Arbeitsagentur Coesfeld geräumt Urnenasche und Todesanzeigen per Post

Einen Tag nachdem in der Arbeitsagentur in Coesfeld ein Brief mit Urnenasche aufgetaucht ist, sind die Motive des Absenders noch unklar. Dem Schreiben lagen laut einer Mitteilung der Polizei am Freitag (28.12.2012) Todesanzeigen von ermordeten Personen bei.


Feuerwehrleute stehen vor dem Eingang der Arbeitsagentur in Coesfeld
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Großeinsatz der Feuerwehr

"Wir erwarten noch ein Bekennerschreiben oder etwas ähnliches", sagte am Freitag (28.12.2012) ein Polizeisprecher. Warum der unbekannte Absender zu der Asche noch rund ein Dutzend Zeitungsausschnitte mit Berichten und Todesanzeigen zu Morden in ganz Deutschland gelegt hatte, dazu gibt es keine neuen Erkenntnisse. "Das Motiv ist noch nicht ganz klar", sagte der Sprecher.

Am Donnerstag kurz nach 11 Uhr hatte ein Mitarbeiter den Brief, der scheinbar aus den USA kam, erhalten. Als er den Umschlag öffnete, rieselte ihm ein weißes Pulver entgegen. Der Poststellen-Mitarbeiter alarmierte die Polizei, die daraufhin das Gebäude evakuierte, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich um eine giftige Substanz handelte. Weil der Mann über Reizungen der Atemwege und der Augen klagte, kam er ins Krankenhaus, wo die Ärzte allerdings keine Verletzungen feststellen konnten. Und die Experten der Berufsfeuerwehr Essen, die den Brief in eine Kiste steckten und einer ersten Analyse unterzogen, konnten schnell Entwarnung geben.

"Das war kein Scherz"

Um welchen Stoff es sich genau handelte, stellte sich erst im Laufe des Nachmittags heraus: Es war Urnenasche. Ob die von Menschen oder Tieren stammte, war unklar. Der Brief war im Kreis Coesfeld abgestempelt worden, trug aber einen fiktiven amerikanischen Absender. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Münster wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten" nach Paragraph 126. "Das war kein Scherz", betonte der Sprecher. "Wer den Brief abgeschickt hat, wusste genau, was er tat." Er habe die Mitarbeiter der Poststelle absichtlich in Angst und Schrecken versetzt.

Unnötige Panik im Kreishaus

Ein zweiter Brief, der am frühen Nachmittag im benachbarten Kreishaus gefunden wurde, stellte sich als harmlos heraus. Der Umschlag war mit einem Alu-Band zugeklebt worden. Dem dortigen Mitarbeiter, durch die Vorgänge in der Arbeitsagentur alarmiert, kam der Brief verdächtig vor. Daraufhin wurde auch das Kreishaus für kurze Zeit abgesperrt und die Essener Experten zu Rate gezogen. Die Analyse war schnell erledigt: Der Umschlag enthielt nur ganz normale Anwaltspost.


Stand: 28.12.2012, 12.24 Uhr


Kommentare zum Thema (11)

letzter Kommentar: 30.12.2012, 14:10 Uhr

die Bergische schrieb am 30.12.2012, 14:10 Uhr:
Warum sammelt ein Mensch Todesanzeigen von ermordeten Menschen, verschickt diese dann, - (und warum nicht an die Polizei)...?... Möchte jemand Hinweise auf etwas geben?? Vielleicht war es ja Asche eines weiteren Mordopfers...
Roland schrieb am 28.12.2012, 18:25 Uhr:
Wahrscheinlich haben die traumatisierten Mitarbeiter jetzt alle einen Schock und müssen psychologisch betreut werden! Deshalb muß die Arbeitsagentur mindestens einen Monat geschlossen bleiben...
Doris schrieb am 28.12.2012, 16:44 Uhr:
Da kann man sich Uli nur anschliessen. Einfach nur unmöglich manche Kommentare.
Uli schrieb am 28.12.2012, 13:32 Uhr:
Wenn man teilweise die Kommentare hier liest muss man sich nur wundern ... völlig unsensibel und muss auch sagen ein wenig dumm
Anonym schrieb am 28.12.2012, 00:18 Uhr:
Anwaltsschreiben sind manchmal auch explosiv, vor allem wenn sie gut sind *grins*

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