Ausstand am Flughafen Köln/Bonn Landesregierung soll helfen

Am Flughafen Köln/Bonn hat am Freitag (08.03.2013) erneut das Sicherheitspersonal gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu einer ganztägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Etwa 70 Starts und Landungen wurden gestrichen. Der Arbeitgeberverband fordert jetzt die Hilfe der Landesregierung.


Nach Angaben des Flughafens wurden etwa 70 Flüge wegen des Streiks gestrichen. Ursprünglich waren für den ganzen Tag etwa 200 Abflüge und Ankünfte geplant gewesen. Der Ausstand begann am Freitagmorgen um 4 Uhr und sollte bis Mitternacht dauern. Längere Warteschlangen bildeten sich laut Flughafensprecher dennoch nicht. Viele Passagiere waren offenbar vom Streik im Voraus informiert und kamen erst gar nicht zu ihren abgesagten Flügen. Darüber hinaus konnten im Laufe des Tages bis zu acht Passagierkontrollstellen geöffnet werden. Mitarbeiter des Flughafens Hannover halfen bei der Abfertigung in Köln/Bonn.

Fluggesellschaft fordert neue Streikregeln

Es war der sechste Streiktag im laufenden Tarifkonflikt am Flughafen Köln/Bonn, auch andere Flughäfen waren bereits mehrfach betroffen. Flughafen-Chef Michael Garvens forderte am Freitag die Tarifpartner auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und nannte die Auseinandersetzung unverhältnismäßig. "Der wirtschaftliche Schaden bei Fluggästen, Airlines, Shops und nicht zuletzt beim Flughafen ist enorm. Keiner der Geschädigten kann zur Lösung des Konflikts beitragen, weil keiner der Geschädigten am Verhandlungstisch sitzt." Der Chef der Lufthansa-Tochter Germanwings, Thomas Winkelmann, äußerte sich am Donnerstag ähnlich und forderte, dass die Politik über neue Rahmenbedingungen für Tarifauseinandersetzungen nachdenken solle.

Forderung nach einem Schlichter

Am Freitagabend forderter der Arbeitgeberverbandes BDSW den Einsatz eines Landesschlichters. Er habe starke Zweifel, ob man mit Verdi noch vernünftig verhandeln könne, erklärte der Verhandlungsführer der Landesgruppe NRW im BDSW, Gunnar Vielhaack."Bei einer solchen Vielzahl betroffener Menschen, die unter diesem Tarifkonflikt leiden, fordern wir die nordrhein-westfälische Landesregierung auf, auch sich einzubringen, um eine Schlichtung durch ihren Landesschlichter zu erreichen", so Vielhaack weiter.

Arbeitgeber bietet 40 Cent mehr Geld

Mit den Streiks will die Gewerkschaft den Druck erhöhen. "Es gibt bis heute kein neues Angebot der Arbeitgeber. Aber wir wollen noch vor den Osterferien einen neuen Tarifvertrag unterschreiben, damit endlich Frieden an den Flughäfen einkehrt", erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker. Die bisherigen Warnstreiks hätten "offenbar nicht genug Wehen erzeugt, um ein neues Angebot zu gebären". Verdi fordert für die 34.000 Beschäftigten der Branche in NRW Lohnerhöhungen zwischen 2,50 und 3,64 Euro. Für die Beschäftigten der untersten Lohngruppe bieten die Arbeitgeber laut der Gewerkschaft bisher 40 Cent mehr an. Die Gewerkschaft schloss nicht aus, dass bereits am Montag (11.03.2013) erneut an den Flughäfen gestreikt wird.


Stand: 08.03.2013, 22.02 Uhr


Kommentare zum Thema (51)

letzter Kommentar: 11.03.2013, 15.55 Uhr

Das einzig richtige! schrieb am 11.03.2013, 15.55 Uhr:
Beamte der Polizei einsetzen um den reibungslosen Ablauf des Flugverkehrs wieder zu gewährleisten und die "Privaten" zu ersetzen. Die Streikenden quasi am langen Arm "verhungern" lassen und den Streik aussitzen!
Pendler schrieb am 10.03.2013, 11.14 Uhr:
Das sinnlose gequatsche dieser völlig überflüssigen Gewerkschaft Verdi hängt mir zum Hals raus. Jeder der Beschäftigten im Sicherheitsdienst sollte sich die Frage stellen, warum er dort arbeitet. Und dann noch die Behauptung, man wolle nicht die Pendler und Reisenden damit treffen? Seit Wochen treffen mich diese Menschen jedes Wochenende, wenn ich wieder Heim zu meiner Familie will! Der Flughafen sollte die Kontrollen wieder in Bundeshände geben und jeden der Streikt "Hausverbot" erteilen bzw. alle rausschmeißen.
Analytiker schrieb am 09.03.2013, 21.02 Uhr:
@Mündiger Bürger : Sinn und Zweck eines Unternehmens ist es primär Gewinne zu erwirtschaften. Wenn ein Unternehmen 8€ pro Stunde zahlt, kommt der Arbeitnehmer bei einer 40 Stundenwoche auf ca 1400 € im Monat. Das ist weit über dem Existenzminimum !!! Hier wird von dem Unternehmen der Sozialstaat nicht ausgenutzt !!! Falls der Arbeitnehmer eine Familie hat, ist das seine ganz persönliche Entscheidung. Damit hat sein Arbeitgeber nichts zu tun. Es scheint aber große Mode zu sein, immer andere für persönliche Mißstände verantwortlich zu machen. Viele Arbeitnehmer sollten sich einmal fragen, was sie für ein höheres Gehalt persönlich geleistet haben. Statt einer soliden Weiterbildung ist der Gang zu den Gewerkschaften und das Wählen der Parteien, die Wohlstand ohne Leistung versprechen, häufig der bequemste Weg.
Anonym schrieb am 09.03.2013, 16.50 Uhr:
Habe in meinem 45jährigen Berufsleben noch nie eine30% Lohnerhöhung Nach einer Tarifvehandlung bekommen geschweige 2,50 DM pro STUNDE Die Gewerkschaft Verdi will meiner Meinung nach ihr Gesicht nicht verliern
Beamter schrieb am 09.03.2013, 13.02 Uhr:
...schon erstaunlich wie hier über einen berechtigten Streik geschimpft wird und in einem weiteren WDR-Forum Beamtenbashing at its best betrieben wird...verkehrte Welt!?

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