Polizei NRW geht vorerst offline Ruf 110, wenn die Internet-Wache zu ist

Von Sven Gantzkow

Anzeigen erstatten, sachdienliche Hinweise geben - im digitalen Zeitalter ist das auch übers Netz möglich. Doch eine Sicherheitslücke zwingt die Polizei NRW, offline zu gehen. Bis mindestens 9. Februar werden sämtliche Dienststellen und auch das Landeskriminalamt vom Netz genommen.


Ein Computer Code auf einem Bildschirm
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Die Internetwache der NRW-Polizei muss eine Sicherheitslücke beheben

110, das wurde einem schon als Kind eingebläut, ist die Nummer, die man wählen muss, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Im digitalen Zeitalter gibt es aber auch andere Wege, mit den Gesetzeshütern in Kontakt zu treten, unter anderem die Internetwache der Polizei NRW unter www.polizei.nrw.de. Hier kann man Anzeige erstatten oder Hinweise geben - allerdings nur, wenn die Seite auch erreichbar ist. Sei Dienstag (31.01.2012) ist sie das nicht. Und laut Pressemitteilung des Landeamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) wird sie das wohl auch mindestens bis Donnerstag kommender Woche (09.02.2012) nicht sein. Betroffen ist nicht nur die Internetwache, sondern auch die Seiten sämtlicher Polizeidienststellen in NRW, ebenso das Landeskriminalamt. Journalisten, die eine Kontaktnummer suchen, Bürger, die sich über die Arbeit der Polizei informieren wollen - wer Informationen zu den jeweiligen Leitstellen und Wachen vor Ort sucht, blickt derzeit in die Röhre oder muss versuchen, über Umwege ans Ziel zu gelangen.

"Vorübergehend nicht in Betrieb"

"Aufgrund von Wartungsarbeiten" seien die Seiten "vorübergehend nicht in Betrieb", heißt es in einem Hinweis, der angezeigt wird, wenn man die Adresse der NRW-Polizei eingibt. "Es gab Hinweise auf einen Hackerangriff, dem mussten wir nachgehen", sagt Wolfgang Beus, Pressesprecher beim NRW-Innenministerium. Der Verdacht eines Angriffs habe sich nicht bestätigt, aber es seien Sicherheitslücken entdeckt worden, die nun geschlossen werden müssten. "Natürlich haben wir, gerade als Polizei, besonders hohe Ansprüche an die Sicherheit unserer Webangebote", sagt Beus.

Allerdings wirken mindestens neun Tage, in denen eine Institution wie die Polizei nicht über das Netz erreichbar ist, auf den ersten Blick doch recht lang. Beus sieht das locker: "Das Internet nimmt zwar immer mehr an Bedeutung zu, aber die Menschen wissen schon, wie sie uns kontaktieren können." Bis vor einigen Jahren habe es die Internetwache schließlich ja noch gar nicht gegeben.

Gravierende Mängel?

"Es kommt darauf an, was es für Sicherheitslücken sind, die geschlossen werden müssen", erklärt Daniel Eßer, IT-Experte beim WDR, warum es bei Wartungsarbeiten schon mal länger dauern kann. "Wenn es an den Konfigurationsdateien des Servers liegt, kann sich die Reparatur durchaus über mehrere Tage erstrecken." Über eine Woche hält allerdings auch er für "ziemlich lang". "Da müssen doch heftigere Probleme vorliegen", ist seine Einschätzung. Beispiele für solche Probleme könnten Lücken bei der Firewall oder Mängel am Webserver sein. "Natürlich sind es bei der Polizei besonders sensible Daten, die dort ausgetauscht werden. Insofern sind die Anforderungen hoch", sagt Eßer. Andererseits handele es sich bei der Polizei aber auch um eine Institution, die ein hohes Interesse daran habe, über das Netz erreichbar zu sein. Deswegen geht er von "gravierenden Mängeln" aus, die behoben werden müssen.

In der Zwischenzeit, heißt es in der Mitteilung des LZPD, werden die Bürger gebeten, sich "im Bedarfsfall an die nächste Polizeidienststelle zu wenden" - oder die 110 zu wählen. Ganz wie in alten Zeiten.


Stand: 03.02.2012, 09.17 Uhr


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Kommentare zum Thema (4)

letzter Kommentar: 04.02.2012, 11:42 Uhr

Task schrieb am 04.02.2012, 11:42 Uhr:
@Hmm...hälst Du Deinen Post für intelligenter? Wer sich darüber freut, dass Organisationen die zu seinem Schutz existent sind, angegriffen oder sabotiert werden, sollte sich nicht anmaßen über Kommentare Anderer zu urteilen oder diese zu bewerten. Die Aussage von russ ist gar nicht so verkehrt! Hast Du schonmal an Personen mit Handicap gedacht, die vielleicht nicht in der Lage sind mal eben zur nächsten Polizeiwache zu laufen und dort Ihr Anliegen vorzutragen? Nein, natürlich nicht....Hauptsache die eigene Schadenfreude wird befriedigt. Purer Egoismus! Übrigens: Wenn Du es besser könntest, gründe eine Firma, mach der Polizei ein Angebot und steh für die Sicherheit selbst gerade. Dann sehen wir, wie unfehlbar Du bist.
Hmm schrieb am 03.02.2012, 22:25 Uhr:
@russ....welche schnelle Rettung? Wer hat sich WAS ausgedacht? Welche Arbeiter sind hier tangiert? Der Post ist absolut sinnfrei. Im Übrigen würde ich bei Gefahr immer die 110 rufen. Und nur dazu würde ich eventuell die Polizei bemühen. Ansonsten freut es mich, für wen auch immer, dass die angebliche Sicherheit und die angeblichen IT-Experten bei der Polizei oder die für sie arbeiten lächerlich gemacht wurden.
russ schrieb am 03.02.2012, 17:39 Uhr:
das ist nicht in ordnung,dadurch die Schnelle Rettung beeinträchtgt ist, Es solte so bleiben . Dadruch ist die Schnelle Rettung nicht mehr Sichergstellt. Der sich so etwas ausgedacht hat möchte sich wohl profoliren,um einen Zusätzlichen Stern zuergattern damit er in eine höhere Gehaltssufe Übernommen wird. Und Schönen Gruß an den Arbeiter.
Nerd schrieb am 03.02.2012, 11:43 Uhr:
die Sicherheitslücke besteht aus einer falschen Berechnung des Bräunungsgrades eines Brotes? Ich würde gerne helfen allerdings mag ich Visual Basic nicht besonders