Ideenpark in Essen Testen, Tüfteln, Staunen

Von Katja Goebel

Was haben Sandfische mit Solarstrom zu tun? Wie entsteht ein guter Popsong? Kann man auch ohne Schnee Ski fahren? Rund 1.500 Forscher, Tüftler und Studenten verwandeln die Messe Essen ab Samstag (11.08.2012) in einen "Ideen Park". Das Ziel: junge Leute für Technik begeistern.


Moderatorin Anke Engelke in Essen bei der "Night of Innovation" zum "IdeenPark 2012" neben dem Roboter "Asimo" auf der Bühne.
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Moderatorin Anke Engelke bei der "Night of Innovation" zum IdeenPark 2012 neben dem Roboter Asimo

Messehallen waren gestern. Wenn der IdeenPark in Essen öffnet, sprechen die Macher lieber von Quartieren. Und die haben auf der Technikmesse klangvolle Namen - zum Beispiel WeltraumBahnhof, PatentAmt, RecyleBar oder FunBox.

Was also ist der IdeenPark, der von der Thyssen-Krupp AG initiiert, vor allem junge Leute 13 Tage lang für Technik und Naturwissenschaften begeistern soll? Die Messe ist eine Art Gipfeltreffen für Technik und Bildung. Über 150 Unternehmen, Institute und Fachhochschulen machen mit, präsentieren Forschungsergebnisse, veranstalten Workshops und lassen sich bei der Arbeit auf die Finger schauen. Die Technik zum Anfassen soll bestenfalls einen Impuls auslösen, nach dem Motto: Wer etwas begreift, kann sich auch schneller dafür begeistern.

Neugier genügt


Kind bei einem Experiment
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Junge Messebesucher erwünscht

Mobilität der Zukunft, Energieeffizienz und Rohstoffkreisläufe - wie vermittelt man das bloß einem 12-Jährigen? Vielleicht in dem man die jungen Messebesucher einfach selbst eine Nockenwelle bauen lässt, ihnen die stärkste Gasturbine der Welt präsentiert oder ihnen erklärt, welche Rohstoffe in ihrem Handy schlummern.

Im Messequartier "SchlauLoPolis" sind Geistesblitze gefragt. Hier genügt die reine Neugier. Bei den Thementagen zu Physik, Biologie, Robotik oder zu erneuerbarer Energie können Jugendliche an Kursen teilnehmen, Experimente machen oder mit Hilfe von Legosteinen den Einstieg in die Programmierung finden. In einem Tagespraktikum in der IdeenBox geben Profis aus Unternehmen und Universitäten Tipps zu Beruf und Studium.

Wie entsteht ein Popsong?

Das Projekt IdeenSounds zeigt den Weg von der ersten kreativen Idee, der Produktion bis hin zur ersten Live-Aufführung eines Songs. Bekannte Musiker und Produzenten übernehmen Patenschaften und unterstützen Nachwuchskünstler dabei, ihre eigenen Songs einem großen Publikum zu präsentieren. Im Mittelpunkt stehen der 25-jährige Münchener Musiker Jacob Brass. Der irische Sänger und Pate Rea Garvey - bekannt durch die deutsche Rockband Reamonn - wird mit Jacob im "gläsernen Studio" dessen neues Album produzieren. Besucher können Jacob Brass und andere Musiker bei der Studioarbeit mit professionellen Produzenten, Toningenieuren und Songwritern zusehen.

Experimentieren mit dem WDR

Auch der WDR ist beim IdeenPark mit Experimentier-Shows und einem mobilen TV-Studio vor Ort. Dort können Besucher erleben, wie Fernsehen und Radio gemacht werden und wie moderne Produktions- und Übertragungstechnik funktioniert. Unter anderem können Besucher sich mit Hilfe modernster Technik als Co-Moderatoren in die Sendung "Quarks und Caspers" projizieren lassen. Apropos Ralph Caspers: Der Moderator der WDR-Sendung "Wissen macht Ah!" wird live auf der Bühne wissenschaftliche und technische Phänomene erklären.

Der Natur abgeschaut


Mann hält einen Sahara-Sandfisch in der Hand
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Vorbildlicher Sandfisch aus der Sahara

Was hat der Sahara-Sandfisch, eine Eidechsenart, die im Sand "schwimmt", mit Solaranlagen in der Wüste zu tun? Wissenschaftler schauen oft in die Natur, um dort die tollsten Patente zu finden. Auch das Schuppenkleid der kleinen gelben Echse inspirierte die Forscher. Mit seinen Miniaturkämmen auf den Schuppen schleift er Sandkörner, bevor sie ihn zerkratzen. Diese Methode soll künftig auch Solarspiegel in der Wüste vor zu viel Abrieb schützen.

Hightech mit Spaßfaktor


Kind bei einem Experimet
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Mit Spieltrieb den Wissensdurst stillen

Beim IdeenPark ist aber auch der eigene Spieltrieb gefragt. Ingenieure sorgen zum Beispiel dafür, dass Sportler sich immer wieder selbst übertreffen. So tüfteln sie an windschnittigen Rädern, optimieren die Flugkurven von Speeren und bringen Boote in die strömungstechnische beste Form. Im IdeenPark können Besucher solche High-Tech-Sportgeräte selbst testen. Es gibt eine Skipiste auf Stoff statt aus Schnee, Fahrräder, die nur mit Armen bewegt werden, oder ein Gerät, das mit Lichtimpulsen die Reaktionsfähigkeit seiner Benutzer prüft.

Der IdeenPark ist vom 11. bis 23. August 2012 auf dem Essener Messegelände geöffnet. Der Eintritt ist übrigens frei.


Stand: 09.08.2012, 13.25 Uhr


Kommentare zum Thema (3)

letzter Kommentar: 12.08.2012, 19:47 Uhr

Shiri schrieb am 12.08.2012, 19:47 Uhr:
Hier trifft ihr Scharie und Ralph War heute am 12.8.12 mit meinen Kidis im Idennpark Essen. Die Kinder haben es total cool gefunden als sie Charie und Ralph getroffen haben. Es wurde nähmlich Wissen macht Ah gedreht. Sie kommen bis zum 23.8.12 jeden Tad ihr werded sehn, es lohnt sich.
Anonym schrieb am 12.08.2012, 12:52 Uhr:
BRD muss wieder zu den Wurzeln seines Erfolges getragen werden. Gut, dass eine Firma der Industrie zeigt, wer unseren Wohlstand aufbaut. Sozial-und Gesellschaftswissenschaften,Behörden, Banken und Versicherungen haben keinen Wohlstand für BRD zu bieten und Tage der Offenen Tür dort werden überrannt, weil sich in letzten Jahrzehnten dort bei den Banken und Behörden die einkommensstarken "Berufe" entwickelt haben. Fehlentwicklungen zu stoppen heißt schon Herkulesaufgabe, sie zurückzudrehen scheint fast unmöglich. Trotzdem sollten alle Schulabgänger und alle Schüler der Oberstufen in Essen vorbeischauen, um den Blick hinter der falschen Werbeunsindustrie zu erhalten und zu begreifen, dass Finanzprodukte schneeballsystematische Luftnummern sind, Industrieproduktion aber lebenserhaltende Kontinuität aufbaut.
wylly schrieb am 09.08.2012, 20:09 Uhr:
Warum für so eine geile Show nur 10 Tage??? Da habe ich mit meinen Kiddies keine Chance hinzufahren und mitzumachen. Schade!