Großeinsatz in Brühl 39 Verletzte nach Chemieunfall

Bei einem schweren Chemieunfall in einem Unternehmen für Sicherheitstechnik in Brühl sind am Dienstag (17.01.2012) insgesamt 39 Arbeiter verletzt worden. 16 Arbeiter mussten ins Krankenhaus, sieben wurden zunächst auf der Intensivstation behandelt. Sie hatten giftige Chlorgase eingeatmet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.


Feuerwehreinsatz bei Dom
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Viele Rettungskräfte im Einsatz

In dem Werk waren 200 Liter Chlorbleichlauge mit Salzsäure in Verbindung geraten, so dass ätzendes Chlorgas entstand, wie Feuerwehrsprecher Markus Brachschoß berichtete. Die genaue Ursache für die Vermischung der gefährlichen Stoffe ist noch unklar. Der Geschäftsführer des Unternehmens Dom-Sicherheitstechnik, Hermann Röser (60), machte im Gespräch mit WDR.de einen Chemielieferanten verantwortlich, der am Dienstagmorgen dort war. "Es sieht so aus, als ob er den falschen Tank befüllt hat", sagte Röser. Die Polizei nannte menschliches Versagen als Unglücksursache und ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Klimaanlage verteilte das Gas

Laut Röser hat es gegen 9 Uhr eine gewaltige Reaktion gegeben, bei der eine ätzende, nach Chlor riechende Gaswolke entstand. Die Wolke sei von der Klimaanlage aufgesaugt und im Werk verbreitet worden. Die Feuerwehrleute lüfteten das Gebäude mit einem großen Ventilator. Wie das Unternehmen am Mittwochmorgen (18.01.2012) mitteilte, ist die Produktion mittlerweile wieder angelaufen.

Lebensgefährliche Verletzungen

Markus Brachschoß von der Feuerwehr Brühl zeichnete ein dramatisches Bild von den Verletzungen der Arbeiter. Das eingeatmete Chlorgas könne Verätzungen in den Atemwegen hinterlassen und im schlimmsten Fall zu Wasseransammlungen in der Lunge führen. Das sei lebensgefährlich. Einige Arbeiter husteten, viele klagten über Übelkeit. Nach Angaben der Firma bestand und besteht jedoch für keinen der Verletzten Lebensgefahr.

Keine Gefahr für Anwohner


Feuerwehreinsatz bei Dom
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Viele Rettungskräfte im Einsatz

Die Feuerwehr hatte das Gebäude mit Atemschutzgeräten betreten, brachte die Mitarbeiter ins Freie, sperrte das Gelände ab und behandelte die Verletzten zunächst mit angereichertem Sauerstoff. Am Dienstagvormittag hatten die rund 75 Einsatzkräfte die Situation unter Kontrolle. Gefahr für die Anwohner bestand den Angaben nach nicht. Die Schadstoffe hätten die Produktionshalle nicht verlassen, hieß es bei der Feuerwehr.

Unternehmen mit 300 Mitarbeitern

Das Unternehmen Dom-Sicherheitstechnik, das Schlösser und Schließanlagen für Türen herstellt, ist eines der bedeutendsten in Brühl. In dem Werk arbeiteten am Morgen rund 300 Mitarbeiter, wie Geschäftsführer Röser weiter sagte. Die gefährlichen Gase seien in der Galvanik-Abteilung entstanden. Hier veredelt die Schließzylinder-Firma metallische Oberflächen. Für diesen Prozess werden verschiedene Chemikalien gebraucht, die jetzt vermischt wurden.


Stand: 18.01.2012, 09.26 Uhr


Kommentare zum Thema (20)

letzter Kommentar: 18.01.2012, 09:40 Uhr

WDR.de schrieb am 18.01.2012, 09:40 Uhr:
@ Anonym: Vielen Dank für den Hinweis. Wir haben unsere Angaben präzisiert.
Anonym schrieb am 17.01.2012, 23:54 Uhr:
In Chemie Klasse 5 durchgefallen? 1. Was denn nun? "Lauge mit Chlor" oder "Salzsäure mit Chlorbleiche"? Sind nur grundverschiedene Dinge! Lauge oder Säure; Chlor oder Chlorbleiche, also Hypochlorit. 2. "Reaktion mit einer nach Chlor riechenden Gaswolke"? Die Gaswolke reagierte nicht mit etwas, sondern war doch das Produkt einer Reaktion. Und dass das nach Chlor riecht ist auch nicht verwunderlich: Chlorgas riecht nach Chlorgas. Irgend jemand hätte dem Redakteur die Feinheiten erklären sollen. Aber ist ja auch Nebensache. Hat sich derjenige, der für den Fehler verantwortlich ist, sicher auch gedacht. Also menschliches Versagen und kein "Chemie-Unfall". Wenn ein Schiff in Italien strandet, ist das ja auch kein "Physik-Unfall".
pip schrieb am 17.01.2012, 21:56 Uhr:
Es ist das,was aus dem text hervorgeht,was hier diskutiert wird.Schlimmer als BILD?
Egal schrieb am 17.01.2012, 21:27 Uhr:
Sorry wenn ich hier irgendwelche Mutmassungen und Vermutungen hier lese bekomme ich echt das kotzen. Wie kann man ohne überhaupt nur einen kleinen Einblick in die Vorkommnisse gehabt zu haben, hier wild herum spekulieren. Vielleicht kam ja auch eine Blondine vorbei und der Lieferant war abgelenkt bla bla bla, schlimmer als die Bildzeitung
zenzero schrieb am 17.01.2012, 20:40 Uhr:
Da wurde meiner Meinung nach ein Mitarbeiter der Firma eingegespart. In dem Chemieunternehmen in dem ich arbeite wird grundsätzlich jeder Tankwagen von Fimenmitarbeitern UND dem Anlieferer übernommen. Eine vorherige Probennahme ist obligatorisch.

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