Großbrand in Kölner Müllsortieranlage Feuer im Mülllager gelöscht

Der Großbrand in einer Müllsortieranlage im Kölner Stadtteil Niehl beschäftigt die Kölner Feuerwehr immer noch. 70 Feuerwehrleute haben bis Feitag (27.07.2012) glimmenden Müll aus der zerstörten Lagerhalle geschafft und ihn gelöscht. Spätestens am Samstag (28.07.2012) sollen die Löscharbeiten beendet sein.


Feuerwehr bei Löscharbeiten über einer Halle

Während der Löscharbeiten sind bis Freitag (27.07.2012) immer wieder Rauchschwaden durch das Kölner Stadtgebiet gezogen. Nach Angaben der Feuerwehr gab es aber keine Gesundheitsgefährdung für die Anwohner. Wann die Arbeiten beendet sein werden, lasse sich schwer abschätzen, erklärte ein Sprecher. "Wir fahren die Anzahl der Kräfte langsam zurück und hoffen, dass wir am Abend oder in der Nacht fertig werden", so ein Sprecher der Feuerwehr am Freitagabend (27.07.2012) gegenüber WDR.de Am Morgen hatte die Einsatzleitung der Feuerwehr bekannt gegeben, dass bis zu diesem Zeitpunkt rund zwei Drittel des gelagerten Müllbergs aus der ausgebrannten Halle herausgebracht worden seien.

Das Feuer war am Mittwochabend (25.07.2012) gegen 17.45 Uhr vermutlich an einem Müllschredder ausgebrochen und hatte sich innerhalb kürzester Zeit in der Lagerhalle ausgebreitet. Bei dem Müll handele es sich um Sperrmüll und hausmüllähnlichen Gewerbemüll. Bei dem Brand entstand laut Polizei ein Schaden in Millionenhöhe. Genauer könne der Schaden wegen der andauernden Löscharbeiten noch nicht beziffert werden, so ein Sprecher des Entsorgungsunternehmens. Verletzt wurde bei dem Feuer zunächst niemand. Die Arbeiter der Entsorgungsfirma konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

1.000 Tonnen Müll gelagert

Die Ursache steht nach Polizeiangaben noch nicht fest. Die Brandermittler hätten wegen des Feuers die Halle noch nicht betreten können, so die Polizei. Nach Angaben eines Sprechers der Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft hat vermutlich eine brennbare Flüssigkeit, die illegal als Gewerbemüll angeliefert worden sein könnte, den Brand ausgelöst. Während des Schredderns habe es plötzlich eine Verpuffung gegeben. Das Feuer habe sich daraufhin schnell ausgebreitet.

Die Löscharbeiten gestalteten sich zunächst schwierig, da die Halle einsturzgefährdet war und nicht betreten werden konnte. Ein Spezialbagger riss bereits in der Nacht zu Donnerstag die Wände und das Dach der Halle ein, damit die Einsatzkräfte von außen das Feuer löschen können. Ein Übergreifen der Flammen auf die andere Gebäudehälfte konnte laut Feuerwehr verhindert werden. In der Halle waren etwa 1.000 Tonnen Müll gelagert. Eine weitere Halle auf dem Gelände der Entsorgungsfirma blieb von dem Feuer verschont.

11.000 Liter Wasser pro Minute

Wie die Einsatzkräfte weiter mitteilten, zog eine schwarze Rauchwolke in südöstlicher Richtung über die Stadt. Acht Messfahrzeuge waren im Einsatz, um die Schadstoffkonzentrationen im Stadtgebiet zu messen. Bislang seien noch keine gesundheitsschädlichen Belastungen festgestellt worden. Wegen der Geruchsbelästigung riet die Feuerwehr insbesondere der Bevölkerung in den Stadtbezirken Nippes, Kalk und Mülheim Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungen auszuschalten.

Etwa 220 Einsatzkräfte versuchten in der Nacht auf Donnerstag (26.07.2012), den brennenden Sperr- und Gewerbemüll mit Wasser und Schaum zu löschen. Weil die Vorräte zur Neige gingen, mussten sie weiteren Löschschaum von Feuerwehren aus benachbarten Kreisen anfordern. Zeitweise wurden bis zu 11.000 Liter Wasser pro Minute eingesetzt. Eine Fachfirma wurde beauftragt, das kontaminierte Löschwasser zu entsorgen.

Schadstoffe in Anlagen keine Seltenheit


Ähnliche Fälle wie den Brand in Köln habe es bereits öfter gegeben, erklärt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Die Gefahr gehe dabei nicht nur vom Gewerbemüll aus, betont der Verband. "Auch jeder Verbraucher muss darauf achten, seinen Müll korrekt zu entsorgen. Schadstoffe wie Batterien oder Farbe gehören auf den Wertstoffhof und nicht in den Hausmüll", warnt eine VKU-Sprecherin. Denn auch diese Stoffe könnten für erhöhte Schadstoffwerte in den Anlagen sorgen.


Stand: 27.07.2012, 20.17 Uhr


Kommentare zum Thema (34)

letzter Kommentar: 28.07.2012, 00:16 Uhr

Master schrieb am 28.07.2012, 00:16 Uhr:
@@Master: Mir ist der Unterschied sehr wohl bekannt. Meine Aussage diente auch lediglich der Veranschauung der Tatsache, dass nicht jedes Feuer, was in so einem Umfeld sich ereignet, automatisch eine "warme Sanierung" sein muss. Um was anderes ging es mir nicht. Schade, dass dieser Inhalt so nicht angekommen zu sein scheint. Auch wundert mich die Aussage von Anton etwas, was das Personal mit einer solchen Sache zu tun hat. Zumal heutzutage Maschinen im Dienst sind, die lediglich von einem Rechner im Bürogebäude programmiert und aktiviert werden, da die Lärmbelastung doch auf Dauer zu schweren Schäden am Gehör führen können. Und wenn dann da mal was passiert, dauert es ein paar Minuten, bis das Personal vor Ort ist um zu reagieren. Und selbst Vollzeitkräfte die 2000 Euro verdienen, sind nunmal keine ausgebildeten Feuerwehrleute und können, je nach Verrauchungsgrad, eh nix mehr unternehmen, ohne im KH zu landen. Da geht die Gesundheit vor. Lass doch fackeln das Teil.
Stürmer schrieb am 27.07.2012, 22:50 Uhr:
@Anton: Erschreckender ist das manche Leute meinen "Wir" könnten zum Mond fliegen. Das können weder Deutsche noch Europäer. Russen können das auch nicht. Amerikaner haben das mal geschafft, aber könnten das heute wahrscheinlich auch nicht mehr. Auch aus Finanziellen Gründen. Desshalb ist das auch nur ein Paar mal vor über 40 Jahren geschehen und die Sache wurde dann nicht mehr weiterentwickelt. Problem Billigarbeiter? Ich glaube auch nicht das dort gut bezahlte Facharbeiter mit mittleren Stundenlöhnen ab 15 Euro am Fließband stehen und den Müll mit Händen sortieren. Dafür braucht man keine hoch qualifizierten Facharbeiter. Ich glaube ich wäre sauer wenn sich meine Abfallgebühren verdreifachen würden, weil hochqualifizierte Maschinenbauer, Techniker oder Elektroniker meinen Müll per Hand sortieren. Ist nicht böse gemeint: Das ist ein Job für Leute die bei Bildung und Ausbildung benachteiligt wurden, die nichts anderes können. Das hat alles nur wenig mit dem Brand zu tun.
Erstaunter schrieb am 27.07.2012, 13:10 Uhr:
@Sondermüll : woher stammt diese tiefgreifende Erkenntnis? Aus genauen Meßergebnissen der Schadstoffbelastung in der Luft? Aus fundierten, langjährigen medizinischen Studien? Oder aus dem Drang, hier seinen Senf hinzu geben zu müssen?
@Sondermüll schrieb am 27.07.2012, 12:18 Uhr:
Da eben,bis auf den Behaelter mit der entflammbaren Fluessigkeit,kein "Sondermüll"in dem verbranntem Muell war ging es gut aus.Selbst wenn-es brennt und das Gift steigt mit dem Rauch nach oben=Glueck gehabt!Sagt aber nichts ueber Gefaehrdungen aus die bei ungefilterter Vebrennung auftreten.Einfach mal an diese "Entsorgungsfirma"(Dortmund)denken-kurzfristig haben selbst die Mitarbeiter ueberlebt,wie auch die verseuchten Anwohner.Mittel bis Laengerfristig sind dies aber "Tote auf Abruf"!
Anton schrieb am 27.07.2012, 11:52 Uhr:
Ich würde gern mal das Brandschutzkonzept einer derartigen Anlage betrachten. Auch würde mich die Qualifikation der Mitarbeiter sehr interesieren. Viele 1Euro-Kräfte und sonstige Zwangsarbeiter werden vermutlich gern in solchen Anlagen beschäftigt. Dient alles der Gewinnmaximierung einzelner. Es ist erschreckend das wir auf den Mond fliegen können und sich trotzdem solche Großbrände dauernd ereignen.

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