Keine Entwarnung nach Großbrand: Feuerursache war wohl ein technischer Defekt
Nach dem Großfeuer in einer Düngemittelfabrik gibt es noch keine Entwarnung für die Anwohner: In Krefeld sollen weiterhin Fenster und Türen geschlossen gehalten werden, in Duisburg bleiben manche Schulen und Kitas geschlossen. Brandursache war wohl ein technischer Defekt.
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Feuerursache war wohl ein technischer Defekt
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WDR aktuell vom 27.09.2012
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Feuerursache war wohl ein technischer Defekt
Über manchen Stadtteilen von Krefeld und Duisburg liegt noch Brandgeruch und die Rauchwolke ist noch nicht ganz abgezogen, weil die Löscharbeiten weitergehen. Das berichtete ein Polizeisprecher am Donnerstag(27.09.2012). Für die Krefelder, die östlich der A57 wohnen, gilt weiterhin: Sie sollten Türen und Fenster geschlossen halten. Schulen und Kindergärten sind jedoch geöffnet. Anders im Nachbarort Duisburg. In einigen südlichen Stadtteilen bleiben die Einrichtungen noch geschlossen.
Warum die Lagerhalle Feuer fing, ist noch nicht klar. Die Polizei geht aber von einem technischen Defekt aus. Ausgewertet wurden Bilder einer Drohne, die in das unzugängliche, abgebrannte Gebäude geschickt wurde. Demnach gebe es keine Anhaltspunkte für eine fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung in der Lagerhalle, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag mit. Der Brandherd sei für keinen Mitarbeiter zugänglich gewesen. In erster Linie habe sich dort Materialfördertechnik befunden. Ein technischer Defekt an einem Förderband soll das Feuer ausgelöst haben.
Straßen und Autobahnabfahrt gesperrt
Weil der Rauch die Sicht gefährden könnte, bleiben nach Polizeiangaben auch einige Straßen in Krefeld gesperrt. Auf der viel befahrenen A57 können Autofahrer weiterhin nicht ins Zentrum in Fahrtrichtung Uerdingen abfahren. Auch bleibt die Rheinbrücke der B288 zwischen Krefeld und Duisburg am Donnerstag noch unbefahrbar.
Toxikologe warnt vor Gefahren

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Keine Gefahr durch die Rauchwolke?
Ob die Rauchwolke gefährliche Stoffe enthält, wird von Experten unterschiedlich bewertet. Während die Behörden keine "akute Gefahr" sehen, äußerte ein Sprecher der Düngemittelfabrik Compo:"Wir haben nie in Abrede gestellt, dass die Gase in hoher Konzentration gesundheitsschädlich sein können." Der Toxikologe Hermann Kruse von der Uni Kiel warnte vor einer Verharmlosung der Risiken. Beim Verbrennen von Düngemitteln könnten besonders für Asthmatiker bedenkliche Gase entstehen, sagte er WDR.de.
Ein Sprecher des Umweltministeriums in Düsseldorf sagte, wegen der Rauchwolke bestehe nach wie vor "keine akute Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung". Neue Messergebnisse über Schadstoffe in der Luft will das Ministerium am Donnerstagnachmittag bekannt geben. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat Messergebnisse ins Internet gestellt.
Düngemittel, Dachpappe und Förderbänder brannten
Bei dem verheerenden Brand in einem Lager der Düngemittelfabrik waren am Dienstag 20.000 Tonnen Dünger und 13.000 Tonnen Rohstoffe für die Düngemittellproduktion in Flammen aufgegangen. Die Halle wurde komplett zerstört. Die Brandursache ist noch völlig unklar. Neben den alten Holzbalken der Halle hatten nach Angaben des Werksleiters auch Dachpappe und Förderbänder aus Gummi Feuer gefangen.
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Schulen nach Großbrand geschlossen
(00:47 Min.)
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WDR aktuell vom 27.09.2012
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Schulen nach Großbrand geschlossen
Stand: 27.09.2012, 12.47 Uhr
- Die schwarze Wolke über Krefeld [Mediathek]
- Löscharbeiten dauern an [Mediathek]
- Nach Brand in Düngemittelfabrik: Die Aufräumarbeiten beginnen (26.09.2012)
- Luftqualität-Messwerte nach dem Feuer von Krefeld [Landesumweltamt]
- Nach Brand in Düngemittelfabrik: Wie gefährlich ist die Wolke von Krefeld? (27.09.2012)
- Schwerpunkt: Großbrand in Krefeld (28.09.2012)
Kommentare zum Thema (10)
letzter Kommentar: 27.09.2012, 20:53 Uhr
- heinzb aus nrw schrieb am 27.09.2012, 20:53 Uhr:
- Und was zieht durch das Löschwasser in das Grundwasser ??? Da sind Krebs usw. vorprogrammiert, meine ich. Jeder Privatmann muss im Keller um den Öltank ein Auffangbecken schaffen mit Sperrschichten usw., bei so hochbrisanten Lagergütern sollte sowas schon lange Pflicht sein, meine ich. Oder ist die Politik machtlos und antriebsschwach, wenn es um die Industrie und das Kapital geht ???
- Wirtschaftler schrieb am 27.09.2012, 16:35 Uhr:
- Ich frage mich allen ernstes, was das Einkommen der Kommentatoren hier mit diesem Unfall zu tun hat?! Nämlich rein gar nichts, hier werden irgendwelche Themen durcheinander gebracht. Und ganz ehrlich, ist dieser Brand auch nicht diskutabel. So etwas passiert halt, davor kann sich keiner und keinen schützen. Wo Technik und/oder Menschen arbeiten, passieren leider Gottes Fehler.. Wenn man aber schon darüber diskutiert und wieder diese Jammerlappenleier "des geringen Einkommens" auftaucht, nach dem Motto " ich kann mir etwas nicht leisten, was sich andere leisten können". Dann müsste man mal bei dieser Geschichte hinterfragen, wofür Düngemittel benutzt werden. Sie werden dazu benutzt, dass Obst und Gemüse z. B. schneller wächst. Weil auch die Leute mit geringem Einkommen jeden Tag, 365 Tage im Jahr Tomaten, Erdbeeren, Gurken usw. essen wollen. Also, wenn Sie Ihre Gewohnheiten ändern würden, wäre der ganze Sache schon sehr geholfen. Und Ihren Geldbeutel freut dies auch.
- gert schrieb am 27.09.2012, 16:18 Uhr:
- Ich war selbst bei den Messungen dabei, der Luftgehalt toxischer Stoffe, die von den Düngemitteln ausgehen könnten, ist so gut wie nicht erhöht. Natürlich ist eine Rauchwolke gesundheitsschädlich beim einatmen. Grauer Rauch entsteht maßgeblich durch unvollständig verbrannten Kohlenstoff (bei vollständiger verbrennung würde es Kohlendioxid), der natürlich auf die Atemwege schlägt. Aber es gibt keine erhöhte Toxizität. Es sollte natürlich auch klar sein, dass in der kurzen zeit keine Messungen nach allen vorhandenen Substanzen durchgeführt werden kann. Der Hersteller sagt was dort gelagert wurde, Chemiker schlussfolgern welche Stoffe zu erwarten sind. Und auf die kann dann gemessen werden. Vollständige Analysen können erst zu späterer Zeit vorliegen. Die Benzoldämpfe, die jeder tagtäglich an der Tankstelle einatmet (und ja sogar Lebensmittel aus Tankstellen konsumiert), sind viel gesundheitsschädlicher.
- Krefelder schrieb am 27.09.2012, 16:07 Uhr:
- Seltsam erscheint mir die schnelle Feststellung des Umweltministeriums "Keine Gesundheitsgefährdung". Ich frage mich warum das Ministerium so überhastet beruhigend auf die Bevölkerung einwirkt. Sicher sollte jede überhastete Panik vermieden werden, aber irgendwie erscheint es mir seltsam.
- Sven schrieb am 27.09.2012, 15:30 Uhr:
- Solche Unternehmen müssen aus Ballungsräumen raus! Es braucht eigentlich robuste Gesetze die dafür sorgen das keine Idustrie mit gefährlichem Potenzial in Ballungsräumen produzieren darf. Die gesundheitliche Unversehrtheit von Menschen ist deutlich höher zu bewerten als jeder Arbeitsplatz. Außerdem braucht es eine klare Haftungsregel die besagt das ein Unternehmen welches Schäden an Umwelt, Mensch und Tier produziert in vollem Umfang für jeden Schaden Haften muß. Und zwar ohne jedes wenn und aber und unabhängig vom verschulden. Schlägt der Blitz in eine Produktionsanlage muß das Unternehmen selbstverständlich in vollem Umfang für alle daraus entstanden Schäden aufkommen. So sollte es sein!
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