Leichenfund in der Tiefkühltruhe Lebenslange Haft für Mord an Olga P.

Wegen Mordes an einer jungen Ukrainerin ist ein 42-jähriger Mann am Montag (19.11.2012) vor dem Landgericht Bielefeld zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte die Frau in Spenge ermordet und ihre Leiche drei Jahre in einer Kühltruhe versteckt.


Das Urteil des Landgerichtes Bielefeld am Montag (19.11.2012) war eindeutig. Wegen heimtückischen Mordes wurde der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. "Das Mordmerkmal der Heimtücke ist gegeben, weil der Täter die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt hat", sagt Guiskard Eisenberg, Richter am Landgericht.

Das zierliche Opfer wurde durch den Angriff des Angeklagten völlig überrascht. Gerichtsmediziner fanden am Körper der 21-Jährigen keine Abwehrverletzungen. Klar ist, dass die Frau mit einem Kabelbinder erdrosselt wurde. Nach ihrem Tod wurde die 1,67 Meter große und nur 46 Kilo leichte Frau in einen dunkelblauen Rollkoffer gezwängt und dann in die Tiefkühltruhe gelegt. Drei Jahre hat der Angeklagte die Tote in dieser Truhe versteckt, die in seiner Garage in Spenge bei Herford stand.

Polizei stieß 2012 eher zufällig auf die Leiche

Über das Motiv des Täters konnte das Gericht nur spekulieren. Die Ermittler gehen davon aus, dass der arbeitslose Familienvater aus Bad Salzuflen mit dem Opfer Olga P. ein Verhältnis hatte. Die Getötete hatte vor einigen Jahren unter dem Namen Ines als Prostituierte in einem Herforder Bordell gearbeitet. Dann war sie plötzlich verschwunden.

Die Polizei war im Februar 2012 bei Schleuser-Ermittlungen zufällig auf ihre Leiche gestoßen. Der Angeklagte war 2007 als Menschenhändler zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte vornehmlich Ukrainerinnen mit gefälschten litauischen Pässen nach Deutschland geschleust.

Laut Richter Guiskard Eisenberg plädierten Angeklagter und Verteidigung zunächst auf fahrlässige Tötung während eines "Sex-Spiels". Durch das Spurenbild auf dem Kabelbinder konnte eine Beteiligung des Opfers jedoch eindeutig ausgeschlossen und der Mord laut Gericht bewiesen werden.


Stand: 19.11.2012, 14.00 Uhr