Grillparty löst Feueralarm aus: Würstchen sorgen für Großeinsatz der Feuerwehr
"Die einzigen Verletzten sind die Würstchen", witzelt man bei der Kölner Polizei schon über den Großeinsatz der Feuerwehr am Mittwochnachmittag (17.10.2012). Ein Rauchmelder im U-Bahnschacht hatte Alarm geschlagen. Bei der Suche nach der Brandursache stieß man schließlich - auf eine Grillparty.
War es eine ungünstige Wetterlage? Oder doch menschliche Dummheit? Fest steht: Der Rauch eines Grillfeuers hat den U-Bahn-Verkehr in der Kölner Innenstadt rund um den Dom am Mittwochnachmittag (17.10.2012) für rund eine Stunde komplett lahmgelegt. Kurz vor 15 Uhr hatte ein Rauchmelder unter der Domplatte Alarm geschlagen. Fahrgäste der U-Bahn-Linien, die unter dem Dom verkehren, mussten aussteigen, die Zugänge zur U-Bahn-Station wurden gesperrt, die Linien 5, 16 und 18 kurzfristig gestoppt. Mitarbeiter von Feuerwehr und Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) rückten aus, um nach der Brandursache zu suchen. Nach rund einer Stunde wurden sie fündig. Und staunten nicht schlecht.
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Video:
Grillparty löst Feueralarm aus
(01:10 Min.)
WDR aktuell vom 17.10.2012
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Grillparty löst Feueralarm aus
Verkettung unglücklicher Umstände?
In einer Baugrube an der Haltestelle Heumarkt, Nähe Kleine Sandkaul, standen rund 30 hungrige Bauarbeiter und freuten sich auf leckeres Grillgut. Die Rauchentwicklung des Grillfeuers war in eine der noch offenen U-Bahn-Röhren der im Bau befindlichen Nord-Süd-Trasse gezogen - und hatte schließlich den Alarm ausgelöst. Laut einem Sprecher der Feuerwehr eine Verkettung unglücklicher Umstände: eine ungünstige Windsituation habe dafür gesorgt, dass der Rauch direkt in den Schacht gezogen war. Dort habe der sogenannte "Kamineffekt" eingesetzt. Die warme Luft sei nach oben gestiegen und habe den Alarm ausgelöst.
Keine Gesundheitsgefährdung

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Feuerwehreinsatz am Kölner Dom.
Bei der Polizei sieht man die Grillmeister nicht ganz so unschuldig. "Der Grill stand in unmittelbarer Nähe der Öffnung", sagte ein Sprecher gegenüber WDR.de. Weil es begonnen hatte zu regnen, hätte die Partygesellschaft den Grill dorthin gestellt. Nichtsdestotrotz würden keine Ermittlungen eingeleitet. "Eine Gesundheitsgefährdung lag zu keinem Zeitpunkt vor", so der Sprecher. "Verletzt wurden im Endeffekt nur die Würstchen." Die Frage, ob fahrlässig gehandelt wurde, könne man angesichts dessen außer Acht lassen.
Grillverbot auf KVB-Baustellen
Ärgerlich ist der Vorfall vor allem für die betroffenen Fahrgäste des ÖPNV. Und für die KVB. Denn die Bauarbeiter, die sich zum Grillen in der Baugrube getroffen haben, bauen die U-Bahn für die Kölner Verkehrsbetriebe. Dort hat man am Tag nach dem Vorfall Konsequenzen gezogen: "Auf unseren Baustellen wird künftig nicht mehr gegrillt", sagt KVB-Sprecherin Gudrun Meyer am Donnerstag zu WDR.de (18.10.2012). Man werde außerdem mit dem verantwortlichen Unternehmen über die Kosten des Betriebsausfalls sprechen. Für den Bauleiter und seine grillenden Arbeiter werde der Vorfall aber keine Konsequenzen haben. "Das war einfach nur Pech."
Stand: 18.10.2012, 16.39 Uhr
Kommentare zum Thema (27)
letzter Kommentar: 19.10.2012, 08:20 Uhr
- ne ne schrieb am 19.10.2012, 08:20 Uhr:
- Manche tun hier so, als hätten die Bauarbeiter absichtlich den Rauch in die Anlage gepustet! Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände! Sie wollten sich nur was zu essen machen! Das der Wind ungünstig stand und ausgerechnet den Qualm in die Anlage wehte, dafür kann keiner was! Darf man in Deutschland nichtmals mehr grillen??? Manche übertreiben es aber auch mit ihrer "alle müssen bestraft werden" Einstellung! Dumm gelaufen, aber nunmal passiert!
- Jürgen schrieb am 18.10.2012, 13:51 Uhr:
- Immer wieder dieser Quatsch mit den Einsatzkosten. Es wird so hingestellt, dass speziell für diesen Einsatz die Fahrzeuge und das Ausrüstungsmaterial beschafft wurden und Personal eingestellt wurde. Merken die nicht, welchen Blödsinn die da verzapfen?Fahrzeuge und Personal waren so oder so vorhanden. Allenfalls der verbrauchte Treibstoff könnte in Rechnung gestellt werden. Die Rechtmäßigkeit einer solchen Forderung bezweifle ich aber, weil es nicht verboten war, an der fraglichen Stelle einen Grill anzuzünden. Was passiert eigentlich, wenn durch starken Zigarettenrauch ein Rauchmelder anschlägt?
- Bart Simpsen schrieb am 18.10.2012, 13:49 Uhr:
- Wenn nicht gearbeitet wird, dann wird eben gegrillt.
- Inglaterra schrieb am 18.10.2012, 11:55 Uhr:
- @Berte: Nachgedacht habe ich darueber schon. Es war eine Verkettung ungluecklicher Umstaende. Waere es Absicht gewesen (mutwillige Ausloesung des Feueralarms als "Scherz"), dann wuerde ich ihren Gedankengang teilen. So hingegen ist es ein Missgeschick, das jedem passieren kann. Es zeigt jedenfalls, dass die Systeme funktionieren. Nebenbei: Neben Grillrauch kommt es auf dem Bau zu allerlei anderen Emissionen, die in der Lage sind, einen Feueralarm auszuloesen. Also nicht daran aufhaengen, dass die boesen Bauarbeiter anstatt zu werkeln eine Grillung praktizierten ... ;)
- feuerwehr schrieb am 18.10.2012, 11:10 Uhr:
- Ich gehe auch davon aus, daß Regreß bei den Arbeitern genommen wird. Im Grunde ist es aber auch richtig. Es waren keine Kinder, sondern Erwachsene, denen die Tragweite und Folgen ihres Handelns hätte bewußt sein müssen.
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