Juristischer Sieg gegen US-Rapper Eine Million Finderlohn

Der US-Rapper Ryan Leslie soll einem Kfz-Mechaniker aus Dormagen eine Million Dollar Finderlohn zahlen - das entschied ein US-Gericht am Mittwoch (28.11.2012). Der Mann hatte Leslies gestohlenes Laptop gefunden und pochte auf die von Leslie selbst ausgelobte Summe. Der Rapper hatte sich zunächst geweigert zu zahlen.


Ryan Leslie auf einer Party in La Villa in Paris
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Versprochen ist versprochen: Rapper Ryan Leslie

Der schwarze Mercedes des US-Rappers war während seines Gastspiels in Köln Ende Oktober 2010 aufgebrochen worden. Dabei wurden ihm nach eigenen Angaben ein Rucksack mit seinem Pass, 10.000 US-Dollar in bar sowie sein Laptop gestohlen. Vor allem der Verlust des Laptops wog schwer, schließlich sollen sich darauf Aufnahmen befunden haben, die Leslie wenig später veröffentlichen wollte. Der Rapper, der auch als Produzent für Britney Spears, Beyoncé Knowles und Snoop Dogg tätig war, lobte eine Belohnung von 20.000 Dollar für denjenigen aus, der ihm sein Laptop wiederbeschaffen würde. Da sich niemand meldete, erhöhte er die Belohnung auf eine Million Dollar. Seine Begründung: "Diese Musik bedeutete mir alles, sie war mein Leben!"

Kfz-Mechaniker findet Laptop beim Gassigehen

Tatsächlich tauchte das Laptop wenige Tage nach dem Konzert wieder auf: Ein Kfz-Meister aus Dormagen fand das Diebesgut beim Gassigehen mit seinem Hund in einem Waldstück und lieferte es bei der Polizei ab. Dass darauf eine Belohnung ausgesetzt war, erfuhr er erst später. Er meldete sich bei Leslie - aber nichts passierte. Leslie habe nicht gezahlt und nicht einmal Danke gesagt, beklagte sich der Dormagener gegenüber der Zeitung "New York Daily News". Also habe er ein New Yorker Gericht eingeschaltet, das ihm schließlich Recht gab. Eine Jury entschied am Mittwoch (28.11.2012), dass Leslie dem Dormagener die versprochene Belohnung von einer Million Dollar zahlen müsse. Leslie hatte seine Weigerung damit begründet, dass die Festplatte des Computers defekt gewesen sei und er auch weiterhin keinen Zugang zu der darauf gespeicherten Musik habe. Die Belohnung habe aber nur demjenigem gegolten, der ihm seine Musik wiederbeschaffen könne.

Finderlohn-Ankündigung per YouTube

Nach dem Urteil kündigte Leslie an, Rechtsmittel gegen die Entscheidung einzulegen. In einem Konzert am Freitag (30.11.2012) in Long Island stellte er den Fall aus seiner Sicht dar - und verbrannte eine Zeitung, die über den Finderlohn-Prozess berichtete, mit den Worten: "Don't believe everything you read in the fucking news!" ("Glaube nicht alles, was du in der Scheiß-Zeitung liest!") Er bekräftigte, die Belohnung von einer Million Dollar sei weiterhin ausgelobt für denjenigen, der ihm helfe, seine Songs wiederzubekommen. Weiter kündigte er an, er wolle versuchen, doch noch eine Einigung mit dem deutschen Finder seines Laptops zu erzielen, und holte anschließend seinen Anwalt auf die Bühne. Schon seine erste Finderlohn-Ankündigung hatte Leslie in musikalischer Form mittels eines Videos gemacht, in dem Szenen vom Tatort und mit der Kölner Polizei zu sehen waren.


Stand: 02.12.2012, 14.23 Uhr


Kommentare zum Thema (9)

letzter Kommentar: 05.12.2012, 08:13 Uhr

PC-Walter schrieb am 05.12.2012, 08:13 Uhr:
@christoph: Festplattenakkus wurden nur bis ca. 2007 verbaut. Heute werden Festplatten zur Datensicherung über Kondensatoren, die sich aufladen, versorgt.
Schwätzer über Dies und Das gegen Honorar schrieb am 03.12.2012, 08:56 Uhr:
wie die politischen Parteien in BRD - erst versprechen und dann nicht halten.....
@ frank schrieb am 02.12.2012, 19:34 Uhr:
Na, so perfekt und fehlerfrei wie sie sind wir ja nicht alle! Oh, sie sind ja gar nicht perfekt! Ihre Ausdrucksweise ist ja, um auf ihrem Niveau zu bleiben, unter aller Sau!
Orange schrieb am 02.12.2012, 19:17 Uhr:
@frank: Reden Sie mit allen Menschen in diesem Ton? Hier sagte doch der Forumsteilnehmer schon vorab, dass er nicht vom Fach sei, warum dann diese aggressive Wortwahl?
Dachdecker schrieb am 02.12.2012, 18:30 Uhr:
Den Typ sollte man direkt am Flughafen bei der Einreise nach Deutschland festnehmen und nur gegen Zahlung der Belohnung freilassen. So wie es mit Steuersündern in Deutschland gemacht wird!!

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