Prozessbeginn in Münster Frau erstochen und zerstückelt

In Münster begann am Dienstag (16.10.2012) der Prozess gegen einen Mann, der seine Frau erstochen und ihre Leiche zerstückelt haben soll. Der Angeklagte verweigerte zum Auftakt die Aussage. Seinem Psychiater gegenüber soll er laut Staatsanwaltschaft aber gestanden haben.


Der Angeklagte zu Prozessbeginn
Bild 1 vergrößern +

Der Angeklagte zum Prozessauftakt am Dienstag (16.10.2012).

Kein Wort der Reue, keine Anzeichen von Trauer: Vor dem Schwurgericht Münster hat am Dienstag der Prozess gegen einen 49-Jährigen aus Warendorf begonnen, der seine Ehefrau erstochen und dann zerstückelt haben soll. Spaziergänger hatten die Leichenteile nach der Bluttat nahe einer landwirtschaftlichen Siedlung gefunden.

Vor Gericht will der Angeklagte schweigen. Einem Psychiater soll er nach seiner Festnahme jedoch gesagt haben: "Ich habe ihr in den Hals gestochen, damit sie still ist." Die Anklage lautet auf Totschlag. Mit einem Urteil ist voraussichtlich Mitte November zu rechnen.

Anklage: Mann stach mit Obstmesser zu


Die Staatsanwältin Bettina Werner sitzt im Landgericht Münster Prozessbeginn im Gerichtssaal
Bild 2 vergrößern +

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf Totschlag.

Die Tat soll sich am Abend des 21. April 2012 in der gemeinsamen Wohnung des Ehepaares abgespielt haben. Nach Angaben des Angeklagten hatte es kurz vor der Bluttat einen heftigen Streit gegeben. "Sie hat geschimpft, dass ich kein richtiger Mann bin", soll der 49-Jährige dem Psychiater gesagt haben. Das sei das Schlimmste, was man ihm sagen könne. Kurz darauf habe er zu einem Obstmesser gegriffen und es seiner Frau in den Hals gestoßen. Die 58-jährige Altenpflegerin verblutete in der Küche.

In Tüten und Taschen verpackt

Um die Leiche unbemerkt zu entsorgen, habe er Kopf und Gliedmaßen in der Badewanne abgetrennt, in Tüten und Taschen gepackt und im rund 25 Kilometer entfernten Ostbevern abgelegt. Dem Psychiater soll der 49-Jährige laut Anklage gesagt haben: "Ich wollte sie einfach nur entsorgen." Kopf und linker Arm fehlen bis heute. Das Paar war über 20 Jahre lang verheiratet, hatte sich in den Monaten vor der Tat allerdings mehrfach getrennt.

Fassungslos über die Brutalität

Die beiden ehemaligen Lehrer waren 1995 von Russland nach Deutschland übergesiedelt. Der Angeklagte habe sich in seiner neuen Heimat allerdings nie wohlgefühlt und nach eigenen Angaben immer mehr Alkohol getrunken. Die Geschwister des Opfers sind noch immer fassungslos über die Brutalität. "Es ist sehr schwer für sie, dass sie ihre Schwester nicht komplett beerdigen konnten", sagte Anwalt Michael Amsbeck, der im Prozess einen Bruder des Opfers vertritt.


Stand: 16.10.2012, 18.01 Uhr