Erdbeben mit Epizentrum in Goch: Keine größeren Schäden nach Erdbeben in NRW
Um 21.02 Uhr bebte am Donnerstagabend (08.09.2011) im Westen von Nordrhein-Westfalen die Erde. Nach Angaben der Erdbebenstation Bensberg befand sich das Epizentrum in Goch. Das Beben hatte eine Stärke von 4,4 auf der Richterskala. Schäden gab es offenbar nicht.
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Video:
Erdbeben im Westen von NRW
(01:51)
WDR aktuell
09.09.2011 -
Erdbeben im Westen von NRW
Audio
Die Menschen am Niederrhein in der Gegend von Goch hörten einen dumpfen Knall, ein Rauschen und ein Grollen. Hunde wurden unruhig, Gläser in Vitrinen klirrten, wie von Geisterhand bewegten sich Sessel und Betten. Viele Menschen verließen fluchtartig ihre Häuser. Einige glaubten an einen Flugzeugabsturz am Niederrhein-Flughafen Weeze, andere an eine Explosion oder an Riesenlastwagen, die über die Straßen donnerten. Doch es war ein Erdbeben das am Donnerstagabend (08.09.2011) um kurz nach 21.00 Uhr den Westen Deutschlands erschütterte.
Radius von 200 Kilometern
Wie die Erdbebenstation Bensberg mitteilte, lag das Epizentrum in der Nähe der holländischen Grenze in Goch. Die Stärke des Bebens gab die Station mit 4,4 an. Der Erdstoß war im Radius von rund 200 Kilometern zu spüren. "Von Bielefeld bis Brüssel, im Bonner Raum und sogar bis nördlich von Amsterdam", sagte der Leiter der Erdbebenstation, Professor Klaus Hinzen WDR.de. Bei Goch sei das Beben circa zehn bis 15 Sekunden zu spüren gewesen. Schäden an Gebäuden hat es durch das Beben offenbar nicht gegeben. Auch verletzt wurde niemand. Das berichteten die Polizeidirektionen NRW am Freitagmorgen (09.09.11) übereinstimmend.
Einen ordentlichen Schrecken bekamen viele Menschen dennoch. "Ich bin nach oben gerannt und habe die Kinder aus den Betten geholt. Ich hab' an einen Flugzeugabsturz gedacht", sagte eine Frau aus Weeze. Ein Landwirt aus Goch berichtete: "Ich dachte, die Decke geht runter. Es wackelte alles: Stühle, Geschirr, Gläser, unsere Schränke."
Ein Beben mittlerer Stärke
"Solche Erdbeben sind in der Niederrheinischen Bucht nichts Ungewöhnliches", sagt Hinzen. Das Beben war den Aufzeichnungen zufolge in diesem Herbst das bisher heftigste in Deutschland. In den vergangenen Tagen waren bereits mehrere Beben im Vogtland gemessen worden, die aber weniger stark waren. Der Seismologe Nicolai Gestermann von der Bundesanstalt für Geowissenschaften in Hannover sprach von einem Beben mittlerer Stärke, wie es etwa ein- bis zweimal jährlich in Deutschland vorkomme.
Die Feuerwehren in Dortmund und Köln erhielten viele Anrufe besorgter Bürger. Schäden seien allerdings nicht gemeldet worden, berichteten sie. "Es hat geruckelt und danach gab es massiv Anfragen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr in Dortmund.

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Eine Karte veranschaulicht die Ergebnisse der Fragebögen
Die Erdbebenstation Bensberg sammelt auf ihrer Homepage Meldungen von Menschen, die das Beben gespürt haben. Anhand eines Fragebogens versuchen die Forscher genauere Erkenntnis über die Ausbreitung und Intensität des Bebens zu bekommen. Auf einer Karte werden die Erkenntnisse dargestellt.
Stand: 09.09.2011, 20.24 Uhr
- Erdbeben am Niederrhein [Mediathek]
- Audio: WDR 2 Reportage: Den Menschen in der Region steckt der Schrecken noch in den Gliedern (09.09.2011) Ralf Lachmann, WDR 2 Zwischen Rhein und Weser 09.09.2011 15:05:00
- Erdbebenstation Bensberg
- Fragebogen der Erdbebenstation Bensberg
Kommentare zum Thema (76)
letzter Kommentar: 10.09.2011, 12:54 Uhr
- Jacqueline schrieb am 10.09.2011, 12:54 Uhr:
- Ich denke ähnlich, wenn das nur ein kleines Erdbeben war, dann möchte ich nicht wissen und auch niemals miteleben müssen wie sich ein "großes" anfühlt. Wir leben ca. 25 km von Goch weg, wir haben es tatsächlich "erlebt" und das war nicht wenig!
- torsten unna schrieb am 10.09.2011, 02:01 Uhr:
- ich habe das beben in kamen deutlich gespührt.war mein erstes bewusst wahrgenommenes.wenn das nur ein kleines war dann möchte ich kein beben wie in der türkei oder japan erleben
- Ruhrpott schrieb am 10.09.2011, 01:06 Uhr:
- Ich möchte mal wissen, was für Kleingeister und Angsthasen die Feuerwehr und Polizei mit ihren Anrufen belästigen? Was sollen die denn 1 Minute später wissen? Und wenn diese Leute noch Zeit haben zu telefonieren, kann es so schlimm ja nicht sein. Man kann wirklich nur noch den Kopf schütteln
- SChrubberking schrieb am 09.09.2011, 23:14 Uhr:
- Also ich habe in Wuppertal Elberfeld nichts gespürt.Hab zu dem Zeitpunkt mit meinem Sohn telefoniert und der hatte mich ganz verwundert gefragt ob ich was von einem Beben mitbekommen habe denn er hatte auf Facebook plötzlich 4 einträge aus verschieden Orten gehabt wo es gewackelt hatte.
- mekki schrieb am 09.09.2011, 22:46 Uhr:
- Wir wohnen in Ennepetal und wir haben das Beben gestern sehr deutlich gespürt, es gab einen großen Knall, dann hat der Schreibtisch und der Stuhl gebebt. Draußen war dann nur ein Rauschen zu hören. Es war schon ziemlich komisch
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