Hochwasserlage in NRW Die Pegel sinken langsam, aber stetig

Nach dem Hochwasser der vergangenen Tage sinken die Pegel im Rhein und in den Nebenflüssen allmählich. In Köln, Düsseldorf und Duisburg wurde schon am Samstag (29.12.2012) der Höchststand erreicht, am Sonntagnachmittag (30.12.2012) hat er auch Emmerich passiert. Jetzt entspannt sich die Lage überall.

Sonntag (30.12.2012), 16.30 Uhr: Keine Probleme mit dem Hochwasser

Seit zwei Stunden sinkt der Pegel auch bei Emmerich. Von 7,55 Meter am Nachmittag wird er kontinuierlich sinken - wie an anderen Städten entlang des Rheins. Allerdings lässt sich der Fluss meistens viel Zeit, geht pro Stunde höchstens einen Zentimenter zurück. Probleme macht er dabei nicht. Nur am Nebenfluss Rur gibt es noch einige Stellen, die auf der offiziellen Karten des Landesumweltamtes gelb markiert sind: Indiz dafür, dass es wegen überfluteter Straßen zu Verkehrsbehinderungen kommen könnte.

Sonntag (30.12.2012), 12.30 Uhr: Hoffen auf einen trockenen Sonntag


Am Sonntagvormittag lag der Pegel des Rheins in Köln bei 7,70 Metern, in Düsseldorf bei etwa 7,30 Metern. Entwarnung gibt es auch von den Meteorologen: Es wird zwar noch ein wenig schauern, aber nicht so viel, dass wieder mit einem dramatischen Anstieg zu rechnen ist. Die Mitarbeiter der Kölner Hochwasserschutzzentrale bleiben vorsichtig und schreiben auf ihrer Internetseite, dass der Rheinwasserstand "wahrscheinlich, wenn es nicht zu erneuten ergiebigen Niederschlägen kommt", weiter fallen wird. Sie wünscht allen "einen schönen, trockenen letzten Sonntag in 2012".

Sonntag (30.12.2012), 11 Uhr: Das Wasser geht fast überall zurück

Das Hochwasser im Rhein schiebt sich langsam nach Norden und hinterlässt sinkende Pegel. In Köln hat er schon am Samstagmorgen den Höchststand mit 7,83 Meter erreicht, in Düsseldorf waren es nachmittags 7,37 Meter, und in Duisburg stieg der Rhein am Abend auf 8,98 Meter. Seitdem geht das Wasser langsam, aber stetig zurück: Bis Silvestermorgen sind es in Köln 7,35 Meter, in Düsseldorf 7,15 und in Duisburg 8,80 Meter. Allerdings bleibt der Schiffsverkehr in Düsseldorf eingeschränkt, solange die 7,10-Meter-Marke überschritten ist. Auch in Emmerich wird der Pegel fallen, wenn auch mit Verspätung: Dort wird das Wasser erst am frühen Sonntagnachmittag seinen Höchststand von etwa 7,55 Metern erreichen. Die Nebenflüsse wie Lenne oder Ruhr führen kein Hochwasser mehr, nur die Rur in der Eifel ist stellenweise über die Ufer getreten.

Samstag (29.12.2012), 11.15 Uhr: Entwarnung für Köln

Die Hochwasserexperten gehen angesichts der sinkenden Pegelstände davon aus, dass die Schifffahrt in Köln nicht eingestellt werden muss. Die mobilen Wände, mit denen unter anderem die Altstadt vor dem Rheinwasser geschützt werden sollte, bleiben trotzdem stehen. Sie werden von zusätzlichen Kräften bewacht, die an Silvester verhindern sollen, dass Feuerwerks-Schaulustige auf der Suche nach der besten Aussicht die Wände beschädigen.

Samstag (29.12.2012), 10 Uhr: Allmähliche Entspannung am Rhein und an den Nebenflüssen


Am Samstagmorgen hat der Rhein bei Köln einen Pegel von 7,83 geschafft und liegt damit unter den vorhergesagten 8 Metern. Bis zum Nachmittag soll das Wasser zunächst um einige Zentimeter steigen; an Silvester soll er nur noch bei 7,35 Meter liegen. Rheinabwärts in Düsseldorf stand der Pegel am Morgen bei 7,30. Er wird dann im Verlauf des Nachmittags leicht steigen, um bis zum Silvestermorgen kontinuierlich zu fallen. Ähnlich sieht es in Duisburg aus (8,91 Meter am Samstagmorgen, 8,60 Meter an Silvester) oder in Emmerich (7,25 bzw. 7,20 Meter). Auch die meisten Nebenflüsse sind wieder in ihr Bett zurückgekehrt. Lediglich an der Rur und der Lenne werden vereinzelt noch Pegel der Informationsstufe 1 gemeldet: Dort ist das Wasser über die Ufer getreten, Verkehrsbehinderungen sind möglich.

Freitag (28.12.2012), 20.00 Uhr: Langsamer Anstieg

Am Freitagabend misst der Kölner Pegel 7,65 Meter - Tendenz weiter steigend. In Düsseldorf werden 7,05 Meter gemessen. In Wesel erreicht der Fluss einen Wasserstand von 8,47 Metern. Auch an der Ruhr geht es in diesen Tagen auf und ab. Freitagabend wurden in Hattingen 5,06 Meter gemessen - zum Vergleich: Der mittlere Wasserstand liegt dort bei knapp zwei Metern.

Freitag (28.12.2012), 12.00 Uhr: Steigende Pegel in Köln, keine Entwarnung


Der Pegel Köln steigt wieder kräftig an: Am Freitagmittag liegt der Messwert bei 7,48 Metern, bis Samstagfrüh rechnet die Hochwasserschutzzentrale mit einem Anstieg auf bis zu acht Meter. "Eine Gefährdungslage tritt ab 8,20 Meter Pegelständen ein. Ich gehe davon aus, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen", sagte Reinhard Vogt, Leiter der Hochwasserschutzzentrale. Erst Silvester soll der Kölner Pegel wieder fallen. Dagegen hat sich die Lage in der Landeshauptstadt entspannt. Düsseldorf meldet eine "fallende Tendenz".

Freitag (28.12.2012), 11.00 Uhr: Langsamer Anstieg an den kleineren Flüssen


An Ruhr, Lenne und Volme stiegen die Pegel weiter langsam an. Im Lennetal überflutete der Fluss eine Uferstraße. An der unteren Ruhr bei Hattingen hatte der Pegel am Morgen einen Stand von 5,26 Metern erreicht. Zum Vergleich: Der mittlere Wasserstand liegt bei 1,99 Metern. "Die Hochwassersituation ist noch in keiner Weise gefährlich, aber wir befinden uns in Hab-Acht-Stellung", sagte Uwe Jansen vom Hochwasserwarndienst für Ruhr, Lenne und Volme. Vermutlich stabilisierten sich die Wasserstände im Tagesverlauf - Jeder neue Regen könne aber sofort wieder eine Verschärfung bringen, so Jansen.

Donnerstag (27.12.2012), 18.00 Uhr: Mehr als acht Meter am Wochenende?

Der Regen bleibt, die Pegel steigen: Da sind sich die Meteorologen sicher. Wie stark Rhein, Ruhr und die Nebenflüsse bis zum Wochenende anschwellen, ist aber noch unklar. Regnet es weiter so stark wie den vergangenen Tagen, könnte der Pegel in Köln von jetzt 7,36 Metern auf mehr als acht am Samstag steigen. Ab einer Höhe von 8,10 Metern wird die Promenade der Kölner Altstadt angeflutet, erste Hochwassertore schließen. Ab 8,30 Metern ist mit der Schifffahrt Schluss, und ab 9,40 Metern müssen mobile Schutzwände die Altstadt vor den Fluten schützen. Auch weiter stromabwärts in Düsseldorf könnte der Pegel, der am Donnerstag unter die Hochwassermarke von 7,10 Metern gefallen war, wieder steigen - allerdings nur um vergleichsweise geringe 40 Zentimeter auf 7,40 Meter.

Donnerstag (27.12.2012). 10.00 Uhr: Die Pegel fallen weiter


Die Wasserstände der Flüsse in NRW sinken - wenn auch langsam. In Köln lag der Rheinpegel am Donnerstagmorgen bei 7,38 Meter und somit acht Zentimeter unter dem Stand vom Mittwochnachmittag. "Irgendwie 'muckelt' er so vor sich hin!!", kommentierte die Kölner Hochwasserschutzzentrale den Pegel. "Ein bisschen Fallen, dann Stagnieren und dann minimales Steigen." Je nachdem, wie die Niederschläge in den nächsten Tagen ausfallen, können am Wochenende Wasserstände von über acht Metern nicht ausgeschlossen werden. Auch an den Rheinzuflüssen Sieg, Wupper, Erft, Ruhr und Lippe wurden leicht sinkende Pegel registriert.

Mittwoch (Zweiter Weihnachtsfeiertag), 16.00 Uhr: Alles ruhig an den Pegeln

Der Wasserstand an den Flüssen in NRW verändert sich aktuell kaum. Der Kölner Pegel steht bei 7,46 Meter - am Morgen war es gerade mal ein Zentimeter mehr. Für den Donnerstagvormittag erwarten die Hochwasserschützer in der Domstadt 7,35 bis 7,55 Meter.

Mittwoch (Zweiter Weihnachtsfeiertag), 11.30 Uhr: Sinkende Pegel an den Nebenflüssen

An den kleineren Flüssen wie Lenne, Wupper, Sieg und Ruhr zeigt sich ein ähnliches Bild wie am Rhein."Die Wasserstände der Lippe befinden sich auf einem hohen Niveau, allerdings weiter unterhalb der Hochwasserwarnwerte", meldet etwa die Bezirksregierung Arnsberg. Aufgrund der Niederschläge vom Mittwoch würden die Pegel aber nur langsam absinken. Und der erwartete Regen am Donnerstag könnte die Flüsse wieder ansteigen lassen. Allerdings sind die Aussichten entspannt: Große Niederschlagsmengen sind auch für die nächsten Tagen kaum zu erwarten. "Es bleibt wechselhaft und auch regnerisch, aber mit heftigen Niederschlägen ist eher nicht zu rechnen", sagte die Meteorologin Jana Neuber vom Wetteramt Essen.

Mittwoch (Zweiter Weihnachtsfeiertag), 10.00 Uhr: Leicht fallende Pegel

Am Kölner Pegel sinkt der Wasserstand. Das Hochwasserschutzamt meldete 7,47 Meter Kölner Pegel. Es werde allerdings wieder ein wenig aufwärts gehen, sagen die Experten. Allerdings sei nur ein leichter Anstieg des Wassers zu erwarten. Wie es die kommenden Tage weitergeht, sei vor allem von der Menge des Regens abhängig, der am Donnerstag im Rheineinzugsgebiet erwartet wird.

Dienstag (Erster Weihnachtsfeiertag), 17.00 Uhr: Kaum Veränderung

Der Wasserstand des Rheins am Kölner Pegel stagniert bei 7,60 Meter. Die trockene Witterung an Heiligabend hat an der Hochwasserlage kaum etwas verändert. "Der heutige Regen war auch nicht sehr ergiebig", meldet die Hochwasserschutzzentrale in Köln. Da es im Einzugsgebiet des Rheins in den nächsten Tagen zum Teil stark regnen soll, wird der Hochwasserstab am zweiten Weihnachtstag (26.12.2012) zusammentreten, um die aktuelle Lage zu beurteilen.

Dienstag (Erster Weihnachtsfeiertag), 13.00 Uhr: Leichter Rückgang


In Köln ist der Pegelstand des Rheins seit dem Morgen um zwei Zentimeter auf 7,60 Meter zurückgegangen. Das Hochwasserschutzamt führte dies auf den zumeist trockenen Heiligabend zurück. Nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat es in den vergangenen 24 Stunden nur wenig geregnet. Die Niederschlagsmenge war meist geringer als fünf Millimeter. "Die bislang besonders betroffenen Einzugsgebiete von Sieg und Ruhr blieben weitgehend niederschlagsfrei", so das LANUV.

Nachdem an Heiligabend bei acht Flüssen in höheren Lagen die sogenannten Informationswerte überschritten worden waren, sind es jetzt nur sechs. Von drei möglichen Stufen werden dort jeweils die erste Stufe überschritten: Es können land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet werden, auch leichte Verkehrsbehinderungen sind möglich. Dies ist an der Sieg in Siegen und Eitorf der Fall. Bei Menden an der Sieg hingegen wird - im Unterschied zu Heiligabend - nur noch die erste und nicht mehr die zweite Informationsstufe erreicht. Demnach besteht nicht mehr die Gefahr der Überflutung einzelner bebauter Grundstücke oder Keller. Immer noch erreicht wird die zweite Informationsstufe hingegen an der Lenne in Altena.

Dienstag (Erster Weihnachtsfeiertag), 10.00 Uhr: Minimale Zunahme


Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen wird voraussichtlich weiter steigen, damit rechnen die zuständigen Behörden. Vor allem kleinere Flüsse wie die Agger oder die Sieg sind schon an vielen Stellen über die Ufer getreten. Die Hochwasserwelle wird unter anderem durch Schmelzwasser verursacht. Der Heiligabend (24.12.2012) war in weiten Teilen Deutschlands so warm wie noch nie.


Der Pegel des Rheins steigt derzeit allerdings nur noch minimal. Am Dienstagmorgen (25.12.2012) lag er in Köln bei 7,62 Meter, gegenüber 7,40 Meter am Vortag. Im Laufe des Dienstags werde sich der Wasserstand kaum verändern, weil es Heiligabend trocken gewesen sei, teilte die Hochwasserschutzzentrale in Köln mit. Für Mittwochfrüh (26.12.2012) wird ein Wasserstand von 7,50 bis 7,70 Meter erwartet. Ab einem Pegelstand von 8,30 Meter wird im Bereich Köln die Rheinschifffahrt eingestellt.

Wie es nach den Feiertagen weitergehe, könne man noch nicht sagen, so ein Experte der Kölner Hochwasserzentrale. Besonders für Donnerstag (27.12.2012) sei viel Regen vorhergesagt. Der Pegelstand des Rheins soll aber unter der kritischen Marke bleiben: "Katastrophen-Wasserstände sehe ich momentan überhaupt nicht." Er gehe davon aus, dass die neun Meter hohen Schutzwände ausreichen werden.

Montag (Heiligabend), 15.00 Uhr: Überflutete Wiesen

An den kleineren Flüssen zeigt sich das Hochwasser schon besonders deutlich. Diese Bilder haben unsere Autoren an der Niers bei Goch, an der Agger und an der Sieg aufgenommen:

Montag (Heiligabend), 13.00 Uhr: Sandsäcke an der Ruhr


Auch an weiteren Gewässern in NRW sind die Wasserstände hoch. Bei acht Flüssen in höheren Lagen wurden die sogenannten Informationswerte überschritten. Von drei möglichen Stufen wurde die erste Stufe erreicht: Gegebenenfalls können land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet werden, auch leichte Verkehrsbehinderungen sind möglich. An der Ruhr sollen Sandsäcke und Absperrmaterial bereitgelegt werden, da für die nächsten Tage Regen angesagt ist. Eine Gefährdungslage besteht derzeit aber nicht.

Bei der Sieg liegt der Pegelstand bei Siegen und Eitorf über der ersten Informationsstufe, bei Menden erreicht sie sogar die zwei Informationsstufe. Dort besteht demnach die Gefahr der Überflutung einzelner bebauter Grundstücke oder Keller, auch die Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen sind denkbar. Auch bei der Lenne auf der Höhe von Altena wurde die zweite Informationsstufe erreicht.

Montag (Heiligabend), 11.00 Uhr: Der Rhein steigt


Der Pegel des Rheins steigt und steigt. Köln und Düsseldorf meldeten am Montagmorgen (24.11.2012) weiter erhöhte Werte. In beiden Städten sind jedoch Vorbereitungen für deutlich höhere Marken getroffen worden. Bedrohliche Werte erwarten die Hochwasserschützer nicht. In Köln stand der Pegel um 11.00 Uhr bei 7,40 Meter. Aber Schutzmaßnahmen für einen Pegelstand von 9,00 Meter seien bereits ergriffen oder vorbereitet, sagte ein Mitarbeiter der Hochwasserschutzzentrale. Rheinschiffe dürfen nur noch langsam und in Flussmitte fahren. In Düsseldorf wurden besonders die Altstadt und der Ortsteil Hamm geschützt.


Stand: 30.12.2012, 16.32 Uhr


Kommentare zum Thema (11)

letzter Kommentar: 30.12.2012, 16.08 Uhr

Zorro schrieb am 30.12.2012, 16.08 Uhr:
Wir sind noch einmal davongekommen. (Frei nach Thornton Wilder)
L. Müller schrieb am 30.12.2012, 08.00 Uhr:
Wieso wird eigentlich von Hochwasser geschrieben/gesprochen, wenn gar kein Hochwasser ist???
Es kommt die Zeit... schrieb am 30.12.2012, 03.04 Uhr:
...in der das Wasser wieder steigt. Ok Kölner, Glückt gehabt. Neues Jahr, neues Glück, für alle die euch mögen und die anderen
WDR.de schrieb am 29.12.2012, 17.51 Uhr:
- Kommentar wurde entfernt. Bitte üben Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll, hier soll konstruktiv diskutiert werden.
Auf die Plätze, fertig... los Denglish for (p)Fools schrieb am 29.12.2012, 11.31 Uhr:
Es ist zu früh, gewählt wird erst im September, dann werden die Politiker, v.a Steinbrück und Merkel davon Mengen bestellen ;) The Big Easy zur Wahl ist wie ein Biss in einen Big Apple, ein riesiger Happen vom Wahlstimmen-Pool!

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