Nach Großbrand in Agrargenossenschaft Glutnester schwelen weiter

Von Frank Menke

Schwierig gestalten sich die Aufräumarbeiten nach dem Großbrand in einer Agrargenossenschaft im münsterländischen Sendenhorst. Auch am Dienstag (16.10.2012) schwelen dort immer noch Glutnester. Die Ursache für das Feuer, das einen Milllionenschaden angerichtet hat, ist weiter unklar.


Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen eine in Flammen stehende Lagerhalle der Raiffeisen-Genossenschaft in Sendenhorst

Der Großbrand, der in der Nacht von Freitag auf Samstag (13.10.2012) Teile einer landwirtschaftlichen Warengenossenschaft im münsterländischen Sendenhorst zerstört hat, ist zwar gelöscht. "Die Aufräumarbeiten sind voll im Gange", sagte Martin Schnafel, Sprecher der Kreispolizei Warendorf, am Dienstag (16.10.2012). Im gelagerten Mais säßen aber immer noch Glutnester, die abtransportiert werden müssten. "Das ist allerdings nicht so einfach, weil Teile einer Halle, in der sich eine Trocknungsanlage für Getreide befand, einsturzgefährdet sind und gesichtert werden müssen", sagte der Polizeisprecher weiter. Auch Feuerwehreinsatzleiter Heinz Linnemann ist mit der Problematik vertraut: "Es reicht nicht aus, Wasser auf das glimmende Getreide zu spritzen. Es muss abgeräumt werden, sonst wird man der Schwelbrände nicht Herr."

Die Feuerwehr hatte am Sonntagabend (14.10.2012) ihre Löscharbeiten eingestellt. Mitarbeiter der Genossenschaft, die zugleich der Freiwilligen Feuerwehr angehören, kümmern sich seitdem um die Schwelbrände. Wenngleich die Polizei wegen der immer noch großen Hitze vor Ort bislang keine intensiven Ermittlungen aufnehmen konnte, haben sich Brandsachverständige bereits ein erste Bild gemacht. "Sie sind bei einer Inspektion ersten Hinweisen auf den Brandverlauf nachgegangen", sagte Polizeisprecher Schnafel. Eine eingehende Untersuchung sei frühestens ab Mittwoch (17.10.2012) möglich.

1.000 Quadratmeter große Halle zerstört

In der Nacht von Freitag auf Samstag gegen 0.50 Uhr hatten zahlreiche Notrufe Polizei und Feuerwehr auf den Großbrand aufmerksam gemacht. "Rund 150 Wehrleute und etliche Löschzüge wurden aus dem ganzen Kreis Warendorf zusammengezogen, um den Brand zu bekämpfen. Ein Polizeihubschrauber stieg zwei Mal auf. Mit dessen Hilfe wurden Luftbilder für die Ermittlungen angefertigt. Geklärt wurde so auch, in welche Richtungen sich die Rauchwolke ausdehnte", berichtete ein Polizeisprecher am späten Samstagnachmittag. Der Brand zerstörte vor allem eine etwa 1.000 Quadratmeter große Halle. Darin befand sich ein Sattelzug mit Silo-Aufbau, der durch das Feuer vollständig zerstört wurde. Angrenzende Gebäude und Silos wurden ebenfalls schwer beschädigt.

Auch vier Gartenlauben fangen Feuer

Mitarbeiter der Agrargenossenschaft kamen nicht zu Schaden. Allerdings verletzte sich laut Polizei ein Feuerwehrmann leicht, als er bei Löscharbeiten in eine Grube stürzte. Während die Rettungskräfte mit einem Großaufgebot den Brand bekämpften, gerieten durch Funkenflug auch noch vier Lauben in einer benachbarten Kleingartenanlage in Brand. Sie konnten schnell gelöscht werden. Blieb die Frage der Wasserversorgung: "Das war manchmal etwas eng wegen der großen Menge, die wir abgenommen haben", sagte Einsatzleiter Linnemann. Aus diesem Grund wurde neben dem städtischen Netz auch ein in unmittelbarer Nähe zum Einsatzort gelegener Ententeich angezapft.

Riesige Rauchwolke

Immerhin hatten Messungen der Feuerwehr und des Landesumweltamtes keine gefährliche Konzentration von Schadstoffen in der Luft ergeben. Die Rauchwolke zog jedoch auch am Samstag immer noch in Richtung Norden ab. Laut Polizei bestand für die Bevölkerung keine Gesundheitsgefährdung. Zwischenzeitlich waren die Anwohner über Lautsprecherdurchsagen und Warnmeldungen im Radio aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Diese Vorsichtsmaßnahme ist längst wieder aufgehoben worden. Rund um den Brandort riecht es aber immer noch unangenehm.

Rund zwei Millionen Euro Schaden

Nach Angaben der Agrargenossenschaft lagerten auf dem Gelände große Mengen Dünger, Pflanzenöl und Getreide im Wert von rund einer Million Euro. Die Polizei geht davon aus, dass auch an den Gebäuden ein ähnlich hoher Schaden entstanden ist.

Erst Ende September war in einem Düngemittelwerk in Krefeld ein ähnlicher Großbrand ausgebrochen. Etwa 20.000 Tonnen Dünger und 13.000 Tonnen Rohstoffe für die Düngemittelproduktion gingen dabei in Flammen auf. Eine riesige Rauchwolke zog bis nach Duisburg. Die Schifffahrt auf dem Rhein wurde eingestellt und der Schulbetrieb in der Region eingeschränkt.


Stand: 24.10.2012, 14.58 Uhr


Kommentare zum Thema (8)

letzter Kommentar: 16.10.2012, 13:15 Uhr

@Anonymous schrieb am 15.10.2012, 10:16 Uhr: schrieb am 16.10.2012, 13:15 Uhr:
Fritz aus S´horst schrieb am 15.10.2012, 12:24 Uhr: "Ich hoffe und denke, dass das nicht an gleicher Stelle wieder aufgebaut wird sondern diese gelegenheit zum Umzug ins Gewerbegebiet genutzt wird, der eigentlich längst überfällig ist" Im Gegensatz zu ihrer Polemik machen sich nachdenkliche Menschen noch Gedanken über explosive Lagerbestände und deren Standorte. Auch durch die Hintertür sind richtige Ideen zielführend und nicht weiße Masken von Bombern aus dem 17 Jahrhundert, vergeuden sie ihr "Schwarzpulver" nicht mit persönlichen Diskreditierungen sondern für sachdienliche Hinweise. Erst nachdenken, dann schreiben?
Fritz aus S´horst schrieb am 15.10.2012, 12:24 Uhr:
Dank der Vielzahl von Feuerwehrleuten scheint das ganze ja mehr als glimpflich verlaufen zu sein. Ich hoffe und denke, dass das nicht an gleicher Stelle wieder aufgebaut wird sondern diese gelegenheit zum Umzug ins Gewerbegebiet genutzt wird, der eigentlich längst überfällig ist. Davon würden eigentlich alle profitieren, sowohl die Anwohner als auch die "Genossen". Insofern liegt in dem Unglück auch eine Chance.
Anonymous schrieb am 15.10.2012, 10:16 Uhr:
@Anonym: Machen sie sich doch erstmal schlau, was die Raiffeisen ist. Es handelt sich nämlich um MEHR als nur ein Lagerort für Düngemittel. Da hängt so viel mehr dahinter, Also verschonen sie uns mit ihren Gerüchten über etwaige warme Sanierung (auch durch die Hintertür). Oder soll man, wenn es mal bei Ihnen brennt, auch direkt von "warmem Abbau" reden, und sie so ggf in Verruf bringen??
Anonym schrieb am 14.10.2012, 15:05 Uhr:
eigenartig schrieb am 13.10.2012, 19:29 Uhr: Nach Recyclinghöfen scheints nun die Düngemittel zu treffen. Vielleicht bringen die Landwirte nach den Preisexplosionen weniger aus und das brennbare Material häuft sich in den Lagern?
Anonymous schrieb am 14.10.2012, 12:40 Uhr:
@heinzb: Dann gehn sie am besten garnicht mehr vor die Haustür. Bleiben sie in ihrer Wohnung/Haus, halten sie die Fenster für den Rest des Lebens geschlossen, dann bekommen sie keinen Krebs. Immer nur negativ denken, immer pessimistisch. Typisch für sie, wie man ja auch in anderen Gästebüchern des WDR lesen kann: Keine Ahnung, davon aber die ganz Große. @Eigenartig: Es brennt oft in D?? 2 Großbrände in NRW innerhalb eines Monats, der es auch in die Medien schaffte ist für sie oft?? Wenn bei ihnen ein Kabel in der Wand einen Brand verursacht, darf man dann auch davon ausgehn, dass ihre Versicherung zu gut zahlt?? Erst nachdenken, dann schreiben.

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