CSD-Parade in Köln Rekord im Sonnenschein

So viele Besucher wie nie: Mit einem Rekord ist die Christopher-Street-Day-Parade in Köln am Sonntagabend (07.07.2013) zu Ende gegangen. Rund eine Million Menschen standen am Straßenrand, um die Demo für die rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben zu verfolgen.


Teilnehmer der Parade des Christopher Street Day

Bei strahlendem Sommerwetter haben am Sonntag (07.07.2013) Hunderttausende die Christopher-Street-Day-Parade in Köln verfolgt. "Es ist so voll, wie wir's schon lange nicht mehr hatten", hatte Paradenleiter Jörg Kalitowitsch schon zu Beginn des Umzuges gesagt. Am Abend sprach er von einer Million Zuschauer und meinte: "Definitiv Höchststand." Die Polizei blieb mit einer Schätzung von 900.000 etwas darunter, betonte aber ebenfalls, dass es deutlich mehr als im vergangenen Jahr gewesen seien.

Insgesamt 86 fantasievoll geschmückte Gruppen zogen über die Deutzer Brücke in die Innenstadt. Sie wollten damit für eine rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben und gesellschaftliche Akzeptanz demonstrieren. "Wir sind. So oder so.", hieß das Motto.

Am Abend sprach die Polizei gegenüber WDR.de von einem "ruhigen" und "unspektakulärem" Tag. Alles "Friede, Freude, Eierkuchen", so die Zusammenfassung. Es habe lediglich ein halbes Dutzend Besucher mit Kreislaufproblemen gegeben. Der einzige Zwischenfall habe darin bestanden, dass ein stark angetrunkener Mann mit einer Bierdose auf Claudia Roth gezielt habe. Die Parteivorsitzende der Grünen fuhr auf dem Wagen der Grünen mit. Die Dose habe sie jedoch verfehlt, der Mann sei festgenommen worden.

Pro Köln wurde ausgeschlossen


Im Vorfeld der Parade hatte es einige Aufregung gegeben, weil sich die rechtsextreme Partei Pro Köln mit einem eigenen Wagen an dem Umzug beteiligen wollte. Der Verein Kölner Lesben- und Schwulentag schloss sie jedoch aus. Die Veranstalter stünden für Vielfalt und Toleranz, hieß es. Pro Köln erklärte später selbst seinen Verzicht.


Stand: 07.07.2013, 18.12 Uhr


Kommentare zum Thema (48)

letzter Kommentar: 09.07.2013, 17.29 Uhr

Tobias schrieb am 09.07.2013, 17.29 Uhr:
Leute, erst mal ganz genau lesen worum es geht. Alleinerziehende Mütter brauchen das Geld was ein CSD kostet nötiger??? Sehe ich anders ....Zum einen finanzieren sich die CSD zu einem Großteil selbst....und zum andern bringen sie viele Menschen in die Orte , an denen sie stattfinden, die dann wiederum viel Geld dort lassen. Und ja.....auch alleinerziehende brauchen Unterstützung...aber die brauchen auch andere......
Peter schrieb am 08.07.2013, 21.31 Uhr:
@ausschluss: So einfach ist die Sache nicht. Die benannten Dichotomien liegen ja nicht objektiv vor, sondern sie werden (politisch interessegeleitet) postuliert; hier scheinbar unumstößlich durch den Verfasser. Nur, wer hat ihm die Deutungshoheit gegeben; ist es denn wirklich immer so klar und eindeutig im konkreten Fall, was ein "Nazi", ein "Rassist", ein Frauenverächter, ein Menschenverächter ist? Für den Verfasser offensichtlich schon, die Betroffenen werden ja gar nicht erst gefragt. Diese angebliche Klarheit und Wahrheit soll dann nicht unerhebliche Grundrechtseinschränkungen für die Beschuldigten rechtfertigen. Vielleicht sollte sich der Verfasser historische strukturelle Parallelen vergegenwärtigen. Eine hier sehr naheliegende ist der Umgang mit den Schwulen in der Nachkriegszeit: Sie wurden von der Mehrheitsgesellschaft offen diskriminiert (sogar mittels des Rechts, § 175 StGB), aber ihnen wurde keine Möglichkeit eingeräumt, ihre Sicht der Dinge öffentlich darzustellen.
Hallo WDR!? schrieb am 08.07.2013, 20.12 Uhr:
... über andere Großevents aus Köln wie Karneval oder Kölner Lichter berichtet ihr (zu Recht) stundenlang - aber dem CSD, auf dem 900 000 Menschen gefeiert und demonstriert haben, widmet ihr um 23.30 (!) eine halbe Stunde?! Davon sind dann auch noch 28 Minuten "vorproduziert", übermäßig viele Drag Queens und tuntige Leute kommen zu Wort, um dann in den letzten Sekunden noch ein paar hektische Bilder von der Parade zu zeigen? Ich als junger Schwuler war auf dem CSD und muss sagen, es war einfach super genial und gibt mir jedes Jahr viel Kraft für meinen Alltag. Aber wenn ich dann Sonntag abends euren Beitrag sehe, und wie ihr das Ganze in die Öffentlichkeit transportiert (ich sage nur Rene Gligee etc.), ist mir das fast schon peinlich. Gut, dass zu der Zeit schon alle geschlafen haben.... Macht es doch nächstes Mal center.tv nach und übertragt live!? Dann wirds vielleicht auch nen bisschen repräsentativer....
Doomhammer schrieb am 08.07.2013, 16.06 Uhr:
Meine Güte! So manchen Hetzkommentar hier kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wer nach bester "schwäbischer Manier" getreu nach dem Motto "Was des alles koscht..." (Achtung! Ironie!) argumentiert, dem halte ich entgegen: die Kosten des Umzugs werden doch doppelt und dreifach durch das ganze Drum und Dran (Hotels, sonstige Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie, etc. pp.) wieder rein geholt. Also ich kann mir kaum vorstellen, dass die Stadt Köln, ihre Umgebung und ihre ganzen Bewohner nicht von dererlei Großveranstaltungen, ebenso dem Karneval, profitieren. Und an alle pseudochristlichen Moralapostel: Was ist denn mit "Liebe deinen Nächsten"??? Werft eure vorsintflutlichen Kirchendogmen über Bord und kommt endlich im 21. Jahrhundert an! Und im Übrigen sollte Toleranz gegenüber Andersgläubigen SOWIE Andersdenkenden eurer Religion doch nicht im Wege stehen, oder? Also wirklich, hat der deutsche Motzki denn nichts parat, was aufregenswürdiger wäre? Ich glaube, schon.
ausschluss - ist der csd intolerant schrieb am 08.07.2013, 13.53 Uhr:
Es ist ja eine beliebte Anschuldigungung, dass die die toleranz einfordern intolerant seien weil sie selbst bestimmte leute /gruppen ausschliessen. dem liegt allerdings ein wirklich seltsames toleranz verstündnis zugrunde. - muss ich als jude nazis tolerieren? - muss ich als migrant rassisten tolerieren? - muss ich als frau frauenverachtende kommentare tolerieren? - muss ich als MENSCH Einstellungen tolerieren die anderen Menschen aufgrund ihrere Herrkuft, ihrer sexuellen Orientierung etc. ihr Recht auf ein angstfreies & glückliches Leben absprechen? NEIN!

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