Messe "Jagd und Hund" eröffnet: Halali in Dortmund
Denken Sie bei "Jagd und Hund" auch an grüne Lodenmäntel und Hornbläser? WDR.de hat sich auf der Messe der Waidmänner umgesehen und traf unter anderem auf arbeitswütige Hunde, Aliens und einen Mann, der Schweine neugierig macht.
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Roman Wüst mit seinem Uhu. Der große Vogel macht auf der Messe Werbung für eine Jagdschule. (Fotostrecke 1)
Die Westfallenhalle 4 ist ein echtes Jagdrevier - jedenfalls für Schnäppchensammler mit Jagdschein. Am Outdoor-Stand geraten gestandene Kerle ins Schwärmen. Links kistenweise Ringeltauben aus Plastik, rechts die Faserpelzsocken im Angebot für 4,99 Euro. Dahinter ein Körbchen voller Taschenmesser und mittig dieser hübsche Dreibeinhocker aus der Serie "Münsterland". Da kann selbst der Waidmann in einen Kaufrausch kommen.
Sechs Tage lang treffen sich in den acht Dortmunder Messehallen Jäger, Angler, Naturfreunde und Hundebesitzer. Sie halten Ausschau nach den neuesten Ködertrends, nach Jagdwaffen, nach Waidmannsliteratur und Anglerbedarf. Sie beraten Gleichgesinnte und demonstrieren ihr Können vor Publikum.
Auf der Pirsch - dem Hund zuliebe

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Janine Brunner mit Jagdhündin "Liana".
Mit über 700 Ausstellern ist die Dortmunder Messe "Jagd und Hund" die größte ihrer Art in Europa. Rund 350.000 Jäger sind allein in Deutschland registriert. Und zehn Prozent von ihnen sind weiblich. Doch genug der Zahlen. Wieso geht einer überhaupt unter die Jäger? Janine Brunner zum Beispiel hat es ihrem Hund zuliebe getan - einem slowakischen Vorstehhund mit rauem Silberfell und hypnotischem Blick. "Ja wirklich, ich hab den Jagdschein gemacht, damit ich meinem Jagdhund gerecht werde." Der nämlich brauche Beschäftigung und wäre mit zwei kleinen Gassirunden am Tag nicht zufrieden. Jetzt also geht Frauchen mit auf die Pirsch, schießt Sauen, Hasen und Fasane. Nur bei Rehen kann sie den Abzug nicht drücken. "Die sind einfach zu hübsch."
Aliens in Rhein und Ruhr

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Alien in NRW-Flüssen: Die Grundel
Halle 5 ist das Anglerparadies. Vom Gummistiefel bis zur Angelrute - hier dreht sich alles um die Jagd im Wasser. Lebende Fische gibt es auch zu sehen. Doch was da in zwei Aquarien des Fischereiverbandes NRW durch die Becken dümpelt ist eher als Warnung zu verstehen. Ausgestellt werden Sonnenbarsche und Grundeln, ungebetene Einwanderer, die sich in NRW-Flüssen zuhauf vermehren und heimische Arten massiv verdrängen. Der Sonnenbarsch war ursprünglich ein Zierfisch aus dem Zooladen. Von Aquarienbesitzern ausgesetzt, landete er schließlich in den Flüssen. Die Grundel hingegen ist ein Einwanderer aus dem Schwarzen Meer, der über neu gebaute Kanäle zu uns kam. Jetzt frisst die Grundel vor allem heimische Jungfische. "90 Prozent aller Fische im Uferbereich unserer Flüsse sind Grundeln", sagt Anika Rohde vom Fischereiverband. Jetzt setzen die Angler auf tierische Räuber wie Hecht und Zander, die ihr Fressverhalten hoffentlich bald ändern und künftig vermehrt Jagd auf "Aliens" machen.
Bei jedem Biss ein Glücksgefühl

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Liebt das Angeln: Andreas Schumacher
Auf die Jagd geht auch Andreas Schumacher - seit über 50 Jahren. Jetzt ist der Mann aus Bonn über 70 und angelt immer noch aus Leidenschaft. Was ist denn nun der Reiz des Angelns? "Wenn der Fisch beißt, bekomme ich ein Glücksgefühl", strahlt Schumacher. Kein bisschen Mitleid also? "Ich setze die Fische doch alle wieder ins Wasser. Und bei den Ködern feile ich vorher alle Haken ab."
Ein paar Meter weiter hat Benedikt Götzfried seinen Stand. Er verkauft bunte Kunstköder, sie sich im Zick-Zack-Kurs an der Wasseroberflächebewegen. "Damit kann man viel spektakulärer angeln, weil man sieht, wie der Fisch sich den Köder schnappt." Vor allem Raubfische wie Barsche beißen gerne an der Oberfläche. "Die springen dabei richtig aus dem Wasser", erzählt Götzfried. Dennoch muss der Mann aus Memmingen hier im Ruhrgebiet noch viel Überzeugungsarbeit leisten. Die meisten Angler lassen ihren Köder immer noch im Wasser versinken.
Ein sauguter Imitator

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Imitiert den Ruf der Sau: Klaus Weisskirchen
Auch Klaus Weisskirchen lockt hauptberuflich wilde Tiere. Doch braucht er dazu weder Plastikattrappen noch Köderhappen. Weisskirchen ruft seine Beute einfach. Auf dem Tischchen vor ihm liegen seine Lockmittel. Eine kleine Holzpfeife zum Beispiel, mit der er den Schrei eines sterbenden Hasen imitiert. "Um den Fuchs zu locken." Akustisch eindrucksvoller aber ist der große Holzlocker, mit dem er die Wildschweine im Wald in die Irre führt. Weisskirchen bläst vorne hinein und hinten kommt ein tiefes Grunzen heraus. Klappt immer, versichert der Mann, der schon mit 14 Jahren seine erste Lockpfeife baute. "Schweine sind gesellig und neugierig." Ach ja, nicht nur Sauen kann man mit dem Lockholz locken. Auch mindestens 300 Messebesucher seien bis zum Nachmittag schon an seinem Stand stehen geblieben, lacht Weisskirchen.
Stand: 30.01.2013, 06.00 Uhr
Kommentare zum Thema (39)
letzter Kommentar: 31.01.2013, 17:18 Uhr
- Jägerseele schrieb am 31.01.2013, 17:18 Uhr:
- ProJagd , Du willst Jäger sein !!?? Du bist kein Jäger, Du bist einer von denen, für die wir Jäger uns schämen
- Anonym schrieb am 31.01.2013, 07:21 Uhr:
- @ Pro Jagd...endlichmal einer, der stellvertretend für alle Jäger spricht. noch mehr kick wäre es, wenn der Jäger, Jäger jagen könnte.
- Bert Brech schrieb am 31.01.2013, 04:36 Uhr:
- Fuer die Gutmenschen kommt das Fleisch sowieso vom EDEKA.
- Veritas schrieb am 30.01.2013, 18:38 Uhr:
- Intoleranz, Besserwisserei, Verunglimpfung und VIELES MEHR - weshalb koennen viele der Kommentatoren nicht DAS HOBBY ANDERER MENSCHEN RESPEKTIEREN ? Wir lieben die Natur, die Tiere und sind keine Jaeger, trotzdem sehen wir die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Revierarbeit ein. Hat vielleicht etwas damit zu tun, dass wir nicht nur einseitig argumentieren sondern ALLE SEITEN ANHOEREN und auch mal kontroverse Ansichten fair bewerten. Leider zeigt sich hier wieder die "haessliche" Seite unserer so viel zitierten "offenen Gesellschaft - oder ?
- WDR.de schrieb am 30.01.2013, 16:28 Uhr:
- Kommentar gesperrt. Bitte keine Beleidigungen.
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