Vorschlag des Bundesverkehrsministers: Freie Wahl der Autokennzeichen?
Städte und Gemeinden sollen ihre Kfz-Kennzeichen künftig frei wählen dürfen. Das plant Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Der NRW-Landkreistag befürchtet Probleme bei der Kriminalitätsvorbeugung.
![Bildrechte: WDR/dapd[M] Peter Ramsauer (CSU), Bundesverkehrsminister](/themen/politik/autokennzeichen110_v-WDRPortraitKlein.jpg)
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Verkehrsminister Ramsauer: "Ausdruck von Heimatliebe"
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will nicht nur Altkennzeichen wieder zulassen, sondern auch die Einführung völlig neuer Kennzeichen ermöglichen. "Kennzeichen sind für die meisten Autofahrer eine Herzensangelegenheit. Sie sind Ausdruck von Heimatverbundenheit, Heimatliebe und Identifikation", teilte der Minister am Montag (20.08.2012) mit. Künftig könnten Fahrzeughalter "durch ihr Kennzeichen wieder die Zugehörigkeit zu ihrem Herkunftsort, ihrer Gemeinde, Stadt oder Region zeigen."
"Zersplitterung der Kennzeichen-Landschaft"
Kritiker befürchten ein unüberschaubares Durcheinander. "Fährt bald jeder sein Auto mit beliebiger Buchstaben-Kombination auf dem Kennzeichen?", fragt der NRW-Landkreistag am Montag in einer Pressemitteilung. Mit der praktisch vollständigen Freigabe der Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen drohe "eine weitere Zersplitterung der Kennzeichen-Landschaft", die sich auch negativ auf die Kriminalitätsvorbeugung und -bekämpfung auswirke. "Gerade gegenüber auswärtigen Kennzeichen ist die Sensibilität der Bevölkerung etwa im Fall von Einbruchdiebstahl deutlich ausgeprägt", so der Hauptgeschäftsführer des NRW-Landkreistages, Martin Klein.
Das NRW-Innenministerium wies die Bedenken zurück: An der Feststellung der Fahrzeughalter ändere sich nichts - alles Weitere sei "eine Sache der Gewöhnung", sagte Sprecher Wolfgang Beus zu WDR.de. Ebenfalls keine Bedenken sind vom NRW-Städtetag zu hören: "Die Einführung von Autokennzeichen ist Sache der Kommunen und stärkt deren Selbstverwaltung", sagte ein Sprecher am Montag zu WDR.de.
Bald auch "LÜN" und "WIT"?
Nach einem Bericht der "Westfälischen Rundschau" vom Montag eröffnen die geplanten Neuregelungen den Zulassungsbehörden die Möglichkeit, "mehrere Unterscheidungskennzeichen für einen Verwaltungsbezirk" auszugeben. Beispiele: Innerhalb des Kreises Unna (UN) sei dann auch das Kennzeichen "LÜN" für Lünen zulässig, im Ennepe-Ruhr-Kreis (EN) auch "WIT" für Witten. Und Städte, die in der Vergangenheit nie ein eigenes Kennzeichen im Nummernschild führten, könnten eine neue Buchstabenkombination wählen.
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Video:
Freie Wahl der Autokennzeichen?
(01:48 Min.)
WDR aktuell vom 20.08.2012
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Freie Wahl der Autokennzeichen?
Stand: 20.08.2012, 11.29 Uhr
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- Eine Herzensangelegenheit namens LÜN [tagesschau.de]
Kommentare zum Thema (46)
letzter Kommentar: 21.08.2012, 19:22 Uhr
- Robert schrieb am 21.08.2012, 19:22 Uhr:
- @Thomas, das ist doch noch schlimmer, dass Herr Rammsauer auf jede Bimmelbahn aufspringt. *weiterzerreiß*
- Thomas schrieb am 21.08.2012, 15:29 Uhr:
- Das Herr Ramsauer jetzt mit den Kennzeichnen kommt, ist ja nur darauf zurückzuführen, das bereits seit Anfang 2011 viele Kommunalpolitiker ihre alten Kennzeichen zurück haben wollten. Er reagiert nur und agiert nicht. Macht euch mal schlau, bevor ihr den Mann zerreißt!
- WDR.de schrieb am 21.08.2012, 15:14 Uhr:
- Beitrag gesperrt. Bitte posten Sie zum Thema.
- kaeptn schrieb am 21.08.2012, 14:36 Uhr:
- Ich finde das gut. Das alle glauben ich käme aus METTmann, ist doch wirklich ätzend. Was ich nicht verstehe: Alle schreien nach mehr Freiheit, jetzt kriegen die Kommunen mehr Freiheit, und schon wieder wird rumgeschrien.
- Theodor Bratze schrieb am 21.08.2012, 13:48 Uhr:
- Ich war früher Sachbearbeiter in der KFZ-Zulassungsstelle Hilchenbach-Wertmer. Da war es an der Tagesordnung, dass der Chef seine Wunschkennzeichen bekam - auch ohne Heiermann. Ich habe mich nie dagegen aufgelehnt. Ich hätte ja eh keine Chance gehabt. Und bald soll jeder sein eigenes Wunschkennzeichen kreieren dürfen. In was für einer Welt leben wir? Wobei mein Chef früher immer DO-OF 489 hatte. Er hatte sich einmal vertan.
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