Boygroup "One Direction" in Köln: Fan-Massen stürmten Autogrammstunde
Eine Signierstunde der britischen Boygroup"One Direction" ist am Samstag (22.09.2012) in Köln eskaliert. Die Veranstalter hatten 800 Fans ein Autogramm versprochen, gekommen waren 5.000. Die Folge des Massenandrangs: Mehr als 70 Verletzte.
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Mitglieder von One Direction gaben eine Autogrammstunde in Köln (Fotostrecke 1)
Die jungen Musiker der Boygroup-Band "One Direction" sollten am späten Nachmittag auf einer Bühne im Kölner Mediapark Autogramme an 800 Fans verteilen. Aber schon am Morgen war der Andrang so groß, dass eine besorgte Mutter die Polizei alarmierte. Die bat erst die Feuerwehr um eine Einschätzung der Lage und versuchte dann mit mehr als 100 Einsatzkräften, für Ordnung zu sorgen. Unter anderem wurde die Menge mit Sperrgittern getrennt. Trotzdem gab es mehr als 70 Verletzte, um die sich die Rettungsdienste kümmern mussten. Die waren schon am Vormittag angefordert worden. "Wir wissen aus Erfahrung, dass die Jugendlichen nichts trinken oder essen und dann reihenweise umfallen", so ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag (23.09.2012). 68 "Erschöpfungszustände" mussten dann vor Ort behandelt werden, drei Jugendliche trugen leichte Quetschungen davon und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.
Vorkehrungen waren "unzureichend"
Wie ein Polizeisprecher sagte, sei der Veranstalter, die Musikfirma Sony Music, offensichtlich nicht auf den großen Andrang vorbereitet gewesen. Die Vorkehrungen seien "unzureichend" gewesen. Von einer Massenpanik könne aber keine Rede sein. "Wir haben aber alles dafür gegeben, dass die Veranstaltung stattfinden kann, um die Fans nicht zu enttäuschen", hieß es auf Nachfrage von WDR.de. Ein WDR.de-User berichtete: "Es war äußerst chaotisch, da zu Beginn nur 4 Securities vor Ort waren. Es ist zu sagen, dass die Organisation echt dürftig war."
Wie die Stadt Köln erklärte, sei der Veranstalter allein für die Organisation und die Sicherheit zuständig gewesen. Jetzt wolle sie prüfen, ob er den Auflagen nachgekommen sei. Auch die Polizei will klären, ob er die Kosten des Einsatzes übernehmen muss. Sony Music war für eine Stellungnahme am Sonntag nicht zu erreichen.
Nur eine Signierstunde in ganz Deutschland

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One Direction: Umjubelte Teen-Stars
Die Teenie-Band "One Direction" wurde 2010 im Zuge einer Castingshow gegründet. Nach dem dritten Platz bei der britischen Castingshow war sie von Sony Music unter Vertrag genommen worden. Die Fan-Gemeinde ist riesig, allein auf Facebook hat die Gruppe fast zehn Millionen Anhänger. Nach ihrem ersten Hit "What makes you beautiful" vom November 2011 machten Niall Horan, Zayn Malik, Liam Payne, Harry Styles und Louis Tomlinson von sich reden, als sie bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in London auftraten. Dass es nur eine Autogrammstunde in Deutschland geben sollte, dürfte den Andrang in Köln verstärkt haben.
Erinnerungen an Oberhausen
Eine ähnliche Situation hatte es 2011 in Oberhausen gegeben. Dort war es bei einer Autogrammstunde mit Kandidaten einer Castingshow aber tatsächlich zu einer Massenpanik gekommen. Damals waren 19.000 Fans gekommen, etwa viermal soviel wie vorher angenommen. Besucher hatten dabei so gedrängelt, dass 60 Kinder und Jugendliche verletzt wurden.
Stand: 23.09.2012, 18.19 Uhr
Kommentare zum Thema (64)
letzter Kommentar: 25.09.2012, 18:36 Uhr
- Verkommene Jugend schrieb am 25.09.2012, 18:36 Uhr:
- Da wirds einem echt schlecht, wenn man so manche Kommentare hier liest. Dekadent weil man eine Autogrammstunde seiner Idole besucht? Eltern, die ihre Kinder zu solchen Veranstaltungen fahren, vernachlässigen die Erziehung? Wo sind Sie denn groß geworden? Im Kloster? Wenn Ihre Kinder nach einer anstrengenden Schulwoche sich mit Violinenunterricht entspannen können ist das toll, andere Kinder bevorzugen anderes. Wie wärs mit etwas Toleranz? In Köln wurde die Gefahr durch die dilettantische Organisation verursacht, und nicht durch die Jugendlichen. Und darum hoffe auch ich, dass die Einsatzkosten der Veranstalter tragen muss.
- Hype schrieb am 25.09.2012, 16:15 Uhr:
- Und wegen der Gattung @Alex werden Kinder nicht Massenhysterieresistent - Wenn Sie der Meinung sind alle Anderen sind unfähig Ihre Tochter behütet zu bespaßen, tut sich mir die Frage auf warum Sie es nicht mal selber oder anspruchsvoller ausprobieren. Also das Bespaßen natürlich! @Elena - 1984: Oh. mein. Gott. - Wenn es DAS ist was mein Leben verändert; ich schreibe nie wieder einen Kommentar zu Boygroup!!!! Versprochen!!!! ;-P
- Hmm schrieb am 25.09.2012, 14:12 Uhr:
- @Renate: da haben ich und meine Freunde ja Glück gehabt, dass wir nicht so ängstliche über übervorsichtige Eltern hatten, die uns vor allem "geschützt" und in Watte gepackt haben. Aber keine Sorgen, auch ihre Kinder werden alles nachholen, ob ihnen das passt oder nicht. Demnächst wird man wohl überall nur noch genervte Kids bis zum 18. Lj. an der Hand der Mama sehen, oder wohin soll das führen? Da lobe ich mir die Gnade der frühen Geburt, als alles noch locker war und man auch mit 16 noch mal unbehelligt aus eine Kneipe kommen durfte und als die Eltern nicht wegen jeder Schramme oder blutigen Nase das Ende der Welt kommen sahen.
- gisela schrieb am 25.09.2012, 14:06 Uhr:
- um 16uhr30 wurde ich von einer polizistin umgerannt,stürzte und brach mir die schulter,diese liess mich am boden liegen und lief einfach weiter. und dann wird geschrieben,es kamen nur 3 leichtverletzte ins krankenhaus.ich möchte mich bei den sanitätern und beim notarzt bedanken.nun muss ich operiert werden. werde den tag nie mehr vergessen...
- Renate schrieb am 25.09.2012, 11:57 Uhr:
- Was für eine dekadente Jugend haben wir denn mittlerweile? Da brauchen wir uns nicht wundern das mit dieser Jugend kein Staat zu machen ist! Die Kosten für den Einsatz der Sicherheitskräfte und Sanitäter sollte der Veranstalter in vollem Umfang zahlen müssen. Solche Veranstaltungen braucht es nämlich nicht wirklich und ich frage mich warum solche Veranstaltungen überhaupt genehmigt werden. Meine Kinder dürften nicht zu solchen sinnfreien Veranstaltungen würden es aber auch nicht wollen.
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