Armutsstudie der Bertelsmann Stiftung Weniger Kinder wachsen in Armut auf

Das Armutsrisiko für Kleinkinder sinkt - in NRW allerdings sehr langsam. Das ergab eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Weiteres Fazit: Im Vergleich deutscher Großstädte ist die Armutsquote in Gelsenkirchen besonders hoch.


Die gute Nachricht: Auch in Nordrhein-Westfalen sinkt die Zahl der armen Kleinkinder. Die schlechte Nachricht: In vielen Großstädten ist sie immer noch sehr hoch. Arm gelten laut Analyse die Kinder, die in Familien mit Hartz-IV-Bezug aufwachsen. Die Armutsquote in der Altersgruppe der unter Dreijährigen sank in Deutschland 2011 im Vergleich zum Vorjahr von 19,8 auf 18,2 Prozent und damit stärker als in den beiden Vorjahren, wie aus einer am Sonntag (21.10.2012) in Gütersloh veröffentlichten Auswertung der Bertelsmann Stiftung hervorgeht.

Schlusslicht Gelsenkirchen

Auch in NRW gehen die Zahlen zwar zurück, jedoch langsamer als in anderen Bundesländern. Allein im Ruhrgebiet liegen demnach sechs von bundesweit 14 Großstädten, in denen mehr als 30 Prozent der Kleinkinder in Armut aufwachsen. Die Stadt mit der bundesweit höchsten Armutsquote ist Gelsenkirchen. Dort wachsen 40,5 Prozent der unter Dreijährigen in armen Familien auf.

Auch in Essen (34,4), Duisburg (33,3), Dortmund (33,3), Oberhausen (32,0) und Wuppertal (31,2) haben Kleinkinder ein Armutsrisiko von mehr als 30 Prozent. Vergleichsweise gut schneiden Köln (22,9 Prozent) und Düsseldorf (21,5) ab. Nur Münster (18,1) und Bonn (20,2) liegen unter dem Landesdurchschnitt.


Stand: 21.10.2012, 13.47 Uhr


Kommentare zum Thema (20)

letzter Kommentar: 22.10.2012, 14:59 Uhr

Anonym schrieb am 22.10.2012, 14:59 Uhr:
Traurig genug, daß es "arme" Kinder bei uns gibt! Aber wenn Kinder ohne Frühstück in den Kindergarten oder in die Schule kommen, hat das wohl kaum finanzielle Gründe. Mutter/Vater müßten nur etwas früher aufstehen, als die Kinder. Auch in Hartz-IV-Familien kann für die Kinder ein Frühstück gemacht werden. Im Gegensatz zu Österreich sind bei uns die Lebensmittel relativ preiswert. Zum Beispiel 1 Liter Milch gibt es schon für weniger als 1 Euro! Und mancher Bäcker und/oder Supermarkt bietet auch Brot an, das nicht zu teuer ist. Für Saison-Obst und -Gemüse gilt das Gleiche. Manchmal könnte man den Eindruck haben, daß viele (junge) Mütter nicht in der Lage sind, frisches Gemüse zuzubereiten. Das ist allerdings mit Zeitaufwand verbunden. Konservendosen zu öffnen geht natürlich schneller, sind aber viel teurer!
goldi schrieb am 22.10.2012, 12:41 Uhr:
Hier geht es doch nicht um Geld für ein iphone, es geht um die Zukunft von Kindern aus Familien mit geringem Einkommen. Durch diese Situation sind auch die Bildungschancen dieser Kinder schlecht. Kinder mit gutem -finanziellen- Hintergrund besuchen bei gleichen und auch schlechteren Schulleistungen deutlich häufiger ein Gymnasium als Kinder aus finanziell schlechter gestellten Familien. Kinder sind Zukunft und darum sollten Kinder nicht in Armut aufwachsen müssen!
Sascha schrieb am 22.10.2012, 11:10 Uhr:
Verglichen mit anderen Ländern, geht es doch selbst den Ärmsten in D immer noch super. Also warum immer so ein Fass aufmachen?
Ubertino da Casale schrieb am 22.10.2012, 10:58 Uhr:
Interessant wäre ja erst einmal eine verbindliche Definition des Begriffes "Arm" für das heutige Deutschland festzulegen. Je nachdem wie hoch die Meßlatte dann gelegt wird, haben wir mehr oder weniger "arme" Kinder im Land. Wie bei allen Statistiken ist der Wert der Erhebung der Bertelsmann-Stiftung höchst relativ, und wie immer, kann sich jeder bestätigt fühlen.
Ralf B. schrieb am 22.10.2012, 09:18 Uhr:
Ich finde ja, dass man viel (!) zu früh anfängt von Armut zu sprechen. Wirklich arm ist in meinen Augen nur wer wirklich hungern muss und nicht wer nur kein Geld für ein IPhone hat.

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