Ergo veröffentlicht Liste mit Verfehlungen Rote Karte für Rotlicht-Reisen

Nachtbar in New York, Tabledance in Kitzbühel, Striptease in Hamburg: Seit Sonntag (30.09.2012) kann man im Internet nachlesen, welches Fehlverhalten Ergo-Mitarbeitern in der Vergangenheit nachgewiesen wurde. Die Versicherungsgruppe, die wegen Lustreisen und Sexparties in die Kritik geriet, will so Transparenz schaffen.


Ergo und Stripbar. Montage
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Skandal um Sexreisen: Ergo kämpft um sein Image

Nach den Skandalen um Prostituierte bei einer Vertriebsparty in Ungarn sowie einem Bordellbesuch während einer Reise nach Jamaika macht die Ergo-Versicherungsgruppe nun weitere Fehltritte ihrer Mitarbeiter publik. Auf einer am Sonntag (30.09.2012) freigeschalteten Homepage listet der Konzern penibel ein Dutzend weiterer Fälle auf. Es geht um Besuche von Striptease-Bars, Nacht- und Erotik-Clubs, die zwischen 2007 und 2011 von Ergo-Mitarbeitern in Rechnung gestellt und bezahlt worden waren. Diese Besuche fanden an verschiedenen Orten statt: In Hamburg und New York, in Rio de Janeiro und Tallinn, in Wien und Kitzbühel.


An den eingereichten und erstatteten Belegen soll die "Natur der damit abgegoltenen Dienstleistungen" nicht ohne weiteres zu erkennen gewesen sein, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Die Verfehlungen seien erst nach einer intensiven Prüfung der Revisionsabteilung aufgefallen. Diese veranlasste Recherchen, "sobald der Name des Lokals, sein Standort oder die Uhrzeit der Abrechnung auffällig erschienen". Die erstatteten Mittel seien zurückgefordert worden, teilweise seien auch Rügen ausgesprochen worden. In einem Fall erhielt ein Mitarbeiter eine Abmahnung und wurde in der Konzernhierarchie zurückgestuft. Er soll sich unter anderem einer Bedienung in einem Lokal "vollkommen respektlos" verhalten und mehrfach gegen deren Willen den Arm um sie gelegt haben.

Auch unbewiesene Fälle veröffentlicht

Weiter veröffentlichte der Konzern eine Auflistung von Beschuldigungen, die nicht belegt werden konnten. Diese Fälle reichen zurück bis 1976. Damals sollen bei einem Führungskräfteseminar in Zürich Prostituierte anwesend gewesen sein. Der damalige Vorstand wies die Beschuldigung zurück. Auf einer Mallorca-Reise 2005 soll eine Führungskraft in ein Bordell eingeladen haben. Auch hier leugnete der Beschuldigte. Der Revisionsabteilung blieben aber Zweifel angesichts einer pauschalen Rechnung über "Essen und Getränke" in Höhe von knapp 2.500 Euro. "Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit sollte damit der Besuch eines Nachtclubs oder eines Bordells verschleiert werden", heißt es in einem Bericht. Ein Nachweis sei jedoch nicht möglich gewesen.

Nach Angaben von Ergo sollen "weit über 500" Belohnungsreisen überprüft worden sein, die im Unternehmen in den letzten zehn Jahren gemacht worden waren.

Belohnungsreisen künftig nur noch mit dem Ehepartner

Ergo-Vorstandsvorsitzender Torsten Oletzky begründete die Transparenzoffensive mit verlorengegangenem Vertrauen in das Unternehmen. Zwar habe nur eine begrenzte Zahl von Kunden ihre Verträge aufgrund der Sex-Skandale gekündigt. Allerdings sei die Stimmung im Vertrieb und im gesamten Unternehmen "durchaus bedrückt", sagte er am Sonntag in einem Interview. Mitarbeiter im Vertrieb bei den Agenturen und im Innendienst würden auch in der Freizeit auf die Skandale angesprochen. Als Konsequenz aus den Geschehnissen soll das Anreiz-System bei Ergo verändert werden, bei Fehlverhalten sollen klare Sanktionen ausgesprochen werden. Ab sofort gelte die Vorgabe: "Reisen für unsere Vertriebspartner werden nur noch in Europa und mit Ehepartner ausgeschrieben."


Stand: 30.09.2012, 15.07 Uhr


Kommentare zum Thema (14)

letzter Kommentar: 02.10.2012, 09:32 Uhr

Volker Schatten schrieb am 02.10.2012, 09:32 Uhr:
Irgendwie kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr raus - und dabei staune ich keineswegs darüber, dass solche Lustreisen stattgefunden haben. Das kann auch nun wirklich keinen überraschen, der sich im Vertrieb auskennt - und die ERGO ist da natürlich keine Ausnahme. ABer die ERGO tritt mit einer Werbekampagne an, die auf Kundennähe, Kundenverständnis und Transparenz abzielt. Und was ist die Antwort auf die Lustreisen? Dass jetzt Reisen nur noch mit Ehepartnern stattfinden! Na toll, dann verjubelt die doppelte Anzahl von Leuten champagnersaufend das Geld der Anleger. Das kann doch nicht deren Ernst sein. Wieso denkt keiner bei der ERGO daran, den Vertrieb zu ganz normalen Mitarbeitern zu machen, die bezahlt und nicht belohnt werden? Wieso denn auch Belohnung? Hier geht es doch immer noch um das Feiern der besten Kundenfänger. Wann hört das endlich mal auf? Und wann wird das von den Medien endlich mal konsequent eingefordert? Schluss mit Riesenprovisionen und Belohnungssystemen!!!
Das Leihschwein schrieb am 02.10.2012, 09:28 Uhr:
Selber Schuld wer privat vorsorgt. Die einzigen die versorgt werden sind die Mitarbeiter der Versicherungen vom Vorstand bis zum Vertreter. Ist doch klar das gerade mal ca. 60% des Geldes angelegt wird oder private Krankenversicherungen exorbitant ihre Prämie erhöhen. Da werden Versichertengelder bei Sex- und Drogenpartys verprasst, den Rest legt man in Pleitestaaten an und hofft, das der europäische Steuerzahler diesen Länder hilft. Wer will bei den exorbitanten Staatsverschuldungen garantieren das man in dreißig Jahren wirklich seine Privatrente erhält. Möglich das, das gesamte Finanzsystem in zehn oder zwanzig Jahren zusammenbricht und dann alles bei Null anfängt. Dann war doch der, der privat vorsorgte der Dumme, denn sein Geld ist weg. Bei der fortschreitenden Staatsverschuldung lege ich kein Geld langfristig an. Niemals werden Staaten ihre Schulden tilgen, haben auch kein Interesse daran oder hat einer in der Vergangenheit Schulden reduziert. Maximal wurden weniger gemacht.
RechtsDaumenLInks schrieb am 02.10.2012, 03:46 Uhr:
Ist mir völlig egal wer, wann, wo oder mit wem was gemacht hat. Wenn die Ergo so dämlich ist Ihren Mitarbeitern derartige Vergnügungen zu finanzieren sind Sie selbst schuld. Am besteb gleich den Namen wechslen ehe es noch peinlicher wird :-) (vlt. in PORN.O?) Naja und ne andere Farbe für den Schriftzug wäre sicher auch angebracht, könnte ja auch an dem Rot liegen das sich da einige haben hinreissen lassen ;-)
ludi.mob schrieb am 01.10.2012, 19:29 Uhr:
Nur noch für Ehepaare? Da werden sich doch schnell die Anschriften von einschlägigen swinger-clubs herausfinden lassen. LOL.
Heinz Keuken schrieb am 01.10.2012, 15:59 Uhr:
So so, Belohnungsreisen gibt es also nur noch in Begleitung von Partner/Partnerin. Was passiert denn, wenn jemand keine/n Partner/Partnerin hat? Muß die Person dann zu Hause bleiben? Manohman bin ich froh, dass ich von dem Verein keine Police im Ordner habe.

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