Freibad läutet Saison ein "Ja, wir sind die ganz Harten"

Minusgrade? Na, und? Wer aus Stromberg kommt, den ficht das nicht an. Die Freibadsaison wird in der münsterländischen Gemeinde immer Ende März eröffnet. Zum Saisonstart kamen bis Sonntagmittag (24.03.2013) schon rund 100 Menschen. Ein Anruf bei der Bademeisterin.


Die Gemeinde Stromberg im Münsterland fühlt sich ihren Einwohnern verpflichtet. Kein Wunder: Wer sich selbst "Erholungsort" nennt, muss freizeittechnisch auch was zu bieten haben. Größter Coup: Regelmäßig eröffnet das Freibad als erstes in NRW. 2013 ist da keine Ausnahme. Am Sonntag (24.03.2013) war Saisonstart. WDR.de sprach mit Bademeisterin Manuela Behling.

WDR.de: Frau Behling, mussten Sie schon Frostbeulen versorgen?

Manuela Behling: Nein, wieso? Der Start war sehr gut. Über 100 Leute waren bis zum Mittag schon da. Bei den Temperaturen ist das ein Erfolg.

WDR.de: Richtig, die Temperaturen. In Stromberg liegen sie aktuell um den Gefrierpunkt. Warum eröffnet man dann ausgerechnet die Freibadsaison?

Behling: Wir sind immer die ersten in NRW. Das war immer so, und das wird immer so sein.

WDR.de: Machen Sie das aus Werbegründen? Nach dem Motto: "Wir sind die Ersten" ...

Behling: Nein, mit Werbegründen hat das nichts zu tun. Wir eröffnen jedes Jahr an dem Wochenende, an dem die Zeitumstellung ist. Da das in diesem Jahr aber auf Ostern fällt, sind wir eine Woche früher dran.

WDR.de: Ist das Becken wenigstens beheizt?

Behling: Klar, unser Becken ist beheizt. Aktuell liegt die Temperatur bei 24 Grad.

WDR: Richtig warm ist das aber auch nicht ...

Behling: Ja, wir sind hier die ganz Harten. Die Leute scheint das nicht zu stören. Die schwimmen alle begeistert durchs Becken.

WDR.de: Und kaufen sich danach ein Eis?

Behling: (lacht) Nein, Eis kauft dann doch noch keiner.

WDR.de: Was machen Sie bei den Temperaturen eigentlich, wenn Sie jemanden aus dem Becken fischen müssten? Stecken Sie dann erstmal probeweise die Zehen ins Wasser, bevor sie reinköppen?

Behling: Nein, Quatsch. Da springe ich natürlich direkt rein.

WDR.de: Wie schnell geht das? Sie stehen ja wohl nicht im Badeanzug am Beckenrand ...

Behling: (lacht) Nein, ich habe schon ein bisschen mehr an.

WDR.de: Das heißt?

Behling: Im Moment stehe ich draußen mit Trainingsanzug und einer dicken Jacke drüber.

Das Gespräch führte Sven Gantzkow.


Stand: 24.03.2013, 12.59 Uhr


Kommentare zum Thema (8)

letzter Kommentar: 25.03.2013, 09.52 Uhr

Warmduscherin schrieb am 25.03.2013, 09.52 Uhr:
Respekt-mir wärs zu kalt!Ich aale mich lieber im Whirlpool bei 38GradC.
ich war da... schrieb am 24.03.2013, 19.50 Uhr:
...und es war angenehm erfrischend. Übrigens, an alle uninformierten. Das besagte Bad liegt nicht in ordentlicher Hand, sondern eines Fördervereins! Und die Wärme kommt als "Abfall"Produkt einer nahehelegen Biogasanlage. MFG an alle Stubenhocker
Kein "Märzbader" schrieb am 24.03.2013, 18.31 Uhr:
Muss das sein? Öffentliche Bäder sind hoch defizitär. Personalkosten und Heizkosten dürften im krassen Gegensatz zu den erzielten Einnahmen stehen. Wer unbedingt meint, bei solchen Temperaturen schwimmen zu müssen, der soll bitte ein Bad im nächsten Stausee oder Baggersee nehmen. Ist aber garantiert nicht auf 32 Grad hochgeheizt. Aber was soll's? Dafür hat man aber den Luxus, allein zu sein.
otto15 schrieb am 24.03.2013, 17.43 Uhr:
Wenn jetzt Freibäder geöffnet werden - dann geht es den Gemeinden zu gut
ABO schrieb am 24.03.2013, 17.12 Uhr:
Ich kann bei dem Wetter leider nicht draussen schwimmen gehen - ich besitze keine Mütze! Schade eigentlich. Na, ja - die Badewanne mit 39°C, "glückliche Auszeit-Badezusatz" und n`heisser Kaffee dabei geht zur Not ja auch, wenn gerade kein Freibad & Mütze in der Nähe ist.

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