Autogrammstunde von One Direction: Boys, Girls und viel Lärm um nichts?
Nach dem Massenansturm auf eine Autogrammstunde der britischen Boygroup One Direction im Kölner Mediapark stellt sich die Frage nach den Kosten des Polizeieinsatzes. Sicher ist: Richtig dramatisch war es zu keinem Zeitpunkt. Und auch die Zahl der Verletzten relativiert sich.

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Euphorische Fans warten am Samstag (22.09.2012) auf ihre Idole.
Es war ein erstaunlicher Lärm, der am Samstagnachmittag (22.09.2012) im Kölner Mediapark aufkam. Rund 4.000 Jugendliche, überwiegend Mädchen zwischen neun und 16 Jahren, kreischten ihre Vorfreude auf den Auftritt der britischen Boyband One Direction im Kollektiv heraus. Im Umkreis von 500 Metern waren die Schreie deutlich zu hören. Weil bereits morgens um halb acht laut Ordnungsamt 1.700 Wartende den zentralen Platz des Mediaparks belagerten, forderte eine Polizistin, die dort auf Streife war, Verstärkung an. Im Endeffekt waren rund 100 Sicherheitskräfte von Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr im Einsatz.
Autogramme für 800 Fans

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Mitglieder der Boyband in Köln
Ausgangspunkt war eine Werbe-Aktion: Die Plattenfirma Sony Music hatte im Vorfeld über Radiostationen und soziale Netzwerke angekündigt, dass die Mitglieder von One Direction am Samstag (22.09.2012) um 16 Uhr im Kölner Mediapark Autogramme verteilen würden. "In diesen Ankündigungen haben wir auch deutlich gemacht, dass die ersten 800 Besucher eine der begehrten Karten erhalten würden", sagt Oliver Hornik, Sprecher der Sony, am Dienstag (25.09.2012) gegenüber WDR.de. Gerechnet habe man bei der Sony mit einem Ansturm von rund 4.500 Interessierten. Die Flächenkapazitäten vor Ort seien sogar auf bis zu 8.000 Besucher ausgelegt gewesen. "Die Behauptung, wir hätten mit 800 Besuchern geplant, ist falsch", sagt Hornik. Organisiert hatte die Veranstaltung für die Sony eine Kölner Agentur, die den Platz im Mediapark vom Eigentümer, der Mediapark GmbH, gemietet hatte. Eine Genehmigung bei der Stadt musste sie laut Ordnungsamt deswegen nicht einholen.
Ordnungsamt relativiert Zahl der Verletzten

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Polizeieinsatz im Mediapark
Das Problem ist jetzt, ob diese Agentur zusammen mit ihrem Auftraggeber die Sicherheitslage falsch eingeschätzt hat: Besorgte Eltern berichteten am Samstag von chaotischen Zuständen, es habe Gedränge gegeben, Sicherheitsbehörden sprachen von 68 leicht Verletzten. Robert Kilp, Leiter des Kölner Ordnungsamts, relativiert diese Zahl im Gespräch mit WDR.de: "Es gab drei Transporte ins Krankenhaus, davon eine Fußverletzung und zwei Kreislaufzusammenbrüche." Außerdem müsse man sich vor Augen halten, dass es sich bei den Wartenden überwiegend um Jugendliche gehandelt hat, die sich im Wachstum befänden und deren physische Verfassung daher eher labil sei. "Auch auf dem Pausenhof kommt es immer wieder vor, dass solche Kinder zusammenbrechen." Gerade bei langen Wartezeiten wie bei einer Autogrammstunde sei das zwar bedauerlich, aber leider nicht vermeidbar, ergänzt Sony-Sprecher Hornik.
Laut Kilp, der selbst vor Ort war, ist die Situation zu keinem Zeitpunkt richtig dramatisch gewesen. Es habe auch schon größere Veranstaltungen auf diesem Platz gegeben, sagt Kilp. "Bis zu 10.000 Menschen können sich dort bei entsprechender Organisation problemlos aufhalten."
War der Einsatz notwendig?
Warum aber griffen die Sicherheitsbehörden dann von sich aus in die private Veranstaltung ein, wenn die Situation nie richtig aus dem Ruder lief? "Weil sie aus dem Ruder hätte laufen können", sagt Kilp. "Wenn man morgens um halb acht 1.700 Menschen auf einem Platz sieht und hochrechnet, wie viele das bis 16 Uhr werden könnten, kommt man auf eine höhere Zahl als 10.000." Dass es im Endeffekt bei rund 4.000 Fans und deren Angehörigen geblieben sei, habe man nicht vorhersehen können.
Wer den Einsatz zahlt, ist weiter unklar. "Wir werden prüfen, ob wir das in Rechnung stellen", bleibt Robert Kilp zurückhaltend. Bei Sony will man mögliche Regressforderungen nicht kommentieren.
Stand: 25.09.2012, 18.49 Uhr
Kommentare zum Thema (10)
letzter Kommentar: 27.09.2012, 15:20 Uhr
- Twen schrieb am 27.09.2012, 15:20 Uhr:
- Wer die Kommentare mitverfolgt, dem fällt der Ein oder die Andere auf, der ungelesen kommentiert... ;-) Die Fußballgeschichte als dèjávue
- Alles paletti schrieb am 26.09.2012, 16:21 Uhr:
- Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus, warum hier gefragt wird wer den Einsatz bezahlt? Das sollte endlich mal Wochenende für Wochenende bei den ganzen Spielen der ersten und zweiten Bundesliga geschehen, weil da gehen nämlich Millionen öffentlicher Gelder drauf.
- Twen schrieb am 26.09.2012, 12:07 Uhr:
- @Bodo: Das wäre die ultimative Art sich das weibliche Geschlecht ins Haus zu holen ;-P Da es Dein Laden (und schlimmstenfalls/bestenfalls in dem Moment auch Deine Kundinnen sind) bist Du meiner Meinung nach sehr wohl haftbar zu machen wenn Du es -wenn auch völlig becirct- Ausarten lässt. Fußek s. heute 10:40 Uhr: ;-P
- Bodo schrieb am 26.09.2012, 11:07 Uhr:
- Was ist wenn ich einen Schuhladen betreibe, ein Paar tolle Schuhe anbiete, die sonst kein Laden hat, und tausende durch geknallte Weiber meinen Laden stürmen wollen. Wieso sollte ich dafür etwas bezahlen? Mit den Autogrammen ist es auch nicht anders. Beim Fußball ist es doch auch kostenlos, und das Woche für Woche.
- Twen schrieb am 26.09.2012, 10:40 Uhr:
- Mal ganz ehrlich; kann die Polizei es eigentlich jemals richtig machen??? Greift sie nicht ein, ist es ein Unding und fraglich wofür Steuern gezahlt werden. Greift sie ein, ist es ein Unding und ein Hohn wofür Steuergelder verschwendet werden. Sorgende Eltern sollten sich ihrer Fürsorgepflicht bewußt sein BEVOR sie ihre Kinder bei solchen Events absetzen und nicht nachher krakehlen, anprangern und klagen weil die armen Kleinen dort nicht behandelt wurden wie zuhause. Was die Kosten angeht; wer die Musik bestellt zahlt sie auch (das finde ich als Fußballfan auch für Fußballvereine) und ist als Gastgeber verpflichtet... Und weil ich diesen gezüchteten Teeniehype nicht verstehe hält sich mein Mitleid S E H R in Grenzen.
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