Erkrankungswelle in Warstein Suche nach verseuchter Klimaanlage

Die Legionellen, die als Ursache für die Erkrankung von rund 70 Menschen in Warstein gelten, wurden wahrscheinlich über eine Klimaanlage verteilt. In der Stadt wird nun intensiv nach der betroffenen Anlage gesucht.


Mit Luftkarten und Listen installierter Kühlanlagen, versucht die Kreisverwaltung Soest die Anlage zu finden, über die in den vergangenen Tagen Legionellen in Umlauf gebracht wurden. Die Abluft einer verunreinigten Großklimaanlage könnte die Erreger in Kondenswasser-Tröpfchen über Kilometer verteilt haben. Am Mittwoch (21.08.2013) nahmen Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes Proben von solchen Anlagen etwa in Bürohäusern. "Das Geschehen erinnert stark an einen Vorfall im Jahr 2010 in Ulm. Damals waren über die Abluft einer klimatechnischen Anlage Legionellen verbreitet worden", sagte Gesundheitsamtschef Frank Renken.

Mit Ergebnissen sei aber erst Anfang kommender Woche zu rechnen, hieß es. Deshalb sollten die untersuchten Anlagen soweit wie möglich vorsorglich desinfiziert werden. "Wir wollen verhindern, dass bei den derzeitigen Temperaturen erneut eine Legionellen-Wolke über die Stadt zieht", sagte die Soester Landrätin Eva Irrgang.

Trinkwasser keine Infektionsquelle

Die Gesundheitsaufseher des Kreises befragen zudem die Erkrankten mit einem speziellen Fragebogen des Bielefelder Landeszentrums für Gesundheit. Auf diese Weise hofft man, den Ausgangspunkt des Erregers eingrenzen zu können.

Das Trinkwasser der Stadt Warstein mit rund 27.000 Einwohnern komme als Ursache nicht infrage, sagte der Kreissprecher, weil die zurzeit herrschenden Temperaturen in den Wasserleitungen zu kalt für die Bakterien seien. "Außerdem haben wir immer nur einzelne Erkrankte. Käme die Infektion aus der Leitung, wären auch Familienmitglieder betroffen."

Antibiotika-Cocktail schlägt an

Es besteht die Hoffnung, dass die Erkrankungswelle zurückgeht: Nachdem am Wochenende von Freitag bis Sonntag noch 30 Patienten ins Warsteiner Krankenhaus Maria Hilf mit den einschlägigen Symptomen eingeliefert worden waren, waren es am Montag lediglich zwei. Bis zum Mittwochmittag (21.08.2013) ist die Zahl der Verdachtsfälle auf insgesamt 70 angestiegen: "Durch die Berichterstattung sensibilisiert haben Ärzte weitere Fälle nachgemeldet", sagte Kreis-Pressesprecher Müschenborn zu WDR.de. Es handele sich dabei nicht um Neuerkrankungen. Mittlerweile habe sich auch die Zahl der Patienten, bei denen Legionellen nachgewiesen wurden, von vier auf fünf erhöht.


Zwei Männer im Alter von 47 und 53 Jahren waren im Zusammenhang mit der Erkrankungswelle gestorben. Der Zustand eines 46-jährigen Mannes und einer 42-jährigen Frau ist noch kritisch, beide werden weiterhin intensivmedizinisch betreut. Bei den anderen Patienten schlägt die Therapie mit einem Antibiotika-Cocktail an. Sie werden nach Auskunft der behandelnden Ärzte rasch wieder fieberfrei. Sie waren mit hohem Fieber, trockenem Husten und Lungenentzündungen eingeliefert. Die Inkubationszeit bei Legionellen beträgt zehn bis 14 Tage.


Stand: 21.08.2013, 20.35 Uhr


Kommentare zum Thema (30)

letzter Kommentar: 25.08.2013, 12.48 Uhr

berta schrieb am 25.08.2013, 12.48 Uhr:
Woher die sicherheit, dass es sich um eine Klimaanlage als verursacher handeln müsse???????????????
Wolfjang schrieb am 24.08.2013, 21.50 Uhr:
Vielleicht ist es ja auch keine Klimaanlage, sondern eine Gemüse-Benebelungsanlage zum Auffrischen von Gemüse in der SB-Theke in einem Lebensmittelmarkt.
Herbert Kaiser schrieb am 23.08.2013, 15.54 Uhr:
Hallo heinzb aus nrw: "Lässt sich denn nicht über die Handydaten der Ort eingrenzen"? Nein, es sei denn sie könnten für jeden Erkrankten genau sagen, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit (minutengenau!) er sich infiziert hat. Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit mit den entsprechenden Symptomen, beträgt zwischen 2 bis 10 Tage! Schon allein deswegen ist es mit "Handydaten" nicht möglich, die Infektionsquelle zu indentifizieren. Auch hier sei mal darauf hingewiesen: was in Hollywood-Filmen gezeigt wird, ist Fiktion (=Märchen). In jener Traumwelt ist es ja auch möglich, durch das Versprühen von ein paar Litern geheimnisvoller Flüssigkeit die gesamte radioaktive Strahlung eines Kernkraftwerks zu "neutralisieren". Lassen Sie doch einfach die Fachleute ihre Arbeit machen, die sind nicht auf Sciencefiction-Ratschläge angewiesen.
heinzb aus nrw schrieb am 22.08.2013, 14.03 Uhr:
Lässt sich denn nicht über die Handydaten der Ort eingrenzen, denn die Betroffenen müssen sich doch alle an einer bestimmten Stelle aufgehalten haben, die Handynummern sind doch bekannt, nun muss verglichen werden und dann ist der Ort doch schon eingegrenzt, denke ich. Und die Verwendung der Daten ist in diesem Fall doch mehr als gerechtfertigt, meine ich auch.
@@Ruhig Blut schrieb am 22.08.2013, 11.42 Uhr:
Trotzdem verfall ich nicht in Panik.Viel mehr Angst hab ich vor Feinstaub und dessen Giftstoffen,denn dem kann man nun wirklich nicht ausweichen,und fordert jährlich viel mehtrTote als Legionelleninfektionen

Alle Kommentare anzeigen