Schloss Gymnich zwangsversteigert Drei Millionen für das Kelly-Schloss

Schloss Gymnich bei Bonn ist nicht länger im Besitz der Kelly Family: Das Wasserschloss wurde am Dienstag (03.07.2012) für etwas mehr als drei Millionen Euro zwangsversteigert. Das frühere Gästehaus der Bundesregierung kauft ein pensionierter Kölner Versicherungsmakler, der dort selbst wohnen und ein Hotel und Restaurant eröffnen will.

Schloss Gymnich - ehemaliges Domizil der Kelly Family Video Drei Millionen für das Kelly-Schloss (01:42 Min.) WDR aktuell vom 03.07.2012

Drei Millionen für das Kelly-Schloss


Die genaue Summe, für die der Privatier Gerd Overlack (67) das imposante Wasserschloss ersteigerte, beträgt 3.050.000 Euro. Eine erste Versteigerung im Amtsgericht Brühl bei Bonn war gescheitert, weil ein Mindesgebot nicht erreicht wurde. Jetzt ist der Deal perfekt - und Joey Kelly, der die Versteigerung vorangetrieben hatte, ist erleichert.

Joe Kelly: "Traum von meinem Vater ging nicht auf"


Kelly Family auf dem Balkon von Schloß Gymnich
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Die Kelly Family zog 1998 ein

Am Ende ist für einen kurzen Moment noch mal alles so wie in den 1990er Jahren, als die Kelly Family es gewohnt war, im Rampenlicht zu stehen: Fotografen und Kameraleute drängen sich im Amtsgericht Brühl um Joey Kelly (39), und der Mann im schwarzen Anzug versichert, es gehe ihm großartig. "Ich bin erleichtert, begeistert. Es ist ein ganz großer Tag für mich. Die Immobilie war ein Traum von meinem Vater, der nicht aufgegangen ist."

Die Musikerfamilie hatte den herrschaftlichen Sitz 1998 erworben. Für damals 13,1 Millionen D-Mark. Es folgten Jahre, in denen Horden weiblicher Fans tage- und wochenlang vor den verschlossenen Schlosstoren campierten und die Anwohnerschaft mit ihrem Gekreische halb wahnsinnig machten. Doch bald wurde es stiller. Der Erfolg ließ nach und als der Vater Daniel Jerome Kelly 2002 mit 71 Jahren starb, zogen die Kinder nacheinander aus. Seit einigen Jahren steht die Immobilie leer, weil sich die zwölf Geschwister nicht auf einen Verkauf oder eine Weiternutzung einigen konnten. Die Gläubigerbank ließ das Gebäude deshalb zwangsversteigern.

Schloss mit 200.000 Quadratmeter Grundstück

Am Dienstagmorgen ist der Brühler Gerichtssaal bis auf den letzten Platz gefüllt, als eine Rechtspflegerin verkündet: "Ich fordere um 9 Uhr 21 zur Abgabe von Geboten auf." Joey Kelly erhebt sich von seinem Platz in der ersten Reihe und bietet 1,5 Millionen. Die Vertreter der Gläubigerbank, die links von ihm sitzen, behalten ihn genau im Auge. Die Kellys haben Schulden. Und sie sind sich bis zuletzt nicht einig geworden, wie das Schloss genutzt werden könnte. Zwölf Eigentümer - das seien einfach zu viele, hatte Joey Kelly vor einigen Monaten erläutert. Da sei "immer jemand anderer Meinung".

Am Ende der Versteigerung - Kelly ist längst überboten worden - kommt es zu einem Bieterkampf zwischen der Vertreterin einer schweizerischen Aktiengesellschaft und einem älteren Herrn. Der ist trotz der aufgerufenen Millionenbeträge cool genug, zwischen seinen Millionengeboten immer noch kurz in der Zeitung zu blättern. Er weist sich vor Gericht als Gerd Overlack aus und bezeichnet sich als Rentner. Schließlich gibt die Schweizerin auf, und der 67 Jahre alte Overlack bekommt den Zuschlag bei 3.050.000 Euro. Nun will der pensionierte Versicherungsmakler mit seiner Frau in das Schloss einziehen und dort ein Hotel und Restaurant eröffnen.

Aufatmen bei Joey Kelly

Joey Kellys Erleichterung über den Verkauf des Kelly-Schloss ist am Ende der Zwangsversteigerung nicht zu übersehen. Er umarmt mehrere Begleiter und sagt, er fühle sich wie nach zehn Ironmans. "Mein Vater lebt nicht mehr, ich glaube, er wäre sehr stolz, wenn er gewusst hätte, dass Herr Overlack das Schloss übernimmt», sagt Joey Kelly.


Das Wasserschloss Gymnich
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Joey Kelly hatte die Versteigerung vorangetrieben

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Schloss Gymnich

Schloss Gymnich hat eine schillernde Geschichte. Das 1354 errichtete Wasserschloss in Erftstadt war jahrhundertelang Stammsitz des rheinischen Adelsgeschlechts von Gymnich. Von 1971 bis 1990 diente es der Bundesregierung als Gästehaus. In dieser Zeit residierten dort Kaiser, Könige und Politiker als Gäste. US-Präsident Richard Nixon schlief ebenso auf Schloss Gymnich wie der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew. Auch Queen Elizabeth II. war in dem Herrenhaus zu Gast. Als die Bundesregierung die Immobilie auf dem 200.000 Quadratmeter großen Grundstück aufgab, wurde sie nacheinander an zwei Investoren verkauft, die mit ihren Plänen für exklusive Golfanlagen scheiterten. 1998 zogen die Kellys ein - und scheiterten ebenfalls - mit ihren Plänen für ein großes Familienglück.


Stand: 03.07.2012, 15.27 Uhr


Kommentare zum Thema (10)

letzter Kommentar: 04.07.2012, 20:45 Uhr

egal schrieb am 04.07.2012, 20:45 Uhr:
Ich würde mich freuen, wenn das Vorhaben des neuen Besitzers funktioniert und der alte Brauch zum Gymnicher Ritt wieder durchgeführt werdn kann.
hoppala schrieb am 04.07.2012, 12:58 Uhr:
Schade ist doch, das dieses schöne Gebäude überhaupt Privatbesitz ist. Ich würde jetzt erstmal Lüften.
Polluxx schrieb am 03.07.2012, 18:23 Uhr:
Na endlich ist das Ding wieder in richtige Hände geraten ! Denn noch länger in Kelly- Händen dann hätte man es auch abreissen können ! Keiner von denen hat jemals wirklich was dran getan als verwohnen ! Ein Schloß ist eben kein Hausboot !!
WDR.de schrieb am 03.07.2012, 16:42 Uhr:
Posting wurde entfernt. Bitte üben Sie Ihre Kritik sachlich und respektvoll, hier soll konstruktiv diskutiert werden.
Chrischy schrieb am 03.07.2012, 14:32 Uhr:
ich frage mich immer wieder, wieso die Kellys immer so runtergeputzt werden müssen! da spricht wohl der blanke neid, weil die familie es geschafft hat sich zu etablieren im Showbiz... und es ist eine frechheit, sie als wandernde altkleidersammlung zu bezeichene, selbst wenn es stimmen sollte. aber das tut es nicht... wer aufmerksam die Interwiews der familienmitgleider verfolgt, ist besser informiert... Und klar, es ist sicher schwer eine familie, die über die welt verteilt ist zusammen zu halten... da Schloss Gymnich nicht das Stammschloss der Familie war, wird nicht das herz aller daran gehangen haben! Ich wünsche dem neuen besitzer viel glück nd erfolg mit seinen plänen!!!

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