Briefbombe im Kölner Amtsgericht Keine Hinweise auf Terror-Motiv

Nach dem Fund einer Briefbombe im Kölner Amtsgericht hat die Polizei auch am Mittwoch (11.01.2012) noch keine konkreten Hinweise auf den oder die Täter. Einen terroristischen Hintergrund schließen die Ermittler allerdings aus.

Erste Ermittlungen ergaben, dass der an eine Zivilrichterin am Kölner Landgericht adressierte DIN-A5-Umschlag "ein zündfähiges Gemisch" enthielt. Ein Sprecher der Kölner Polizei sagte WDR.de: "Wäre der Brief geöffnet worden, hätte es wohl eine Stichflamme gegeben, die zu Verbrennungsverletzungen hätte führen können. Wir haben ein Strafverfahren eingeleitet wegen versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion." Einen terroristischen Hintergrund schließen die Ermittler allerdings aus. "Darauf gibt es keine Hinweise", sagte der Polizeisprecher. Zur Klärung der Tat sei eine Ermittlungsruppe gebildet worden. Die Polizei hofft, dass Bauart und Funktionsweise der Briefbombe Aufschluss auf den oder die Täter geben.

Amtsgericht Köln Video: Anschlag im Kölner Amtsgericht verhindert (01:29) WDR aktuell
10.01.2012

Anschlag im Kölner Amtsgericht verhindert

Kein Bekennerschreiben

Warum die Richterin Ziel des versuchten Anschlags wurde, ist weiterhin unklar. Hinweise auf den Absender gibt es noch nicht. Ein Bekennerschreiben, wie es nach dem versuchten Briefbombenanschlag auf Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Dezember 2011 aufgetaucht war, fanden die Beamten diesmal nicht. Auch ein mögliches Motiv ist nicht bekannt. "Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar", sagte Oberstaatsanwalt Alf Willwacher.

Draht baumelte aus Umschlag

Entdeckt worden war der explosive Fund am Montagmorgen (09.01.2012) von einem Mitarbeiter der Poststelle des Kölner Amts- und Landgerichts an der Luxemburger Straße. Ihm war ein Umschlag ohne Absender aufgefallen, aus dem ein Metalldraht hing. Der Sicherheitsdienst des Kölner Justizzentrums brachte den verdächtigen Brief in einen speziell abgeriegelten Raum und alarmierte die Polizei. Der Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes entschärfte die Briefbombe schließlich.

Immer wieder Gewalttaten

"Nicht nur die Richterinnen und Richter, auch die übrigen Mitarbeiter der Gerichte sind alltäglich einer gewissen Grundgefahr ausgesetzt", sagte Christian Friehoff, Geschäftsführer des Bundes der Richter und Staatsanwälte in Nordrhein-Westfalen. Es komme immer wieder zu Gewalttaten. Deshalb habe jedes Gericht spezielle Sicherheitskonzepte wie Eingangs- und eben auch Postkontrollen.

Empfänger für Sicherheit selbst verantwortlich

Scanner oder Röntgengeräte, die Sendungen auf explosive Stoffe oder Metall untersuchen können, sind bei der Deutschen Post nicht im Einsatz. "Bei 66 Millionen Briefen jeden Tag ist eine vollständige Kontrolle aller Sendungen nicht möglich", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Empfänger von Briefen sind für ihre Sicherheit also grundsätzlich selbst verantwortlich. Die Mitarbeiter in den Sortierzentren seien aber geschult und würden auf auffällige Merkmale wie etwa Drähte achten. Ob die Kölner Briefbombe durch die Deutsche Post zugestellt wurde, konnten weder der Post-Sprecher noch die Kölner Polizei sagen.


Thomas Kutschaty, SPD
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NRW-Justizminister Thomas Kutschaty

Der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) kommentierte den Vorfall mit den Worten: "Ich hoffe, dass der Fall schnell aufgeklärt wird und der oder die Täter dieses hinterhältigen Anschlagversuchs schnell ermittelt werden können."


Stand: 11.01.2012, 10.25 Uhr


Kommentare zum Thema (20)

letzter Kommentar: 11.01.2012, 08:55 Uhr

??? schrieb am 11.01.2012, 08:55 Uhr:
Oder sie hat irgendwelchen Leuten, die dumme Postings im Internet ablassen, zu 10 Jahre Wasser und Brot und anschließendem Intelligenztraining auf der Volkshochschule verknackt.
??? schrieb am 10.01.2012, 23:14 Uhr:
Vielleicht war die früher mal für Hartz4 zuständig oder bei der Strafvollstreckungskammer. Da gibt es ja genug kranke Typen, die sich aus purer Boshaftigkeiten mit ihrem angelesenen Halb?- sagen wir Zehntelwissen wegen Kleinkram auf Kosten der Steuerzahler durch die Instanzen klagen und hinterher noch einen Hass auf die Justiz haben, weil sie kein Recht kriegen.
Georg schrieb am 10.01.2012, 21:23 Uhr:
@Don.Corleone: Mafia-Geschwätz, das Selbstjustiz romantisiert. Hoffentlich wird der Täter von der Polizei gefunden und für den feigen Anschlagsversuch von unserer unabhängigen Justiz bestraft. Wir leben hier immer noch nördlich der Alpen.
Verurteilter schrieb am 10.01.2012, 20:10 Uhr:
Naja, da man vor Gericht kein Recht sondern ein Urteil bekommt, kann man so eine verquere Aktion emotional begreifen. Es ist aber egal, wie es gelaufen ist. Zum Versenden von Briefbomben kann es keine Entschuldigung geben!
URIEL schrieb am 10.01.2012, 20:07 Uhr:
...genau Roger, und zur "Unabhängigkeit" könnte Ihnen die ehemals ermittelnde, EHEMALIGE Staatsanwältin Lichtinghagen, im Fall Zumwinkel, vermutlich ein ganzes Referat halten...;-)))

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