Zwei Polizisten mit Messer attackiert: 21-Jähriger gesteht Mordanschlag
Vor einem halben Jahr lockte ein 21-Jähriger in Gelsenkirchen zwei Polizisten in einen Hinterhalt und attackierte sie mit einem Messer. Beim Prozessauftakt in Essen am Mittwoch (08.02.2012) gestand er den Mordanschlag. Das Gericht muss nun klären, ob er schuldfähig ist.
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Prozess um Messerattacke auf Polizisten
(01:28)
WDR aktuell
08.02.2012 -
Prozess um Messerattacke auf Polizisten
Vor dem Essener Landgericht erklärte der 21-Jährige, er habe mit dem Angriff auf die beiden Beamten "gegen das Böse kämpfen" wollen. Nach seinen Angaben wollte er mit der Messerattacke auf die Polizisten auch seine eigene Tötung provozieren. Der Angeklagte sagte auch, ursprünglich habe er geplant, bei einem Attentat im Düsseldorfer Landtag selbst erschossen zu werden. Da sich dieser Plan nicht in die Tat umsetzen ließ, habe er die Idee mit der Attacke auf ahnungslose Polizisten entwickelt: "Ich habe gehofft, dass ich dabei draufgehe."
Suizidpläne offenbart
Nach Angaben des Landgerichts Essen hatte der Gelsenkirchener in seiner Vernehmung zugegeben, schon früher Suizidabsichten gehabt zu haben. Einen konkreten Zusammenhang mit der Tat bestätigte Gerichtssprecher Wolfgang Schmidt jedoch nicht. Nachdem ein Gutachter beim Angeklagten eine geistige Erkrankung festgestellt hat, wurde er in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht. Vor diesem Hintergrund hat die Staatsanwaltschaft keine Strafe beantragt, sondern die unbefristete Unterbringung in einer solchen Einrichtung.
Mit drei Schüssen außer Gefecht gesetzt
Der 21-Jährige hatte in der Nacht zum 9. August 2011 mit einem fingierten Notruf einen Streifenwagen zu einem dunklen Parkplatz in Gelsenkirchen gelockt. Er behauptete, dass ein Verkehrsunfall geschehen sei. Als die beiden Beamten, eine 30-jährige Polizistin und ihr 45-jähriger Kollege, am vermeintlichen Unfallort eintrafen, stach der 21-Jährige ohne Vorwarnung und hinterrücks auf sie ein. Trotz lebensgefährlicher Verletzungen schaffte es der Polizist noch, den Angreifer mit drei Schüssen außer Gefecht zu setzen. Kollegen nahmen ihn später fest.
Folgeschäden nicht absehbar
Die beiden Polizeibeamte treten als Nebenkläger in dem Prozess auf. Sie sind weiterhin dienstunfähig. Nach Angaben ihrer Anwälte sind "die Folgeschäden nicht absehbar". Die 30-jährige Fahrerin des Streifenwagens wurde von sieben Messerstichen in den Hals getroffen. Dabei wurde auch das Rückenmark beschädigt. Ob sie jemals wieder als Polizistin arbeiten kann, ist ungewiss. Ihr 45 Jahre alter Kollege bekam neun Messerstiche ab und erlitt dabei eine schwere Lungenverletzung.
Für den Prozess sind weitere fünf Verhandlungstermine bis zum 9. März angesetzt.
Stand: 08.02.2012, 17.39 Uhr
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