Betrugsprozess in Arnsberg: Falsche Millionäre kaufen Freizeitpark
Mit gefälschten Bankbürgschaften sollen sich eine Mutter und ihr Sohn als Millionäre ausgegeben und einen Freizeitpark im Sauerland gekauft haben. Seit Dienstag (23.10.2012) müssen sich die beiden wegen Betruges vor dem Landgericht in Arnsberg verantworten.

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Kauf des Abenteuerlands endet vor Gericht
"Große Pläne für das Fort Fun Abenteuerland" - unter dieser Überschrift meldete die Geschäftsleitung im sauerländischen Bestwig am 2. Januar dieses Jahres den Verkauf des Freizeitparks an die "One World Holding GmbH & Co". "Die Freizeitindustrie hat uns schon immer fasziniert", wird der neue Eigentümer Matthäus Z. zitiert. Der "kreative Kopf der Familie" kündigt außerdem an, das in die Jahre gekommene Abenteuerland in einen internationalen Freizeitpark zu verwandeln. Doch schon einen Monat später ist der Traum ausgeträumt: In einer eher dürren Pressemitteilung gibt der französische Betreiber "Compagnie des Alpes" bekannt, dass der Verkauf wieder rückgängig gemacht wird. Grund: gefälschte Bankgarantien.
Sicherheiten über sechs Millionen Euro gefälscht?
Der 29-Jährige Matthäus Z. und seine 53 Jahre alte Mutter sollen als Sicherheit für den Kaufpreis von sechs Millionen Euro Bankbürgschaften in Millionenhöhe vorgelegt haben, die sich erst einige Wochen später als Fälschung erwiesen. Auch die Anzahlung von rund 200.000 Euro sollen die Käufer nach Agenturberichten erschwindelt haben. Die 53-Jährige habe einem Hersteller von Achterbahnen die Bestellung einer millionenteuren Attraktion für "Fort Fun" in Aussicht gestellt und dafür eine dicke Provision eingestrichen, so der Vorwurf. Mit dieser Provision soll die Anzahlung finanziert worden sein.
Umbau der Westernstadt lief schon
Was sich die beiden Angeklagten von dem Kauf erhofft hatten, ist nicht bekannt. "Das ist uns ein absolutes Rätsel", sagt der zuständige Oberstaatsanwalt Werner Wolff WDR.de. "Und die Angeklagten haben sich leider dazu bisher noch nicht geäußert." Allerdings hatten sie sich offenbar darauf eingestellt, den Freizeitpark längerfristig zu leiten und zu modernisieren. Nach dem Kauf hatte der 29-Jährige direkt mit dem Umbau einer Westernstadt begonnen. Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte er sich außerdem bei Banken um weitere Millionenkredite für neue Fahrgeschäfte bemüht. Der 29-Jährige sitzt mittlerweile eine Strafe wegen einer anderen Straftat ab. Das Gericht hat für den Prozess sieben Verhandlungstage eingeplant, ein Urteil wird Anfang Dezember erwartet.
Stand: 23.10.2012, 11.59 Uhr
Kommentare zum Thema (6)
letzter Kommentar: 23.10.2012, 20:42 Uhr
- heinzb aus nrw schrieb am 23.10.2012, 20:42 Uhr:
- Betrüger und Hochstapler, haben wir die nicht überall in Deutschland, man schaue sich doch blos die Entscheidungsträger hier an, verschuldet bis zu den Eiern und Milliarden für die Welt, da sind das doch blos Erdnüsse, meine ich. Ich würde ihnen das Bundesverdienstkreuz geben wegen Wirtschaftsförderung, aber es ist fraglich, ob sie es annehmen würden, denke ich.
- Hanswurscht schrieb am 23.10.2012, 20:01 Uhr:
- die sitzen nicht lange ein die beiden. ein gaunerstück eben :-)))
- Volker Vollmaise, 50 schrieb am 23.10.2012, 19:16 Uhr:
- Die beiden haben echten Unternehmergeist bewiesen. Statt in den Knast sollten sie den Laden dort besser auf Vordermann bringen, Tatkraft haben sie ja.... Kreatives und positives Denken führt immer in Grenzbereiche der Kriminalität.....also, was solls? Die hatten das Pech, aufzufallen, aber anderswo zahlen solche Leute Steuern und vor allem Löhne. ;O)
- Atze schrieb am 23.10.2012, 15:28 Uhr:
- Da sind ja zwei nette Früchtchen vor Gericht. Aburteilen und ab in den Knast, dort wird es ihnen gutgehen, denn mehr als 18 Monate Haft wird es ja wohl nicht geben.
- Kevin schrieb am 23.10.2012, 11:42 Uhr:
- Der Hauptmann von Köpenik scheint immer noch zu klappen.
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