Neue Kontrollen in Hagen und Dortmund Blitzer gegen Lkw in der Umweltzone

Ein neuer Blitzer ist in Hagen in Betrieb genommen worden. Doch das Gerät überwacht nicht die Geschwindigkeit oder eine Ampel, sondern das Gewicht von Lkw. Wenn ein Brummi mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen trotz Verbot in die Innenstadt fährt, wird er fotografiert.


Blitzer gegen Lkw in der Umweltzone
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Ein Blitzer mit besonderer Aufgabe

Schon 31 Mal sind in diesem Jahr in Hagen die Grenzwerte für Feinstaub auf der Hauptdurchgangsstraße in die Stadt überschritten worden. Dazu kommt die gestiegene Stickstoffbelastung in der Luft. Die Werte sind teilweise um 50 % höher als normal. Schuld ist nach Meinung der Experten vor allem der Lkw-Verkehr. Ein generelles Durchfahrverbot gibt es nicht. An Tagen, an denen die Werte besonders hoch sind, heißt es allerdings "Durchfahrt verboten" für Lkw, die Verkehrsschilder werden automatisch umgestellt. Ein Verbot, das vielen Brummifahrern aber egal ist. Vier von fünf halten sich nicht daran, sagt Ralf Rainer Braun vom Umweltamt Hagen. Ab jetzt soll aber jeder Umweltsünder mit einem Bußgeld von mindestens 15 Euro bestraft werden.

Jeder Lkw wird gewogen


Umweltzonen-Schild an einer Straße
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Zu schwere Lkw sollen fotografiert werden

Das Prinzip ist so einfach wie wirksam. Eine unter dem Asphalt verbaute Waage misst das Gewicht der Fahrzeuge – bei Lkw über 3,5 Tonnen wird automatisch ein Foto geschossen, und der Halter bekommt Post von der Stadt. Ob die 15 Euro Strafe Wirkung zeigen, bleibt abzuwarten. Schon jetzt haben viele Fahrer wenig Verständnis für die Umweltzonen und Durchfahrverbote für den Schwerlastverkehr. Die Argumente sind immer gleich: "Wir müssen hier anliefern!" – "Der Umweg ist zu umständlich" - sind nur zwei davon.

Dortmund hat ähnliche Probleme wie Hagen. In der einstmals kleinsten Umweltzone Deutschlands, der Brackeler Straße, sind die Grenzwerte für Feinstaub schon 32 Mal in diesem Jahr überschritten worden. Hier ist die Durchfahrt für Lkw generell verboten – trotzdem fahren jeden Tag mehr als 1.000 Laster über die Straße zum Borsigplatz. Bisher ohne große Folgen, doch das soll sich ändern. Die Polizei plant schärfere Kontrollen, und die Stadt will eigene Maßnahmen ergreifen. Rainer Mackenbach vom Umweltamt weiß zwar, dass er in den fließenden Verkehr nicht eingreifen darf, er will aber ebenfalls Fotos von Lkw schießen und dann Anzeige erstatten.

Millionenbußgeld droht

Ob das die Lkw-Fahrer abschreckt, wird sich zeigen. Wenn auch  in diesem Jahr die Grenzwerte häufiger als erlaubt überschritten werden,  droht  eine Strafe durch die Europäische Union. Viele Städte stehen kurz davor, die erlaubten 35 Überschreitungen der Grenzwerte für Feinstaub zu durchbrechen. Wenn der EU Kommissar die Zahlen auf dem Tisch hat, könnte er ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten. Dann könnte ein teures Bußgeld fällig werden. Mit 15 Euro wie die Lkw-Fahrer kommt der Bund wohl nicht weg.


Stand: 03.10.2012, 09.30 Uhr


Kommentare zum Thema (11)

letzter Kommentar: 06.10.2012, 14:36 Uhr

Kölner Bürger schrieb am 06.10.2012, 14:36 Uhr:
Umweltzonen sind für die Anwohner ein Segen. Es bedeutet nämlich das deutlich weniger Fahrzeuge unterwegs sind und das die alten Stinker fernbleiben! Eine Citymaut wird diesen Effekt noch verstärken weshalb ich sehr hoffe das die Citymaut zumindest für Köln kommt.
Gute Idee, Bescheidene ausführung schrieb am 05.10.2012, 13:52 Uhr:
Umweltzonen sind sinnvoll, d.h. sie wären es, wenn sie denn vernünftig umgesetzt würden, aber es wurden, mit voller Absicht, so viele Ausnahmen zugelassen das die zonen, in den meisten Fällen, unwirksam bleiben. Die zukünftig fälligen Strafen sollten per Citymaut eingetrieben werden!
Steuerzahler, 54 schrieb am 04.10.2012, 09:05 Uhr:
Umweltzonen sind so überflüssig wie ein Kropf und ein Relikt dieser selbstgefälligen grünen Wirtschaftsverhinderer. In anderen Ländern Europas stellt man die Meßstationen so auf, das die Grenzwerte garantiert nicht übertroffen werden. Nur in Deutschland müssen mal wieder alle schwachsinnigen EU Vorgaben zu 200% umgesetzt werden. So lange Dieselloks, Frachtschiffe und Autobahnen durch dichtbesiedelte Gebiete fahren, ist es müßig sich über Umweltzonen zu unterhalten, oder entehen dort keine Emissionen?
Hmm schrieb am 03.10.2012, 17:45 Uhr:
Umweltzonen sind ein Versuch der Grünen, unsere Wirtschaft ein bisschen schneller vor die Wand fahren zu lassen. Ihre Wirksamkeit ist ausschließlich durch kreative Statistikauslegung belegt. Man kann sich nur wundern, woher die Grünen ihre Stimmen bekommen. Demnächst müssen die Leute weite Wege fahren, weil Einzelhändler nicht mehr zuverlässig beliefert werden können und deshalb die Standorte verlagern. Toller Umweltschutz. Wie lange lässt sich der Bürger eigentlich noch vor den dreckigen Karren dieser Träumer spannen?
Hagner schrieb am 03.10.2012, 14:30 Uhr:
@ Albert Wenn Sie mir einen wissenschaftlichen Beleg dafür liefern, dass Umweltzonen zu einer Verbesserung geführt haben, kann ich der tendenziell egoistischen Argumentation vielleicht folgen. Ich habe bisher, zumindest im Netz, nichts derartiges finden können. Mal abgesehen davon: Die manchmal für Lkw gesperrte Strecke ist innerhalb einer Umweltzone. Diese sinnlose, ja im Endeffekt umweltschädliche, "Manchmal-Sperrzone" gab es schon lange bevor Hagen diesen Umweltzonen-Schwachsinn mitgemacht hat. Diese Umweltzonen gibt es nur in Deutschland. Und ich habe noch nichts davon gehört, dass in anderen Ländern die Eigentümer älterer Autos durch die Einführung der "Umweltplaketten" faktisch enteignet werden. Denn niemand kauft diese Fahrzeuge noch auf dem Gebrauchtwagenmarkt, aber benutzen kann man sie, wenn man im Ruhrgebiet wohnt, auch nicht mehr. Was mich noch interessieren würde: Die Waren in den Supermärkten innerhalb der Umweltzone, die wachsen wahrscheinlich in den Regalen, oder?

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