Nach Infektion mit Norovirus: Quarantäne auf Rheinschiff aufgehoben
Die 145 Passagiere des Hotelschiffs "Bellriva" sind zurück nach Köln gereist. Das Schiff war am Samstag (08.12.2012) unter Quarantäne gestellt worden, nachdem 72 Reisende an starkem Brechdurchfall erkrankt waren. Wie der Erreger auf das Schiff kam, ist weiter unklar.

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Niemand kommt raus - wohl mindestens bis Montag
Die "Bellriva" soll vorerst noch in Wiesbaden bleiben und dort vermutlich am Montag grundgereinigt werden. Die Passagiere hätten am Morgen mit mehreren Bussen ihre Heimreise nach Köln angetreten. Einige von ihnen zeigten zwar noch Symptome, wollten aber nach Hause. Das erklärte Lagedienstleiter Walter Müller am Sonntag (09.12.2012). Nur zwei Reisende werden nach Auskunft der Klinik noch in Wiesbaden behandelt. Sie können wohl in ein bis zwei Tagen entlassen werden. Derweil gab es im Breisgau auf einem anderen Schiff Passagiere mit ähnlichen Symptomen.
Von Köln aus auf Rheinrundfahrt
Die Erkrankten hatten eine mehrtägige Rheinrundfahrt auf dem Hotelschiff "MS Bellriva" gebucht, eine sogenannte Weihnachtsmarkt-Kreuzfahrt mit Start in Köln. An Bord waren 145 Touristen und 42 Crewmitglieder. Am Freitag (07.12.2012) kurz vor Mitternacht war ein Notruf bei der Feuerwehr eingegangen. Zunächst war die Rede von vier Erkrankten, diese Zahl erhöhte sich aber im Laufe der Nacht schlagartig auf 72. In der Nacht betreuten rund 70 Rettungskräfte die Senioren und Crewmitglieder auf dem Schiff. Am Samstag ging es den Erkrankten zwar laut Feuerwehr schlecht, aber niemand war in einem kritischen Zustand. Die meisten wurden in ihren Kabinen behandelt, vor allem mit Infusionen gegen die Austrocknung. Insgesamt vier Senioren wurden zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert.
Gesundheitsamt riegelte Schiff ab

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Die MS Bellriva liegt vor Anker
Das Gesundheitsamt Wiesbaden hatte zunächst allen Passagieren verboten, das Schiff zu verlassen. Nachdem die Experten in den Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken das nicht lebensbedrohliche Norovirus als Krankheitsauslöser identifiziert hatten, wurde die Quarantäne für das Schiff aufgehoben.
Auch auf einem Hotelschiff im Breisgau sind Passagiere eines Rheinschiffs an Brechdurchfall erkrankt. 14 Reisende zeigten Symptome. Neun von ihnen mussten am Sonntagvormittag (09.12.2012) in Kliniken gebracht werden, wie die Polizei in Freiburg sagte. Die Erkrankung fing demnach bereits in Straßburg an. Ob es sich dabei um das hoch ansteckenden Norovirus handele, sei derzeit noch unklar. Das Gesundheitsamt Breisgau-Hochschwarzwald rechnet erst in den kommenden Tagen mit genaueren Erkenntnissen, wie ein Behördensprecher am Montag in Freiburg sagte.
Infektion durch Berührungen
Noroviren werden gewöhnlich durch den direkten oder indirekten Kontakt mit einer infizierten Person übertragen. Vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen zwölf Stunden bis zu drei Tagen. Die Symptome ähneln einer starken Magen-Darm-Grippe. Wegen des starken Flüssigkeitsverlustes kann der Virus für alte Menschen mit Vorerkrankung gefährlich werden.
Stand: 10.12.2012, 11.48 Uhr
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Kommentare zum Thema (4)
letzter Kommentar: 09.12.2012, 09:32 Uhr
- CB schrieb am 09.12.2012, 09:32 Uhr:
- Oft sind Senioren (immunschwächer) leichte Opfer für die Noro-Viren, an denen aber in der Regel auch nichts lebensgefährliches ist. Quarantäne ist in diesem Fall eine gute Lösung, da es hochansteckend ist. Der Krankheitsverlauf ist kurz und heftig, aber nicht lebensbedrohlich-Brechdurchfall eben. Würde hier erstmal keinen vorverurteilen, es reicht für eine Ansteckung auf so einem engen Raum ein einziger Erkrankter, der die Seuche mit an Bord gebracht hat...
- Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann schrieb am 09.12.2012, 05:54 Uhr:
- Noroviren - Alarm: Trinkwasser macht krank: Norovirus-Infektionen mit heftigem Brechdurchfall werden allein durch Fäkalien entweder in Lebensmitteln oder im Trinkwasser ausgelöst, bevor sie sekundär übertragen werden können, besonders augenfällig in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder Kindergärten. In unseren Gewässern, auch im Grundwasser, kommen Viren vor. Wasserwerke können Viren regelmäßig nicht filtern. Kaltes Wasser konserviert ansteckende Viren. Offensichtlich folgen die Norovirus-Infektionen jedes Jahr streng dem Verlauf der Kälte im Wasser und in den Wasserleitungen. Unsere Lebensmittel haben das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Das Trinkwasser nicht. Es hat sein Temperaturminimum im Februar/März. Also muss das Trinkwasser die Norovirus-Infektionen auslösen! Unsere Wasserwerke müssen so nachgerüstet werden, dass auch Viren abgefiltert werden. Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
- heinzb aus nrw schrieb am 08.12.2012, 21:53 Uhr:
- Gammelfressen wars wohl und Unsauberkeit der Billigreisenanbieter. geiz ist Geil, dazu noch kostenlose Diät.
- Theo schrieb am 08.12.2012, 21:08 Uhr:
- Warum dauert die Ursachenanalyse so lange?
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