Homöopathin spritzte Kortison: Anklage in über 1.700 Fällen
Eine Paderborner Ärztin soll über 500 Allergikern statt homöopathischer Mittel Kortison gespritzt haben. Die Bielefelder Staatsanwaltschaft erhob jetzt Anklage.

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Patienten wollten Homöopathie, bekamen aber Kortison
Gefährliche Körperverletzung, versuchte gefährliche Körperverletzung und gewerbsmäßiger Betrug in über 1.700 Fällen, so lauten die Vorwürfe der ostwestfälischen Ermittler. Die Ärztin habe sich mit ihrer angeblich homöopathischen Behandlung von Allergikern einen Namen gemacht, sagte Oberstaatsanwalt Horst Rürup. In der Heuschnupfenzeit hätten die Leute die Treppe im Hausflur hinunter Schlange gestanden, um eine Spritze zu bekommen. Patienten mit Heuschnupfen oder Neurodermitis hätten gerade wegen der Nebenwirkungen von Kortison eine Alternative gesucht. Die 42-jährige Ärztin versprach sie. Insgesamt habe die Frau dadurch ein betrügerisches Honorar von mehr als 30.000 Euro kassiert.
Behandlungsmethode blieb acht Jahre unentdeckt
Über 500 Patienten habe sie zwischen 2002 und 2010 eine rein homöopathische Behandlung versprochen. Tatsächlich soll die Ärztin jedoch kortisonhaltige Substanzen beigemischt haben. Da einige Patienten sich mehrfach spritzen ließen, beträgt die Zahl der angeklagten Fälle ein Vielfaches. Für die Spritzen zahlten die Leute jeweils zwischen 13 und 50 Euro in bar.
Teilweise gravierende Nebenwirkungen bei Patienten
Die Ermittlungen habe nach Auskunft der Staatsanwaltschaft eine Mutter und Ärztin ins Rollen gebracht. Nach der Spritze habe sie an ihrem Kind die für Kortison typische Rückbildung von Fettgewebe an der Einstichstelle beobachtet. Bei anderen Patienten veränderten sich die Blutfettwerte, der Mineralgehalt der Knochen oder die Patienten nahmen zu. 66 Kinder und Jugendliche und 125 Erwachsene litten nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter den zum Teil gravierenden Nebenwirkungen. Die beschuldigte Frau übe seit Beginn der Ermittlungen ihren Beruf nicht mehr aus. Bei ihrer Vernehmung habe sie angegeben, sie habe die Patienten über die Beimischung von Kortison aufgeklärt.
Stand: 06.08.2012, 18.55 Uhr
Kommentare zum Thema (2)
letzter Kommentar: 10.08.2012, 13:58 Uhr
- WDR.de schrieb am 10.08.2012, 13:58 Uhr:
- Posting wurde entfernt. Beschuldigungen können wir nicht ungeprüft stehen lassen
- WDR.de schrieb am 07.08.2012, 14:58 Uhr:
- Beitrag gesperrt. Bitte argumentieren Sie sachlich.
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