Familie stirbt bei Brand in Langenfeld Vater unter Verdacht

Von Andreas Poulakos

Nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Langenfeld am Freitagmorgen (27.01.2012) steht der Vater unter Verdacht, seine Frau und zwei Kinder getötet und dann Feuer gelegt zu haben. Nachbarn und Bekannte reagieren fassungslos auf das Unglück.


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"Das war eine ganz normale Familie", sagt Christoph Crahs, der von seinem Friseurladen auf ein Großaufgebot der Polizei blickt. "Sehr nette Kunden, die immer lieb mit ihren Kindern umgegangen sind." Die Familie mit den zwei kleinen Kindern war im zweiten Stock des Wohn- und Geschäftsgebäudes zuhause, in dem Crahs seinen Salon betreibt. "Meine Angestellten sind alle mit den Nerven am Ende." Als er kurz nach sieben Uhr sein Geschäft aufmachen wollte, sei er von dem Großeinsatz der Feuerwehr überrascht worden, erzählt er. "Das ist mir schon komisch vorgekommen. Schließlich hat es hier schon vor ein paar Monaten gebrannt." Damals habe der Familienvater sich furchtbar aufgeregt, erinnert er sich. Der Mann habe als Computerspezialist gearbeitet, die Frau sei Hausfrau gewesen. Sie seien vor ungefähr drei Jahren in die Wohnung gezogen.

Polizei: "Kein normales Brandgeschehen"

Die Ereignisse des Morgens: Die Feuerwehr hat den Brand schon kurz nach ihrem Eintreffen gegen sieben Uhr löschen können. In der Wohnung finden die Einsatzkräfte vier Leichen: den 34-jährigen Vater, die 33-jährige Mutter, den fünf Jahre alten Sohn und die neun Monate alte Tochter. Unmittelbar nach dem Feuerwehreinsatz beginnen die Ermittler der Mordkommission mit ihrer Spurensuche. Bei einigen der Toten könne ein "Fremdverschulden" nicht ausgeschlossen werden, teilt die Polizei zunächst verklausuliert mit. Es gebe Spuren, die auf "kein normales Brandgeschehen" schließen ließen.

Brand in Langenfeld, Feuerwehr steht vor einem Mehrfamilienhaus Video: Erweiteter Suizid mögliche Brandursache in Langenfeld WDR aktuell
27.01.2012

Erweiteter Suizid mögliche Brandursache in Langenfeld

Erst nachdem die Leichen abtransportiert sind, wird Polizeisprecher Frank Sobotta konkreter: "Es gibt Hinweise, die auf einen erweiterten Suizid hindeuten." Der Verdacht richte sich gegen den Familienvater. In der Wohnung habe es schon Ende vergangenen Jahres einen Brand gegeben. "Aber der ist glimpflich abgelaufen, es gab keine Verletzten." Auch ansonsten sei die Familie bisher nie auffällig geworden, sagt Sobotta.

Bekannter findet Autoschlüssel der Familie im Briefkasten


Brand in Langenfeld, Polizeisprecher Frank Sobotta, Zeuge Rolf G.
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Polizeisprecher Frank Sobotta und der Zeuge Rolf G.

Erst später am Nachmittag gibt die Polizei bekannt, dass nach bisherigen Erkenntnissen der Vater zunächst seine Familie tötete und dann erst das Feuer legte. Genaueres zum Todeszeitpunkt und zur Todesursache werde man aber erst nach der Obduktion der Leichen in der Düsseldorfer Rechtsmedizin wissen. Weitere Ergebnisse sind nach Polizeiangaben für dieses Wochenende nicht zu erwarten.

Auch Rolf G. ist zur Unglücksstelle gekommen. Er sei ein Bekannter der Familie, erzählt der Mann mittleren Alters. Am Morgen habe er in seinem Briefkasten den Autoschlüssel zum Wagen der Familie und einen Zettel gefunden. Darauf habe gestanden, alle weiteren Erklärungen werde er in dem Wagen finden. Er habe das Auto allerdings nicht berührt, sondern die Polizei informiert. "Mir ist das alles unbegreiflich", sagt er. "Da gab es nichts, was auf so etwas hingedeutet hätte." Die Ermittler sind mittlerweile auch auf einen Abschiedsbrief gestoßen, der von dem 34-Jährigen verfasst und ins Internet gestellt wurde. Die entsprechende Seite sei bereits gesperrt worden, so die Polizei.

"Ganz ruhige Mieter"


Brand in Langenfeld, Hausmeister Thomas Krause
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Thomas Krause: "Ganz ruhige Mieter"

"Da drinnen sieht es wüst aus", sagt der Hausmeister des Mehrfamilienhauses, Thomas Krause. Gerade hat er die Wohnungstür der Familie repariert, die bei dem Feuerwehreinsatz gewaltsam geöffnet werden musste. Auch er sagt, dass er sich so etwas nie hätte vorstellen können: "Ganz ruhige Mieter. Man hat nie viel von denen mitgekriegt."


Stand: 27.01.2012, 16.29 Uhr