Fahrplanwechsel bei der Bahn Neue ICEs, Abschied vom Doppelstöcker

Mehr Komfort in den Fernzügen, mehr ICE-Haltestellen, schnellere Verbindungen - für den Winterfahrplan, der ab Sonntag (09.12.12) gilt, verspricht die Deutsche Bahn viele Verbesserungen. Im Regionalfahrplan dagegen könnte es stellenweise eng werden.


Zug
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Regionalverkehr künftig fast ohne Doppeldecker

Von fast allem soll es künftig mehr geben, zumindest auf den Fernverbindungen - das kündigt die Deutsche Bahn für den neuen Winterfahrplan an: Auf der Strecke Hamburg - Süddeutschland sollen weitere ICs durch komfortablere ICEs ersetzt werden. Ab Münster wird es dadurch täglich sechs Stopps des schnellen Zuges geben. Die Wagen der verbleibenden ICs kommen nun renoviert daher: mit neuen, bequemeren Sitzen und Steckdosen an jedem Platz im Großraumwagen. Fahrgäste der 1. Klasse werden in den Genuss eines besseren Mobilfunk-Empfangs kommen, so die Ankündigung der Bahn.

Schneller von Köln nach Hamburg

Eine weitere Neuerung: ICE-Züge auf der Strecke Hamburg-Bonn-Frankfurt halten nun auch in Solingen. Bisher war der dortige Bahnsteig für diesen besonders langen ICE zu kurz. Ab Düsseldorf wird es mittags und nachmittags zwei weitere ICE-Abfahrten Richtung Karlsruhe/Basel geben, ab Bonn geht es morgens ohne Umsteigen per Intercity nach Düsseldorf. Wochenendpendler dürften sich über sogenannte Verstärkerzüge freuen: Sonntags fährt künftig der IC 2408 von Köln nach Hamburg mit weniger Stopps, sodass sich die Fahrzeit um etwa 20 Minuten auf vier Stunden verkürzt. Auch zwischen Köln und Berlin sind im Winterfahrplan zusätzliche Züge an Sonn- und Freitagen eingeplant.

Doppeldecker in NRW ausgemustert

Im Regionalverkehr dagegen könnte es zu Engpässen kommen. Zwar gehen im Verkehrsverbund Rhein-Sieg ab Sonntag 15 nagelneue "Talent 2"-Züge des Herstellers Bombardier an den Start. Doch die ersetzen, so Verkehrsverbund-Sprecher Holger Klein, die bisherigen doppelstöckigen Züge, die mit bis zu über eintausend Sitzplätzen weitaus mehr Menschen transportieren konnten. Lediglich auf der Strecke Siegen - Aachen, auf der täglich tausende Berufspendler unterwegs sind, bleibt frühmorgens ein Doppelstöcker im Einsatz. Ob die neuen, einstöckigen Züge für das Fahrgastaufkommen auf den Regionalstrecken ausreichen werden, bleibe abzuwarten, sagt Sprecher Klein. Ab Montag will der Verkehrsverbund Rhein-Sieg seine Fahrgäste zählen, um den Bedarf besser einschätzen zu können. Reichen die neuen Züge nicht aus, sagt Klein, müssen die Doppeldecker zurück auf die Schiene in NRW.


Stand: 08.12.2012, 06.00 Uhr


Kommentare zum Thema (29)

letzter Kommentar: 10.12.2012, 19:14 Uhr

Anonym schrieb am 10.12.2012, 19:14 Uhr:
Fakt ist, dass der Wegfall der Doppelstock-Züge ausschließlich den RE 9 (SiegenAachen) betrifft und nicht alle bisherigen Doppelstöcker, wie man dem Artikel fälschlicherweise entnehmen könnte. Außerdem werden die neuen Talent2 schon seit einigen Wochen eingesetzt und nicht erst seit Sonntag (höchstens offiziell). Damit der Sprecher nicht abzuwarten braucht, ob diese dem Fahrgastaufkommen gerecht werden: Nein, sie tun es nicht und sind - anders als die vorherigen Doppelstöcker - auch bereits zu Randverkehrszeiten hoffnungslos überfüllt; von freitagnachmittags mal ganz zu schweigen.....
Horst schrieb am 10.12.2012, 08:45 Uhr:
Wollte schon sagen kann mir nicht vorstellen das der RE1 in zukunft mit Talents durch die gegend fährt da müssten die ja drölffach traktionen Fahren um die gleiche kapazität zu haben wie die doppelstöcker...
Ralf B. schrieb am 10.12.2012, 04:46 Uhr:
Gestern wurde auf der Aachen Sieg Strecke auch noch ein alter Doppelstöcker als RE9 eingesetzt, zum Glück, denn selbst dieser war ziemlich voll. Der nachfolgende Zug, eine Stunde später, war dann wieder ein Talent2 und man fasst es nicht, es bestand nur aus einer Einheit, hier hätten wohl nicht mal die Hälfte der Fahrgäste des Doppelstöcker hineingepasst.
Holger T. schrieb am 09.12.2012, 20:46 Uhr:
Hallo WDR. Schön, dass Sie nochmal nachrecherchiert haben. Aber in Ihrem Bericht heißt es u.A. "Doppeldecker in NRW ausgemustert". Das ist so nicht richtig. Es betrifft den Regionalexpress 9 und sonst nichts. Da hat der Sprecher des VRS schon Recht. Ihre Überschriften vermitteln aber den Eindruck, es wäre ganz NRW betroffen. Es betrifft aber nur den Verkehrsverbund Rhein-Sieg und nicht NRW.
Ralf B. schrieb am 09.12.2012, 19:47 Uhr:
Dass die neuen Talent2 Einheiten auf der Strecke Aachen Siegen dem Fahrgastaufkommen nicht gewachsen sind, habe die letzten Wochen bereits eindeutig gezeigt. Verspätungen und überfüllte Züge sind an der Tagesordnung. Durch die trägen Türmechanismen geht beim Aus und Einsteigen wieder wertvolle Zeit verloren, die die Züge durch die schnellere Beschleunigung herausholen könnten. Die erneuten Fahrgastzählungen finden wieder zum falschen Zeitpunkt statt, viele Pendler werden in der kommenden Woche bereits ihren Jahresresturlaub antreten und somit durch die Zählung nicht mehr erfasst werden. Die großen Anstürme der Wochenendausflügler mit dem Fahrrad, welche von Mai bis Oktober die Strecke bevölkern, werden ebenfalls wieder durch die Zählung nicht berücksichtigt.

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