"Krok" erstmals in NRW aufgetaucht Neue Horror-Droge aus Russland

Der Stoff heißt "Krok" oder "Krokodil", gilt als Heroinersatz, verfärbt die Haut grün-grau und ist lebensgefährlich. Die Droge aus Russland tauchte jetzt zum ersten Mal in NRW auf. Vier Menschen in Bochum haben eindeutige Symptome. Die Polizei fürchtet eine Krok-Welle.


Symbolbild: Spritze vor einem Totenkopf
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"Krok" heißt die neue lebensgefährliche Droge.

Im "Drogencafé" der Beratungsstelle "Krisenhilfe Bochum" waren Drogensüchtige aufgefallen, die angeblich Heroin konsumiert und "unerklärlich große Gewebeschäden hatten", wie der dortige leitende Arzt, Heinrich Elsner berichtet. Nachdem schließlich vier Drogensüchtige diese dramatischen Hautschäden hatten, war für Elsner und seine Mitarbeiter am Freitag (07.10.2011) klar: Das kann kein Zufall mehr sein - in Bochum ist Krok im Umlauf. Eine Droge, die Experten zwar kennen, die in Deutschland aber bisher kaum im Umlauf war.

Die Junkies hatten den Stoff, den sie für Heroin hielten, im Umfeld des Hauptbahnhofes gekauft. Hergestellt wird die billige Droge laut Polizei in Russland auf Basis von Codein-Tabletten, die dort frei in der Apotheke käuflich sind. Die Wirkung sei ähnlich wie Heroin - nur gefährlicher. Der erste Schuss macht schon süchtig. Wer den Stoff nimmt, hat laut Experten nur noch ein bis drei Jahre zu leben. In Russland heißt die Droge Krok, weil sich die Haut an der Einstichstelle zunächst grün färbt wie wie bei einem Krokodil.

Drogenwelle aus Russland?

Die Polizei in NRW befürchtet nun eine neue Drogenwelle mit Krok aus Russland. Wie eine Sprecherin des Landeskriminalamtes berichtet, sind die Fälle aus Bochum die ersten in NRW. Die dortige Polizei und die Krisenhilfe warnen jetzt gemeinsam vor dem tödlichen Stoff, der medizinisch Desomorphin genannt wird. "Es ist davon auszugehen, dass im Raum Bochum zurzeit Heroin verkauft wird, dem das lebensgefährliche Desomorphin beigemischt wurde", sagt Polizeisprecher Volker Schütte.

"Der Junkie verfault von innen"

Was mit Menschen passiert, die sich Krok spritzen, zeigen dramatische Videos und Fotos im Internet. Hautflächen am ganzen Körper verfärben sich und sterben ab. Nicht selten kommt es zu Amputationen von Körperteilen, zum Leberversagen und zu platzenden Blutgefäßen. "Der Junkie verfault von innen", heißt es drastisch in einem Internet-Forum zum Thema.

Fehlende Haut am Unterarm

Auch die Bochumer Süchtigen waren stark gezeichnet. Laut dem leitenden Arzt fehlte einem Betroffenen die komplette Haut am Unterarm. Dass sie Krok konsumiert haben, werden sie wahrscheinlich noch nicht einmal wissen. Der Unterschied zwischen Krok und Heroin sei nicht zu merken, sagt Heinrich Elsner. Die Situation ist dramatisch, weil die vier Menschen, die kein Zuhause haben, bisher nicht in Behandlung sind. Der Arzt und sein Team von der Bochumer Krisenhilfe hoffen jetzt, dass die Drogenabhängigen wieder einmal ins Café oder in die Beratungsstelle kommen, damit ihnen geholfen werden kann.


Stand: 11.10.2011, 12.23 Uhr


Kommentare zum Thema (97)

letzter Kommentar: 15.10.2011, 16:54 Uhr

Hör uff schrieb am 15.10.2011, 16:54 Uhr:
@Vernunftsmensch u.a.: Warum wundere ich mich nicht, dass es immer wieder äußerst schlichte Gemüter gibt, die sofort bei derartigen Themen den braunen Knüppel herausholen, um Meinungen, die der heutigen "political correctness" entgegenstehen, zu diffamieren (unter dem Mäntelchen von "Achtung, Ironie"). Diese Gutmenschen und weichgespülten Obrigkeitshörigen mit ihrer Mainstream-Meinung sind eine Geißel unserer Zeit. Und das sind genau diejenigen, die nach der Legalisierung von Drogen schreien und versuchen, Andersdenkende sofort in die rechte Ecke zu stellen und mundtot zu machen. Apropos Legalisierung von Drogen (explizit): Was wäre von Eltern zu halten, denen es sch...egal ist, wenn sich die KiTa-Tante oder der Grundschullehrer regelmäßig ihren/seinen Joint reinpfeift, um dann "beschwingt" mit dem Spiel/Unterricht fortzufahren? Die Jugendämter müßten ihr Personal vervierfachen. (Ebenfalls Achtung: KEINE Ironie, KEIN Sarkasmus!)
JES e. V. Mitglied schrieb am 13.10.2011, 18:18 Uhr:
Teil 1 Wenn ich lese, was hier größtenteils so zusammen geschrieben wird, schüttelt es mich. Es ist schon traurig, dass die politisch gewollte und rein ideologische Fehlinformation, die seit Jahrzehnten betrieben wird, hierzulande immer noch so gut funktioniert. Die Polemik, die einige Kommentatoren hier zum Besten geben, zeigt das überdeutlich. Da es den Anschein hat, dass es hier Schreiber gibt, für die die Frage der Schulzuweisung primär im Vordergrund steht, möchte ich mal anmerken, dass Drogenabhängigkeit nichts mit "Selbstverschuldung" zu tun hat. Der Begriff "Schuld" hat in diesem Zusammenhang nichts zu suchen. Schon seit längerem ist bekannt, dass Suchtkranke bereits mit der Veranlagung auf die Welt kommen. Aufgrund von Dopaminunterversorgung im Gehirn und dadurch bedingten ständigen Endorphinmangel (Prof. Borwin Bandelow)leiden sie unter einer permanenten Depression.
JES e. V. Mitglied schrieb am 13.10.2011, 18:17 Uhr:
Teil 2 Um zu verdeutlichen, was das für den Betroffenen bedeutet, ein Beispiel: Normalerweise ist der Mensch, wenn er etwas geleistet hat, stolz und glücklich. Er oder sie kann noch lange davon zerren. Oder Sie machen etwas, was Ihnen so richtig Spass macht. Auch davon werden Sie noch länger etwas haben. Menschen die suchtkrank sind oder es noch werden, können das nicht, aufgrund des Dopamindefizits im Gehirn! Jeder der so vorschnell urteilt und meint, Abhängige sind selber schuld etc., sollte sich mal die Frage stellen, welcher Mensch steht morgens auf und beschließt: Ich werde jetzt süchtig und versage für den Rest meines Lebens , damit alle anderen mich verachten und auf mich spucken können??" Es wird Zeit, dass die Gesellschaft ein menschenwürdiges Dasein für jeden Betroffenen einfordert und es einen radikalen Wandel in der bisherigen Drogenpolitik gibt, die die Betroffenen bisher vor allem kriminalisiert. Andererseits bietet man vermeindlicherweise Hilfe durch
JES e. V. Mitglied schrieb am 13.10.2011, 18:17 Uhr:
Teil 3 Ersatzstoffprogramme an, wodurch die Menschen letztendlich noch weitaus unfreier und abhängiger werden. Wieviele von Ihnen wissen eigentlich, dass Methadon nicht das selbe wie Heroin ist?! Es sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe! Nur das Methadon Menschen um ein vielfaches abhängiger macht und es Monate dauert, davon runter zu kommen. Wie gesagt: Monate! Es gibt noch Vieles, was ich zu dem Thema zu sagen hätte, aber das würde hier den Rahmen sprengen und man auch früh raus muß. Zum Schluß nur noch soviel, das Meiste was bisher drogenpolitisch geschieht, geschieht im Zeichen des amerikanischen WAR OF DRUGS. Ein Krieg, der nicht nur extrem teuer, sondern sinnlos und verloren ist! Ansonsten kann ich nur noch sagen, bevor man andere verurteilt oder gar Schlimmeres macht, sollte man sich erst einmal fragen, ob die eigene Aggression angebracht ist, gleichzeitig einmal hinter die Kulissen schauen, sich sachkundig machen und daran denken, wie man selber behandelt werden möchte! Gute Nacht und Ihnen allen eine gute Zeit!
Vernunftsmensch schrieb am 13.10.2011, 17:57 Uhr:
@Hör uff: Manche Menschen sind eben nicht so stark, sei es charakterlich oder körperlich und werden abhängig und driften ab. Weil diese Menschen schwächer sind soll man sie einfach verelenden oder sterben lassen? Soll man Behinderte Menschen demnächst vielleicht auch einfach umbringen, damit nur noch die "Stärksten" überleben? Vielleicht können wir im zweiten Anlauf ja doch noch eine Herrenrasse aufbauen ... (Achtung da war Ironie im Spiel)

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