Katzenrettung in Essen Mieze im Schacht

Vier Stunden lang hat die Feuerwehr Essen am Samstag (29.09.2012) versucht, ein Kätzchen zu befreien. Erst mit der Drehleiter, dann mit Hammer und Meißel. Am Ende konnte das Tier seinem Besitzer unverletzt übergeben werden.


Katze in Lüftungsschacht gefangen, aufwändige Rettung durch Essener Feuerwehr.
Bild 1 vergrößern +

Katzenrettung dauerte vier Stunden

Eigentlich wollte "Flöckchen" nur ein Sonnenbad nehmen. Um sich die vielleicht letzten Septembersonnenstrahlen auf den Bauch scheinen zu lassen, war das Kätzchen am Samstagmittag (29.09.2012) auf das Dach eines Mehrfamilienhauses in Essen-Holsterhausen geklettert. Doch nach dem Bad kam der Schrecken: "Flöckchen" gelang es nicht, wieder nach unten zu kommen. Also wurde die Feuerwehr benachrichtigt. Allerdings verschlimmerte diese die Lage zunächst. Denn "Flöckchen" geriet in Panik und flüchtete vor der Drehleiter in einen Lüftungsschacht. "Rettungsversuche mit einem in den Schacht hinabgelassenen Tuch blieben erfolglos", berichtete ein Feuerwehrsprecher am Sonntag.

Loch in der Wand, Katze im Schacht

Also mussten die Einsatzkräfte, die zu elft vor Ort waren, zu schwererem Gerät greifen. Als die ungefähre Position des Kätzchens zu erkennen war, schlugen sie mit Hammer und Meißel ein Loch in eine Wand, die an den Schacht grenzte. Doch "Flöckchen" blieb im Dunklen. Erst als die Einsatzkräfte im Badezimmer einer Wohnung im zweiten Stock einen elektrischen Lüfter ausbauten und vor dieses Loch Futter und einen Korb stellten, endete die Katzenmisere. "Flöckchen" ließ sich lange Zeit, doch dann streckte das Kätzchen vorsichtig seinen Kopf aus dem Loch, um dann laut Mitteilung der Essener Feuerwehr "elegant in den Wäschekorb zu gleiten". Das Katzenherrchen konnte den angestaubten und unverletzten Ausbüxer glücklich in den Arm nehmen.

Die Kosten für "Flöckchens" Rettung trägt der Steuerzahler. "Laut gesetzlichem Auftrag sind wir auch für Tiere da", erklärte der Sprecher der Feuerwehr Essen.


Stand: 30.09.2012, 13.55 Uhr


Kommentare zum Thema (9)

letzter Kommentar: 02.10.2012, 07:54 Uhr

ich schrieb am 02.10.2012, 07:54 Uhr:
Wo ist das Problem! die Leute werden auch bezahlt, wenn sie im Gebäude sitzen und auf einen Einsatz warten! Warum sollten sie dann nicht ein Tier retten dürfen?? Meint ihr da entstehen extra Kosten? Das ist doch Schwachsinn! Die Feuerwehr soll Leben retten! Und das muss nicht nur menschliches sein!!
Herbert Kaiser schrieb am 01.10.2012, 17:48 Uhr:
Jerry: genau! Der Bauer, dem die Kuh in den Fluss fällt, soll gefälligst dafür bezahlen, dass die Feuerwehr sie wieder heraus zieht. Und der Schäfer, dessen Schaf sich in einem Zaun verfängt, soll gefälligst zahlen. Und der Autofahrer, nota bene, der in den Graben oder gegen den Baum fährt, soll zahlen. Im letzteren Fall würde ich dem sogar zustimmen, denn meistens sind's diese Leute wirklich selber schuld. Aber Sie haben das Prinzip nicht verstanden: aus Steuergeldern werden Fachleute bezahlt, die für bestimmte Fälle bereit stehen: Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei. Da der Bürger diese Dienstbereitschaft auch bereits bezahlt, sind die konkreten Einsätze kostenlos (böswillige Absicht ausgenommen). Das ist das Solidar- und auch das Versicherungsprinzip: Viele zahlen für den Fall der Fälle, der Einzelne, bei dem der Fall eintritt, zahlt nicht extra. Ihnen schwebt aber wohl eine Art Strafe vor für Einsätze, die Sie persönlich als unnütz empfinden. So funktioniert das aber nicht.
Jerry schrieb am 01.10.2012, 16:04 Uhr:
Warum sollten solche Kosten nicht von einer Tierhalterhaftpflichtversicherung übernommen werden wenn ein Besitzer zuzuordnen ist? Wer keine hat sollte selbst zahlen. Ein Tierhalter muss m. M. nach seiner Aufsichtpflicht nachkommen.
Nobby Hartwig schrieb am 01.10.2012, 06:44 Uhr:
Nette Story, mit erfreulichem Happy End
Kater Paul schrieb am 30.09.2012, 23:50 Uhr:
Welche Kosten sind schon enstanden? Die Feuerwehrleute werden ja wohl ohnehin im Dienst gewesen sein.

Alle Kommentare anzeigen