Piloten mit Lasern geblendet Die gefährlichen Laserpointer

Gleich zwei Flugzeuge sind in NRW in der Nacht zu Freitag (16.09.2012) mit sogenannten Laserpointern attackiert worden - Piloten können dadurch geblendet und schwer verletzt werden. Die Polizei sucht nach den Tätern, deren Standort sie ermitteln konnte. Piloten fordern ein Verbot der Laser.


Zwei Piloten im Cockpit eines Flugzeug während eines Nachtflugs
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Laserangriffe kommen meistens bei Nacht, meistens im Landeanflug

Es sind zwei typische Fälle, wie sie so oft schon vorgekommen sind in den vergangenen Jahren: Flugzeuge, die relativ tief fliegen, weil sie im Landeanflug sind, werden von einem Laserpointer getroffen. Dieses Mal traf es eine Maschine über Recklinghausen, die auf dem Weg zum Flughafen Düsseldorf war, und eine Maschine über Gütersloh beim Anflug des Airports Münster/Osnabrück. In beiden Fällen konnte die Polizei herausfinden, an welchem Ort der Täter gestanden haben muss. Die Fahndung blieb bislang allerdings erfolglos.

Tätern droht Gefängnisstrafe

Wie die Standorte ermittelt werden können, erklärt ein Sprecher der Polizei Recklinghausen: Die Piloten geben den Winkel an, in dem der Laserstrahl auf die Scheibe des Cockpits traf, und unter Berücksichtigung der Flugdaten wie Höhe und Ort kann der Strahl bis zur Erde verfolgt werden. Die Täter zu finden, gestalte sich dennoch schwierig, weil die Errechnung des Standortes fehlerhaft sein könne, sagte der Sprecher. Wie auch immer: Es handelt sich um einen "gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr", weswegen den Tätern laut dem Polizeisprecher eine Geldstrafe oder sogar Gefängnis droht.

Durchschnittlich gibt es zwei Attacken pro Tag


Laserpointer von Vorne und von der Seite
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Die Deutsche Flugsicherung hat für das Jahr 2011 bundesweit 636 Laser-Attacken registriert. Das sind durchschnittlich fast zwei pro Tag. 2010 waren es noch 423, 2009 erst 122. Schutz für die Piloten gibt es kaum. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert schon lange, den Besitz der Laserstifte unter Strafe zu stellen. Das Problem sei, dass die Geräte eine immer stärkere Leistung hätten und dazu immer billiger würden, berichtet der Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg. Die herkömmlichen Lasergeräte, die wie Zeigestifte etwa für Vorträge benutzt werden, hätten lediglich ein Milliwatt, neuere Geräte aber die hundertfache oder tausendfache Leistung.

Pilot Handwerg: "Nur noch einen grünen Punkt gesehen"

Jörg Handwerg ist selbst Pilot und hat die Wirkung eines Laserstrahls schon selbst erfahren - allerdings nicht im Cockpit, sondern in der Fachhochschule Köln, wo Wissenschaftler die Wirkung erforschen. "Wer von einem Laser geblendet wird, kann mehrere Sekunden oder Minuten nicht mehr richtig sehen", sagt er. Er habe im Selbstversuch in einen Laserstrahl geschaut: "Ich habe sekundenlang nur noch einen grünen Punkt gesehen, egal wo ich hinschaute." Danach habe er noch eine ganze Weile wie durch einen rosa Schleier geguckt. Handwerg berichtet von einem Kollegen, der nach einer Laser-Attacke mehrere Tage arbeitsunfähig gewesen sei. In Amerika - wo Laserpointer ebenfalls ein Problem seien - habe ein Pilot wegen eines Augenschadens die Fluglizenz verloren.

Warum nehmen Menschen Laserpointer in die Hand und versuchen Piloten zu blenden? Jörg Handwerg vermutet dahinter Neugier und Spieltrieb. Meistens sei es wohl Gedankenlosigkeit, sagt er und fügt hinzu: "Sie können sich nicht vorstellen, dass das gefährlich sein kann."


Stand: 14.09.2012, 13.20 Uhr


Kommentare zum Thema (24)

letzter Kommentar: 17.09.2012, 18:42 Uhr

WDR.de schrieb am 17.09.2012, 18:42 Uhr:
Kommentar gesperrt. Bitte diskutieren Sie sachlich.
Skeptiker schrieb am 17.09.2012, 17:23 Uhr:
Ein Verbot ist zwecklos und überflüssig. Hier wird maßlos übertrieben. Versucht mal, einen Laserpointer in der Hand nur über 100 Meter ruhig auf ein DIN A 4 Blatt zu richten und dann soll das über hunderte Meter bei einem bewegten Ziel klappen? Noch dazu bei dem Winkel und von der Seite? Warum guckt der Pilot dann auch noch genau dahin? Alles seltsam. Im Übrigen kosten die Laser mit 1000facher Leistung ab 400 Euro aufwärts. Wird sich wohl kaum ein "Scherzkeks" leisten, nur um das mal auszuprobieren.
Dieter Breuer schrieb am 17.09.2012, 13:46 Uhr:
Ein Verbot kann ist keine Lösung. Was kommt dann danach ? - Ein Verbot von Küchenmessern, die können ja auch gefährlich werden ? - Ein Verbot von Gehwegplatten (oder allem, was schwer ist und von Autobahnbrücken geworfen werden kann) ? Diese Liste kann beliebig verlängert werden, da ja alles irgendwie missbraucht werden kann und dann potentiell gefährlich wird.
Quiet Earth schrieb am 17.09.2012, 12:30 Uhr:
@reni: Durch Fluglärm stehen auch Menschenleben auf dem Spiel. Aber deshalb mit Laserstahlen auf Flugzeuge zu zielen geht in der Tat ein bisschen, allerdings wirklich nur ein bisschen, zu weit. Wer weiß schon zu was andauernde Folter durch Lärmterror bei Betroffenen führen kann.
reni schrieb am 17.09.2012, 11:49 Uhr:
Das darf doch wohl nicht wahr sein. Weil ich ein Nachtflugverbot nicht durchsetzen kann setze ich Menschenleben aufs Spiel? Wie bitte?

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