Zentralrat der Juden verleiht Preis: Zivilcourage im Namen Paul Spiegels
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat am Mittwoch (16.01.2013) in Düsseldorf den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage verliehen. Er geht an zwei Initiativen aus Ostdeutschland. Neben der Erinnerung an die Verdienste des früheren Vorsitzenden forderte Präsident Dieter Graumann zudem ein zügiges NPD-Verbotsverfahren.

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Paul Spiegel war von 2000 bis 2006 Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Als "Mann mit einem ganz großen Herzen und unverbesserlichen Optimisten" würdigte der amtierende Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, seinen Amtsvorgänger Paul Spiegel. Bei einer Gedenkfeier am Mittwoch (16.01.2013) in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf erinnerte der Zentralrat an die Verdienste Spiegels, der von 2000 bis zu seinem Tod im Jahr 2006 dessen Vorsitzender war.
Einsatz gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus
Den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage 2012 verlieh der Zentralrat an die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, die sich mit ihren Programmen an die Migrationsgesellschaft wendet. Sie erarbeitet Konzepte für die pädagogische Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus. Graumann würdigte sie als "Botschafter des guten Willens und der Toleranz". Die Initiative erreiche nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen von Jugendlichen. Ausgezeichnet mit dem Preis 2013 wurde die Bürgerinitiative "Wir für Lübtheen", die sich gegen die NPD in der Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern stark macht. Diese lasse "den wohlgemeinten Worten auch ernst gemeinte Taten folgen", erklärte Graumann. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Zentralrats-Präsident fordert NPD-Verbot

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Dieter Graumann, Gisele Spiegel und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bei der Gedenkfeier für Paul Spiegel.
Graumann mahnte auf der Veranstaltung auch ein zügiges Verbotsverfahren der rechtsextremen NPD an: "Ich hoffe, dass sich Bundesregierung und Bundestag der Initiative des Bundesrates zügig anschließen", sagte er. Der Bundesrat hatte Mitte Dezember entschieden, vor dem Bundesverfassungsgericht ein zweites Verbotsverfahren gegen die Partei einzuleiten.
Kraft: Zusammenleben muss menschlich und zivil bleiben
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hob die Verdienste Spiegels hervor. Er habe über Grenzen hinweg viel Respekt und hohe Anerkennung genossen, erklärte Kraft. Sein Andenken bleibe Verpflichtung, daran zu arbeiten, "dass Deutschland wirklich eine Heimat für jüdisches Leben ist, dafür zu sorgen, dass unser Zusammenleben menschlich und zivil bleibt".
Der 1937 in Warendorf in Westfalen geborene Spiegel überlebte die NS-Zeit versteckt bei einer katholischen Bauernfamilie in Belgien. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte seine Familie nach Deutschland zurück. Paul Spiegel arbeitete als Journalist und gründete schließlich eine Künstler- und Medienagentur. Er lebte in Düsseldorf. An der Gedenkfeier nahm auch die Witwe von Paul Spiegel, Gisèle Spiegel, teil.
Stand: 16.01.2013, 16.42 Uhr
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