Drogenprozess gegen Ex-Nationaltorwart Eike Immel freigesprochen

In einem Schwerter Bordell soll er Kokain gekauft haben - so lautete der Vorwurf gegen Ex-Nationaltorhüter Eike Immel. Am Dienstag (30.10.2012) hat das Dortmunder Amtsgericht den früheren Fußball-Profi freigesprochen. Allerdings wurde er wegen Verletzung der Unterhaltspflicht zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt.

Eike Immel im Amtsgericht Dortmund Video Eike Immel kommentiert das Urteil (00:26 Min.)

Eike Immel kommentiert das Urteil

Erleichtert und zufrieden äußerte sich Eike Immel gegenüber dem WDR Fernsehen nach der Urteilsverkündung. Den Kokain-Kauf hatte er im Prozess stets vehement abgestritten. Dass er im Jahr 2005 einige Monate lang nicht den Unterhalt für seine beiden Kinder zahlte, gab er zu.

Bordell-Chefin zog ihre Vorwürfe zurück

Die Chefin des Bordells, in dem der Drogen-Deal stattgefunden haben soll, hatte ausgesagt, dass Immel von einem ehemaligen Freund vor fünf Jahren in 78 Fällen Kokain gekauft habe. Der Mann saß ebenfalls auf der Anklagebank. Die Frau - als einzige Belastungszeugin - war wegen einer Erkrankung nicht vor Gericht erschienen. Durch ihren Anwalt ließ sie ihre Vorwürfe in einer eidesstattlichen Erklärung widerrufen.

"Falsche Verdächtigungen" - Staatsanwaltschaft will gegen Zeugin vorgehen

Es gebe damit "starke Zweifel an der Richtigkeit der Aussagen", machte der Vorsitzende Richter deutlich. Die Frau hatte die Vorwürfe einem Kriminalbeamten gegenüber geäußert. Der Polizist fertigte daraufhin einen Aktenvermerk an. Er war die Grundlage der Ermittlungen. Doch eine "eigenständige Befragung" der Frau sei nicht erfolgt, rügte das Gericht. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Ex-Torhüters hatte die Polizei damals kein Rauschgift gefunden. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, die Zeugin wegen "falscher Verdächtigungen" zur Rechenschaft zu ziehen.

Immel: "Habe nie Drogen genommen"


Eike Immel mit seiner Anwältin im Amtsgericht Dortmund
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Immels Anwältin las Erklärung vor

Immel schwieg vor Gericht und ließ seine Anwältin eine Erklärung vorlesen. Darin hieß es, er habe zwar einmal das Bordell in Schwerte besucht und sich dort mit seinem damaligen Freund, dem Mitangeklagten, getroffen, er habe aber nie Drogen genommen und auch keine Drogen gekauft. Zu der Unterhaltspflichtverletzung sagte er: "Das hätte nicht vorkommen dürfen." Nach WDR-Informationen waren damals 7.000 Euro Unterhalt offen. Der 51-jährige Ex-Kicker hatte sich verschuldet. Zuletzt zeigte er im RTL-Dschungel-Camp Medienpräsenz und brachte eine eigene Musik-CD heraus. In den 1980er Jahren war er mit 19 Jahren der jüngste Torwart in der deutschen Nationalmannschaft.

Auch Mitangeklagter bestritt Drogen-Deal

Der Prozess gegen den Mitangeklagten, der wegen Versicherungs- und Scheckbetrugs vorbestraft ist, läuft wegen Betrügereien weiter. Der Dortmunder bestritt ebenfalls, Kokain-Geschäfte mit Immel gemacht zu haben. Er habe nie Drogen an Immel verkauft. Hätte er Drogen an Immel verkaufen wollen, hätten sie sich dazu nicht im Bordell treffen müssen, sagte er vor Gericht, denn beide lebten zeitweise im selben Haus.


Stand: 30.10.2012, 13.33 Uhr


Kommentare zum Thema (16)

letzter Kommentar: 31.10.2012, 21:32 Uhr

soester schrieb am 31.10.2012, 21:32 Uhr:
@jens: Da haben Sie ja mal so richtig alles erklärt. Sehr interessant Ihre Ausführungen, wer Beschuldigter, Angeschuldigter oder Angeklagter ist, ist genau zu definieren, klar. Jedoch: Der Kern der Sache ist verfehlt. Wie kommen Sie daruf, daß ein Beschuldigter nicht vor der Hauptverhandlung gehört wird? Sie haben ja offensichtlich die StPO gelesen, wenn auch nicht ausführlich gelernt. Nehmen Sie zur Kenntnis, daß die StPO vorschreibt, und zwar zwingend; das die StA BElastende, aber auch ENTlastende Beweise zu sammeln hat. Und das ohne Befragung von Zeugen? Einfach lächerlich und blamabel. Und wenn Sie das unterstützen und für richtig halten, lassen Sie sich am Besten ihr Lehrgeld erstatten. Polizeibeamte sind Hilfsbeamte der StA und der StA ist Herr des Verfahrens und verantwortlich für die Beweisführung. Und wenn er das nicht macht, begeht er(oder sie) einen Fehler.
Jens @GeFee Teil II schrieb am 31.10.2012, 17:19 Uhr:
Auch das Gericht hört sich die Zeugen erst in der Hauptverhandlung an - dafür ist diese doch schließlich da! Hier von einem Rufschädigung (Anonym, 14:29) oder Blamage (soester, 14:01) zu sprechen, zeugt von Unwissenheit, tut mir Leid. Alles in allem - ein ganz normales Strafverfahren wie es jedes Jahr tausende andere Verfahren gibt.
Jens @GeFee Teil I schrieb am 31.10.2012, 17:16 Uhr:
Was ihre Meinung zu "Der Meister" angeht, so teile ich diese. Allerdings an Sie, GeFee, sowie an alle anderen hier, die gleiches von sich gegeben haben: Sofern eine Straftat zur Anzeige gebracht wird, wird in dieser Sache von der Polizei ermittelt. Derjenige, der die Strafttat begangen hat, ist der "Beschuldigte". Während dieses Verfahrensabschnitts werden auch die Zeugen vernommen. Sobald die Beweismittelsuche abgeschlossen ist, wird die Akte an die Staatsanwalt gegeben, die ggfls Anklage erhebt oder aber das Verfahren einstellt. Sofern Sie Ankalge erhebt, sprechen wir nun vom "Angeschuldigten". Die Sache wird nunmehr an das Amtsgericht oder Landgericht weitergegeben. Dieses lässt nunmehr die Anklage zu oder lehnt die Eröffnung aufgrund mangelnder Beweise und/oder Ermittlung ab. Wird die Anklage zugelassen, sprechen wir vom Angeklagten. Es ist aber ein ganz normaler Verfahrensgang, dass die Staatsanwaltschaft nicht noch mal alle Zeugen vernimmt - das macht ja die Polizei.....
GeFee schrieb am 31.10.2012, 15:39 Uhr:
ne ne und Der Meister sind echt noch zu toppen; können jetzt eigentlich auch Don.Corleone und MG wegen offensichtlichem Deal mit Torhagel Trauma oder so verklagt werden? - Nix wissen macht nix, aber mit Nichtwissen den totalen Durchblick zu suggerieren macht richtig was... Wenn man keine Ahnung hat; einfach mal die Finger von den Tasten lassen.
Borsig schrieb am 31.10.2012, 10:59 Uhr:
@ MG, das würde passen, der " doofe Immel " hat auch noch 12 Buden gegen MG eingeschenkt bekommen. Tatsächlich hieß der Torwart seinerzeit Peter Endrulat, auch Horst Bertram gehörte als Torwart zum Kader. Eike Immel spielte da noch nicht im Profibereich des BVB. Inwiefern er dennoch traumatisert war, entzieht sich meiner Kenntnis, aber dafür gibt es ja noch Spezialisten und Experten, wie ich hier lesen kann. Hauptsache mit Dreck werfen, da wird schon noch was hängenbleiben.

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