten hätten, hätten sie sich "in die Sache verwickelt", argumentierte der Mann.
- Audio: Salafist nach Messerangriffen auf Polizisten vor Gericht (10.10.2012) Jochen Hilgers, WDR 2 Morgenmagazin
Die Anklage wirft ihm gefährliche Körperverletzung sowie besonders schweren Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vor. Der Prozess begann unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Zunächst waren vier Verhandlungstage angesetzt.
Angeklagte attackierte drei Polizisten mit dem Messer
Bei den von "Pro NRW" provozierten Ausschreitungen waren insgesamt 29 Polizeibeamte verletzt worden. Weniger als 30 Pro-NRW-Leute hatten rund 500 bis 600 Gegendemonstranten gegenübergestanden.
Als Pro-NRW-Anhänger eine Mohammed-Karikatur in die Höhe hielten, soll der Angeklagte mit anderen Gegendemonstranten Flaschen und Steine auf Polizisten geworfen haben. Dann soll er drei Polizeibeamte gezielt mit einem Messer angegriffen und zwei von ihnen mit Stichen in die Oberschenkel "erheblich verletzt" haben.
Angriffe bereits vor dem Prozess gestanden

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Pro NRW provozierte die Ausschreitungen im Mai
Der wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung bekannte Angeklagte aus Hessen war unter dem Verdacht des dreifachen versuchten Polizistenmordes in Untersuchungshaft gekommen. Dieser ursprünglich bestehende Verdacht habe sich durch die Ermittlungen nicht belegen lassen, erklärte die Bonner Staatsanwältin Vanessa Weber vor dem Prozessauftakt. Der Angeschuldigte habe die Angriffe zwar gestanden, aber eine Tötungsabsicht bestritten. Die Verletzungen seien außerdem nicht lebensgefährlich gewesen.
Die Messerangriffe auf die nicht durch Sicherheitsausrüstungen geschützten Oberschenkel der Polizisten sind nach Polizeiangaben auf einem Einsatzvideo festgehalten. Die drei von dem Angeklagten angegriffenen Beamten, von denen ein Zugführer einen Messerstich durch eine Ausweichbewegung vermeiden konnte, berichteten, sie hätten einen derartige Eskalation an Gewalt mit Wurfgeschossen aus Flaschen und Steinen noch nicht erlebt. "Das war anders als alles andere", berichtete die verletzte Beamtin. "Sie warfen Steine und liefen nicht weg, sie blieben stehen."
Stand: 10.10.2012, 12.59 Uhr
- Salafist vor Gericht [Mediathek]
- Nach Messerattacken auf Polizisten: Salafist in Bonn verhaftet [WDR aktuell] (18.09.2012)
- Audio: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Bonner Salafisten [WDR 2, 07.08.2012] Cathrin Brackmann / Jochen Hilgers, WDR 2 Zwischen Rhein und Weser
Kommentare zum Thema (162)
letzter Kommentar: 11.10.2012, 22:46 Uhr
- Anonym schrieb am 11.10.2012, 22:46 Uhr:
- @Korkmaz: Menschenverachtend ist es wenn Moslems in Deutschland aus Glaubensgründen mit Messern auf Polizisten einzustechen. Da werde ich sicher nichts "auseinanderdividieren". Die Moslems in Deutschland haben keine Lichterketten gezündet oder Gesicht gezeigt, um zu zeigen das dieses ihnen nicht in den Kram passt. Da ist man ganz leise.
- Steinär schrieb am 11.10.2012, 22:40 Uhr:
- Kulturen sind natürlich nicht Gleich. Das können und sollen sie gar nicht sein. Ich fühle mich mit knapp 60 Millionen deutschen Landsleuten mehr verbunden als mit dem Rest der Welt. Mit deutschen Landsleuten verbinden mich die Sprache, die Kultur, die geschichtliche Historie, die Vorfahren, die Art zu Leben, die Art wie man miteinander umgeht, usw. Das ist mehr als wesentlich mehr von dem, was mich mich mit Hindus, Moslems oder Indianern verbindet. Mit der "moslemischen Kultur" verbindet mich in Deutschland nichts. Das ist ein anderer Verein. Ich kann die "moslemische Kultur" in moslemischen Ländern aktzeptieren und respektieren. Da würde ich mich nie einmischen. In Deutschland aber haben Zwangsbeschneidungen, Zwangsheiraten, religiöser Terror und gerade auch religiöse Gewalt nichts zu suchen. Da sind "wir" anders.
- Steuerzahler, 54 schrieb am 11.10.2012, 20:46 Uhr:
- @Korkmaz, Leute die nicht eine Meinung gemäß dem Mainstream haben, werden von Ihnen also als rechtes Pack bezeichnet. Gut das ist Ihre Sicht der Dinge, aber wenn Salafisten auch für Moslems Extremisten sind, warum wird dann dazu von keiner Muslimischen Gruppierung Stellung bezogen? Es währe im Dialog sicher hilfreich wenn dazu mal was aus offiziellem Muslimischen Mund käme. Wenn hier jedesmal die Christen auf die Straße gehen würden wenn zb. in Mali Muslime Christen umbringen und das mit der gleichen Intensität wie die Muslime hier bei irgendwelchen blödsinnigen Zeichnungen, dann hätten wir hier ruck zuck die Hölle. Mein Meinug ist, solange nicht geredet wird, sondern sofort mit mehr oder weniger Gewalt demonstriert wird, kann es kein vernünftiges miteinander geben. Und ob Sie es mir glauben oder nicht, Deutschland ist mein Heimatland und das lasse ich mir von keinem Extremisten, egal welcher Coleur, kaputt machen, auch wenn ich nicht immer mit allem hier zufrieden bin.
- Rudi schrieb am 11.10.2012, 16:48 Uhr:
- Was wäre wohl los, wenn ein sog. Rechter" vor dem Kadi stände? Neben Lichterketten und Vorschlägen, wie man dem "Problem" beikäme, Aufmacher in Zeitungen und Thema 1 bei Nachrichten, speziell im Öffentlich rechtlichen! Hier läuft alles so nebenbei! Und am Ende steht "Bewährung"! Nach dem Motto: "Schíri, wirt wissen wo dein Auto steht"! Urteile in letzter Zeit, wie das in Kamp--Lintfort" lassen nicht unbedingt die Unabhängigkeit des Gerichts glauben machen!
- Korkmaz schrieb am 11.10.2012, 16:27 Uhr:
- Ach Gott das ganze rechte Pack ist hier ja wieder am hetzen und sondert seine menschenverachtende Propaganda ab! Ich glaube nicht das auch nur einer dieser Leute überhaupt einen Schimmer vom Isalm hat. Salafisten sin auch für Moslems Extremisten! Salafisten sind eine kleine Minderheit die einem religiösen Wahn erlegen sind. Zu deutsch Verrückte! Salafisten mit dem Rest des Islam uber einen Kamm zu scheren ist schlichte Dummheit! Aber so sind diese rechtsnationalen Dummköpfe, schlicht dumm! Radikale jeder Couleur sind zu bekämpfen, Rechte, Linke, Salafisten, Evangelikale Christen und Organisationen wie Opus D und so weiter und so weiter! Dieser Salafist der Polizisten angegriffen hat muß hart bestraft werden, die idiotischen Provokateure von Pro-Köln aber auch! Wenn unser Gesetz das nicht hergibt müssen wir die Gesetze dahingehend ändern! Die dumme rechte Propaganda hier sollte ignoriert werden, diese leute haben nichts zu sagen!
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