Erste Altkennzeichen in Recklinghausen Die "Eins" ist der Renner

Elf Altkennzeichen in NRW sind wieder erlaubt. Den Anfang macht Dienstagmorgen (13.11.2012) das Straßenverkehrsamt des Kreises Recklinghausen mit "CAS" für Castrop-Rauxel und "GLA" für Gladbeck. Ein Gespräch über Einsen, die Umkennzeichnung und Heimatgefühle.


 Nummernschilder mit den Kennzeichen RE und GLA spiegeln sich am
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Eld Altkennzeichen in NRW sind wieder erlaubt


Hoher Besuch im Straßenverkehrsamt: NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) war am Dienstagmorgen (13.11.2012) sehr früh nach Recklinghausen gefahren, um dabei zu sein, wenn die ersten Altkennzeichen in NRW vergeben werden. Am Mittwoch (14.11.2012) wird in Ennepe-Ruhr-Kreis wieder das Kennzeichen "WIT" vergeben. Die anderen Kreise folgen. WDR.de sprach mit der Leiterin des Straßenverkehrsamts in Recklinghausen, Ulrike Engbers, über das Revival der alten Abkürzungen.

WDR.de: Frau Engbers, haben Ihnen die Altkennzeichen-Liebhaber am Dienstag früh das Straßenverkehrsamt eingerannt?


Ulrike Engbers: Eher Presse, Hörfunk und Fernsehen, die Bürger weniger. Es war sehr ruhig. Wir haben bis zum Vormittag 33 Umkennzeichnungen für Castrop vorgenommen und insgesamt 19 Umkennzeichnungen für Gladbeck. Das war also in keiner Weise zu vergleichen mit dem Andrang am 1. Oktober, als wir die Reservierung der Kennzeichen vorgenommen haben. Da haben uns die Bürger wirklich die Bude eingerannt. Da waren innerhalb von drei Stunden rund 300 Kennzeichen reserviert.

WDR.de: Wie viele Autofahrer wollen denn mit "CAS" und "GLA" statt "RE" durch die Gegend fahren?

Engbers: Wir haben knapp 1.600 Altkennzeichen reserviert. Für Castrop 919 und für Gladbeck 561. Die Autofahrer, die eine Umkennzeichnung wollen, aber kein besonderes Wunschkennzeichen brauchen, haben ja Zeit. Die können noch immer in den kommenden Tagen kommen, da läuft nichts weg.

WDR.de: Sind Ihnen schon besonders kreative Kombinationen mit den neuen Abkürzungen "CAS" und "GLA" untergekommen?

Engbers: Heute Morgen ist ein Auto umgekennzeichnet worden mit "CAS-A-1". Und dann gibt es noch "CAS-BM-1" für den Bürgermeister. Weil Castrop und Gladbeck komplett neu ausgegeben worden sind, ist die Palette ziemlich groß. Da waren auch attraktive Nummernschilder und interessante Kombinationen möglich, die unter dem alten "RE" natürlich schon vergeben waren.

WDR.de: Was sind denn attraktive Nummernschilder?

Engbers: Es sind viele Nummernschilder mit der "1" reserviert worden. Und ansonsten Initialen und Geburtsdaten.

WDR.de: Und was kostet die Umkennzeichnung?

Engbers: Zwischen 35 und 80 Euro. Je nach dem ob ein neuer Fahrzeugbrief ausgestellt werden muss. Das hängt vom Einzelfall ab.

WDR.de: Was glauben Sie, warum ist den Menschen ihr Nummernschild so wichtig?

Engbers: Das ist ein Stück Heimat, ein Stück Stadtverbundenheit. Der Kreis Recklinghausen ist weiter weg, er ist anonymer. Ich denke, das ist ein Heimatgefühl, das der Bürger dann mit dem Nummernschild ausdrücken kann.

Das Interview führte Jenna Günnewig


Stand: 13.11.2012, 11.18 Uhr


Kommentare zum Thema (24)

letzter Kommentar: 16.11.2012, 07.15 Uhr

Kevin Tomte schrieb am 16.11.2012, 07.15 Uhr:
Endgeil, habe endlich mein CAS Kennzeichen. Ich fand das ätzende RE Schild schon immer endmadig. Habe mit meinem neuen Kennzeichen erst mal den Lift genommen und bin 100 Kilometer durch die Gegend gecruised, geiles Feeling. Meine Homies checken jetzt auch, ob die sich ein CAS Kennzeichen klarmachen, ist leider geil.
Glasnagel schrieb am 15.11.2012, 17.32 Uhr:
So`n Scheiss, da woll`t ich unseren Glasereitransit ein GLA-SS Kz. verpassen - ging nich - "SS historisch vorbelastet". Bei "unserer belasteten Vergangenheit" hoert die Geldschneiderei (wenigstens fuer uns Nichtjuden) dann doch auf.
CAS-X1 schrieb am 15.11.2012, 17.05 Uhr:
Als ich muss sagen, ich kann die Kritiker nicht verstehen.: "Wunschkennzeichen" gabs doch auch schon vorher und die "neuen" alten Kennzeichen kosten der Allgemeinheit kein Geld (im Gegenteil haben die Klammen Städte dadurch eine schöne zusätzliche Einnahme), und alles ist Freiwillig. Wer keins will, braucht auch keins nehmen. Ich bin jedenfalls total happy mit meinen neuen CAS-Kennzeichen und habe bisher auch nur Leute erlebt, die positiv reagiert haben, als sie es an meinem Auto bemerkt haben.
Driver schrieb am 14.11.2012, 10.14 Uhr:
Ich versteh die Aufregung mancher Bürger absolut nicht, kann es mir allerdings erklären: Egoismus. Frei dem Motto: "Was ich nicht mag und will, darf auch kein Anderer mögen oder wollen". Wem, wie auch manch einer schrieb, schadet denn ein solches Kennzeichen?? Der Justiz garantiert nicht, denn die gehen über ne zentrale Datenbank an Kennzeichen ran, um an den Halter zu kommen. Egal ob da jetzt RE oder CAS vorne steht. Der Halter is derselbe. Es könnte natürlich auch eine gewisse Spur Neid im Spiel sein. Neid von jenen, die in einer Stadt wohnen, welche 1. kein Altkennzeichen beantragt hat und/oder 2. gar kein Altkennzeichen hatte, obwohl sie nicht so klein ist. Warum man jetzt die Eingemeindung rückgängig machen sollte, ist mir zwar ein Rätsel, weil es hier lediglich um nen Stück weißes Blech mit schwarzer Schrift geht, abere naja. Ein Grund, das nicht zu tun, wäre, dass dadurch erst die Gelder verschwendet würden: Neue Verwaltung, usw, usw. Gönnt dem Nachbarn doch mal was.
Überflussgesellschaft schrieb am 14.11.2012, 07.56 Uhr:
Dieses Haustürtum interessiert wahrscheinlich mehr den rundum bürgerversicherten Beamten, denn den im globalen Niedriglohnsektor arbeitenden Beitragszahler des DGB. Nichtsnutzige Beschäftigung unterbeschäftigter Staatsdiener? Vielleicht sollte jeder Beamte mal ein Kennzeichen, welches bei Verfolgung von Effizienz und Tätigkeit bestesns eingestzt werden könnte.....

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