Rauchwolke über Krefeld und Duisburg Löscharbeiten bis in die Nacht

Das Feuer in einer Krefelder Düngemittelfabrik war auch am späten Dienstagabend (25.09.2012) noch nicht komplett gelöscht. Durch den Brand war eine Rauchwolke entstanden, die bis in umliegende Städte zog. Eine Gefahr wegen Giftstoffen besteht laut Feuerwehr nicht, trotzdem riet der Krisenstab am Abend weiter zu Vorsichtsmaßnahmen.

Schadstoffwolke in Krefeld Video Rauchwolke in Krefeld: Betroffene sprechen über ihre Situation (01:41 Min.) WDR aktuell vom 25.09.2012

Rauchwolke in Krefeld: Betroffene sprechen über ihre Situation

Schwarzer Rauch über Rhein und Ruhr: Ein Großbrand in einem Krefelder Düngemittel-Lager hat am Dienstag (25.09.2012) in Teilen Nordrhein-Westfalens für Alarmstimmung gesorgt. Angesichts der riesigen Rauchwolke, die sich bis in angrenzende Städte erstreckte, sollten Schüler und Kindergartenkinder die Gebäude zunächst nicht verlassen. Luftmessungen ergaben aber bis zum Abend keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffwerte. Vier Menschen wurden durch das Feuer leicht verletzt, darunter zwei Feuerwehrmänner. Die Löscharbeiten sollen in der Nacht zu Dienstag abgeschlossen sein. Am Mittwoch beginnen dann die Aufräumarbeiten, die laut einem Sprecher der Feuerwehr einige Tage in Anspruch nehmen werden.

20.000 Tonnen Dünger und 13.000 Tonnen Rohstoffe


Das Feuer war aus noch unbekannter Ursache gegen 7 Uhr in einer Lagerhalle im Rheinhafen ausgebrochen. Nach Angaben des Unternehmens waren dort etwa 20.000 Tonnen Dünger und 13.000 Tonnen Rohstoffe gelagert. Die Flammen waren nach wenigen Stunden weitgehend unter Kontrolle. Endgültige Entwarnung konnte am frühen Abend aber noch nicht gegeben werden, wie die Stadt Krefeld mitteilte. Etwa 450 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Trotz der bedrohlich wirkenden Rauchwolke bestand für die Bevölkerung offenbar keine Gefahr. Bei Messungen auf dem Betriebsgelände sowie in den angrenzenden Städten seien keinerlei überhöhte Schadstoffwerte festgestellt worden, sagte ein Krefelder Stadtsprecher. Unter anderem sei die Luft auf Chlor, Salzsäure, Phosgen und Stickstoffverbindungen untersucht worden. Die Messungen wurden aber vorsichtshalber fortgeführt.

Hersteller Compo: "keine Gefahrgutstoffe"


Auch der Betreiber des brennenden Lagers schätzte die Gefahr für die Bevölkerung als gering ein. Es entstünden zwar beim Verbrennen der Düngemittel "gewisse Dämpfe", sagte der Geschäftsführer des in Münster ansässigen Herstellers Compo, Jens Averdiek, dem TV-Sender N24. Die brennenden Materialien seien aber "allesamt keine Gefahrgutstoffe".

Zur Vorsicht hatten die Städte Krefeld und Duisburg Eltern dazu aufgerufen, ihre Kinder bis zum Nachmittag in Schulen und Kindergärten zu lassen. Auch in anderen Städten wie Essen und Mülheim wurden die Bewohner aufgefordert, sich nicht im Freien aufzuhalten sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Betrieb an Schulen und Kitas in dem betroffenen Bereich soll am Mittwoch wieder normal aufgenommen werden.

Brandort konnte noch nicht untersucht werden


Eine Rauchwolke, die vom Brand einer Lagerhalle eines Düngemittelbetriebs in Krefeld emporsteigt, weht auf eine Frau mit Hund und Kinderwagen bei Duisburg-Serm zu
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Die Rauchwolke war kilometerweit zu sehen

Auf der Spurensuche nach der Ursache des Großbrands befragte die Polizei am Nachmittag erste Zeugen. Nach Angaben der Ermittler gibt es keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung oder Fahrlässigkeit. Den Brandort selbst konnten die Ermittler noch nicht untersuchen. Dies sei erst möglich, wenn das Feuer komplett gelöscht sei, sagte der Sprecher.

Auch auf den Verkehr hatte die Rauchwolke Auswirkungen. Der Rhein wurde nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamts Duisburg-Rhein zwischen Düsseldorf-Wittlaer und Rheinberg-Orsoy auf einer Strecke von fast 40 Kilometern für Schiffe gesperrt. Auch die Rheinbrücke an der Bundesstraße 288 zwischen Krefeld und Duisburg war laut Krefelder Stadtsprecher aus Sicherheitsgründen unpassierbar, ebenso die Zubringerstrecke über die Autobahn 524.

Flüge nach Skandinavien mussten Route ändern

Am Flughafen Düsseldorf konnten zwar alle Flüge rechtzeitig starten und landen. Mehrere Dutzend Maschinen mit Kurs auf Skandinavien und Norddeutschland mussten ihre Flugroute jedoch leicht ändern, um der Rauchwolke zu entgehen, wie der Sprecher der Deutschen Flugsicherung in Nordrhein-Westfalen, Michael Fuhrmann, sagte.

Die Stadt Krefeld hat ein Infotelefon geschaltet. Unter (02151) 19700 erhalten Bürger aktuelle Informationen zum Brand. Auch auf den Internetseiten der Städte Krefeld und Duisburg informieren die Krisenstäbe über Maßnahmen und den aktuellen Stand.


Stand: 25.09.2012, 20.00 Uhr


Kommentare zum Thema (155)

letzter Kommentar: 27.09.2012, 19:26 Uhr

C schrieb am 27.09.2012, 19:26 Uhr:
Hallo, ich frage mich in unserem tollen Rechtsstaat langsam, ob wir alle das Lemmingverhalten haben. Werden Bürger eigentlich nur so schlau gehalten, wie man es für richtig hält? Selbst die Reporter versagen. Da wird ein Mikrofon hingehalten und relativ alberne Fragen gestellt. Die Feuerwehr ist wohl auch im Kommentar gelenkt. Liegt ggfl. am Beamtenstatus, oder? Das kann doch keiner glauben. Türen & Fenster zu, Kinder gehen nicht zur Schule, aber alles ist in Ordnung!? Hä, wie bitte? Da hakt kein Reporter nach? Wir bekommen, entschuldigen Sie bitte die Ausdrucksweise, Mist vorgesetzt und schlucken den auch noch runter. Deutschland, ich glaube das Land geht auf lange Sicht den Bach runter. In allen Belangen. Immigrantenpolitik haben wir uns ja auch immer getraut das Richtige zu sagen. Es wird stets nur so geredet, wie es gewünscht wird. Traurig. Wahrheit sollte jeder sagen dürfen. Schade, dies macht mich doch relativ traurig.
Friedhelm-09 schrieb am 26.09.2012, 22:39 Uhr:
Lieber Herr Analytiker, wenn Sie Nachrichren hören oder Zeitung lesen werden sie verstehen was gemeint ist. Ich habe bis dto noch von keinen Großbrand gelesen bei dem überhöhte Messwerte festgestellt wurden. Als das Reifenlager oder Kunststofflager u.s.w. abgebrannt sind es wurden nie die Grenzwerte überschritten. So naiv kann doch keiner sein dies alles zu glauben.
Stadt Krefeld angerufen schrieb am 26.09.2012, 16:29 Uhr:
Habe Stadt Krefeld Bürgertelefon angerufen, mitgeteilt das Elfrather Schulklasse morgen nach Burglinn fahren, finden sie zwar ungewöhnlich aber tun können sie nichts, liegt im ermessen der Schule, zuviel zum wohle der Kinder
Petra schrieb am 26.09.2012, 16:16 Uhr:
Duisburg macht schulen zu, elfrather schule ausflug nach burg linn, ist das noch normal
Rüdiger Korsch schrieb am 26.09.2012, 09:06 Uhr:
Alle reden immer von der Luft. Was ist denn mit dem Löschwasser? Sind da keine Giftstoffe drin? Wo landet das denn ?

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