Belastete Milch in NRW NRW verhängt Auflagen für Futtermittelhersteller

Nach dem Fund von Rohmilch mit stark überhöhten Schimmelpilz-Werten auf einem Hof im Sauerland verhängt das NRW-Verbraucherschutzministerium Auflagen für die Produzenten von Futtermitteln. Der Mais, der im Sauerland verfüttert wurde, stammt wieder aus Serbien.


Rinder im Stall
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Pilzgift im Futtermais

Nach dem Fund von stark überhöhten Schimmelpilz-Werten in Rohmilch auf einem Hof im Sauerland darf nur noch auf Schadstoffe geprüfter Futtermais aus Serbien verarbeitet werden. Das teilte Verbraucherschutzminister Remmel (Grüne) am Donnerstag (07.03.2013) mit.


Die Rohmilch auf dem Hof aus dem Hochsauerlandkreis hatte deutlich zu hohe Aflatoxin-Werte. Mit knapp 100 Nanogramm je Kilogramm Milch sei die Belastung mit dem giftigen Schimmelpilz fast doppelt so hoch gewesen wie zulässig. Ursache sei wieder verseuchter Mais aus Serbien - der allerdings nicht im November über Niedersachsen, sondern noch im Februar über Rotterdam importiert wurde. Der betroffene Hof im Hochsauerlandkreis dürfe erst wieder Milch liefern, wenn der gesetzlich festgelegte Höchstwert von 50 Nanogramm eingehalten werde. Die bis dahin produzierte Milch werde entsorgt.

Späte Information der Öffentlichkeit

Der Futtermittelhersteller aus Rees am Niederrhein informierte das Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz bereits am 27.02.2013 über das verseuchte Futter. Mischfuttermittel mit geringem Maisanteil wurde trotz des Befundes noch einen Tag lang ausgeliefert. Erst am 28.02.2013 stoppte das Umweltministerium den Verkauf. Die belieferten Milchbetriebe ließ das Ministerium am 04.03.2013 sperren. Die Öffentlichkeit wurde darüber nicht informiert. Das geschah erst, nachdem klar war, dass die Milchproben aus dem Betrieb im Sauerland den Grenzwert deutlich überschritten hatten. Auf die Frage, warum die Öffentlichkeit nicht früher über diesen zweiten Schimmelpilz-Fall informiert wurde, sagte ein Sprecher des Ministeriums WDR.de am Donnerstagmorgen: "Es handelt sich bei dem verseuchten Futtermittel aus Niedersachsen und dem aus NRW um zwei eigene Fälle, die parallel behandelt und getrennt abgearbeitet wurden." Zudem sei der verseuchte Mais in NRW nur eine einmalige Lieferung gewesen.

Rohmilch landete eventuell bei Molkerei

Es könne nicht ausgeschlossen werden, so das NRW-Umweltministerium, dass belastete Rohmilch zu einer Molkerei geliefert wurde. Der Milchbetrieb aus dem Hochsauerlandkreis hatte Futtermittel von einem Hersteller in Rees am Niederrhein erhalten. Darin war Mais aus Serbien verarbeitet worden. Der Hersteller hatte den Fall nach Eigenkontrollen selbst den Behörden gemeldet. Insgesamt habe er 200 Tonnen belastetes Futtermittel ausgeliefert.

In Nordrhein-Westfalen seien neben dem Hof im Sauerland zwei Betriebe im Kreis Borken und im Kreis Wesel betroffen, hieß es. Außerdem sei ein Betrieb in Rheinland-Pfalz beliefert worden. Bei dem Betrieb im Kreis Borken habe der gemessene Wert mit 45 Nanogramm knapp unter der Höchstgrenze gelegen, im Kreis Wesel habe der Nachweis bei etwa 20 Nanogramm gelegen. Beliefert wurden außerdem rund 70 Tiermastbetriebe in Nordrhein-Westfalen.

Mais kam über Rotterdam

Der NRW-Fall ist nach Angaben der Ministeriums getrennt von den Maislieferungen nach Niedersachsen zu sehen. Dort hatten Futtermittelunternehmen im November vergangenen Jahres über den Hafen von Brake an der Weser serbischen Mais erhalten, den ein Hamburger Importeur eingeführt hatte. Der Hersteller in Rees habe seinen Mais in diesem Februar über Rotterdam bezogen.


Stand: 07.03.2013, 18.09 Uhr


Kommentare zum Thema (25)

letzter Kommentar: 09.03.2013, 14.08 Uhr

Auflagen schrieb am 09.03.2013, 14.08 Uhr:
Auflagen nicht nur machen sondern auch überprüfen,nicht nur den Verbraucher zur Kasse bitten,ich habe den Eindruck,das sich die Grünen vom Volk etwas abgewandt haben,nicht reden sondern handeln.
Haffener Zukunft II schrieb am 08.03.2013, 15.18 Uhr:
Fg @futtermuehle haffen top 1. hat der neubau der firma forfarmers thesing zu dem thema nichts zu tun somit hat es hier nichts verloren top 2. kann ich mich nur anschließen an dem kommentar unter mir von haffener zukunft der trifft es auf dem punkt von und so wie ich es aus dem fernseh entnommen habe hat dieses unternehmen richtig gehandelt was soll dieses unternehmen noch machen ???? m
Haffener Zukunft schrieb am 08.03.2013, 13.23 Uhr:
@FuttermühleHaffen: Es wurde jetzt gen7ug gemacht um das Projekt zu stoppen !!!! wenn man sieht wieviel arbeitsplatze an solch einer firma dransitzt sollte man sich so einen bericht hier ehr schenken !!!!! es geht um den Mais und um nichts anderes !!!!! Nur wenn man den ganzen Tag hinterm Fenster sitzt und nichts zu tun hat dann ist das wohl das allerletzte !!!!!!!!! Man sollte dran denken was mit der Haffener Jugend wird !!!! Im Ruhrgebiet arbeiten oder lieber in der Nähe !!!!!!! Deshalb lieber darüber reden UND nicht um andere Themen die hier hingehören !!!!!!!!!!
Horst Kirchhof schrieb am 07.03.2013, 22.27 Uhr:
Wenn in Deutschland Ackerboden für den Anbau von Pflanzen für BIO-Sprit und für Biomasse-Kraftwerke verschwendet wird muss der Verbraucher sich nicht wundern, wenn aus Futtermangel entsprechendes Futter aus irgendwelchen Ländern zugekauft wird.
Anonym schrieb am 07.03.2013, 19.44 Uhr:
Ich wusste es immer das alle Lebensmittel vergiftet sind. Ich habe vor Jahren schon umgestellt, und ernähre mich nur noch von Pils und Schnaps. Da gibt es auch keine Skandale, alles einwandfreie Ware. Als der Weinpanscherskandal war, habe ich auf Wein verzichtet, und bin auf Schnaps umgestiegen. Ich will ja gesund leben, und mich nicht vergiften.

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