Fliegerbombe im Dortmund-Ems-Kanal: Bombensprengung unter Wasser
Sie ist 125 Kilo schwer und schlummert seit dem Zweiten Weltkrieg im Schlick des Dortmund-Ems-Kanals in Münster. Am Sonntag (14.10.12) um 11 Uhr soll die britische Fliegerbombe unter Wasser gesprengt werden. Eine Premiere für den Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe.

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Reinhold Schmitz (r.), technischer Leiter beim Kampfmittelbeseitigungsdiens, zeigt mit Kollegen die Art der gefundenen Bombe.
Schon öfters haben sie Blindgänger aus dem Wasser geborgen. Reinhold Schmitz, der technische Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Westfalen-Lippe, erinnert sich noch an Einsätze am Möhnesee, am Biggesee oder am Ufer der Weser bei Vlotho. Eine Sprengung unter Wasser, sei in dieser Region aber noch nie vorgekommen, so Schmitz.
Amtshilfe aus Rheinland-Pfalz
Unterstützt werden die Sprengexperten im westfälischen Münster deshalb von einem erfahrenen Taucher aus Rheinland-Pfalz. Er wird am Sonntag den Sprengstoff an der 125-Kilo-Bombe anbringen. "Wir haben keinen Taucher in unserem Dienst, deshalb haben wir Amtshilfe in Rheinland-Pfalz gestellt", sagte Reinhold Schmitz zu WDR.de. Der dortige Kampfmittelbeseitigungsdienst in Rheinland-Pfalz verfügt über eine eigene Tauchgruppe für solche Einsätze.
Sprengung unumgänglich
Die britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war bei der systematischen Auswertung von Luftbildauswertungen und Magnetfeldmessungen im Zuge der Kanalerweiterung entdeckt worden. Der Sprengsatz steckt fast sechs Meter unter der Wasseroberfläche im Schlick des Kanals fest. Ausgestattet ist der Blindgänger mit einem Langzeitzünder, der beim Aufprall zum Teil abgebrochen ist. Aufgrund der Lage und des Zustands kann der Blindgänger nicht geborgen werden. "Solche chemisch-mechanischen Langzeitzünder kommen eher selten vor. Da sie jederzeit auslösen können, dürfen sich nicht bewegt werden und müssen gesprengt werden", erklärte Reinhold Schmitz.
Bereich um Fundort wird evakuiert

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Der Bereich wird weiträumig abgesperrt
Der entsprechende Bereich um den Fundort wird weiträumig abgesperrt. Die Evakuierung beginnt am Sonntag um neun Uhr, gesprengt werden soll dann um elf Uhr. Mit Schäden wie kürzlich nach der Sprengung in München oder Viersen rechnet man in Münster aber nicht. "Da gab es andere Bedingungen. Dort waren die Bomben doppelt so groß und lagen näher an den Gebäuden dran", sagte Ute Kutschera, Sprecherin der Stadt Münster. Die Bombe in Münster sei deutlich kleiner und hätte weniger Sprengstoff (40 Kilogramm). Zudem werde das Wasser des Kanals die Detonation dämmen.
Anwohner müssen Wohnungen verlassen
Nach Angaben der Stadt müssen rund 100 Anwohner im Umkreis von 300 Metern um die Bombe ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Auch alle Autos müssen aus der Sperrzone raus. "Der von der Sperrung betroffenen Bereich verläuft zum Glück durch ein Gewerbegebiet und es ist nur ein kleines Wohngebiet betroffen", sagte Ute Kutschera, Sprecherin der Stadt Münster. Bei den Vorbereitungsmaßnahmen wurde aber nicht nur an die Sicherheit der Menschen gedacht: Nach Angaben der Stadt Münster werden bereits vor 11 Uhr im Kanal kleine Sprengkapseln gezündet, um Fische zu vertreiben.
Bundesstraße wird gesperrt
Die Bundesstraße B51 als Verbindungsstrecke vom Autobahnkreuz Münster-Süd (A1/A43) ins östliche Münsterland wird nach Aussage der Stadt von neun bis 13 Uhr gesperrt. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Hammer und Wolbecker Straße. Auch der Dortmund-Ems-Kanal bleibt für die Schifffahrt gesperrt.
Informationen für Betroffene
Die Stadt informiert auf ihrer Webseite mit aktuellen Hinweise außerdem ist ein Infotelefon eingerichtet.
Stand: 13.10.2012, 15.00 Uhr
- Die Bombe im Kanal [Mediathek]
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Homepage der Stadt Münster zur
Sprengung der Fliegerbombe - Nach der Sprengung einer Fliegerbombe: Viersen knirscht (18.09.2012)
- Bilanz nach der Sprengung in Viersen: Aufräumen nach dem Knall (18.09.2012)
- Viersen nach der Sprengung [Mediathek]
- Die schlummernde Gefahr: Noch zehntausende Blindgänger unter der Erde (18.09.2012) [Aktuelle Stunde]
Kommentare zum Thema (8)
letzter Kommentar: 14.10.2012, 11:50 Uhr
- cb @rinaldo schrieb am 14.10.2012, 11:50 Uhr:
- ..war doch nur Spaß, uih.... Aber um auf Ihre Sorge zurückzukommen: Es ist doch wohl ein Unterschied, ob eine einzelne, relativ kleine Bombe gesprengt wird oder ein ehemaliges Grundstück von Munitionsfabriken entseucht wird! Was glauben Sie wieviel Tonnen Bombenschrott, detoniert oder auch nicht, im Rhein oder sonstwo versenkt wurden, ohne das hieraus eine Umweltkatastrophe hervorging...
- Heinz Keuken schrieb am 14.10.2012, 10:40 Uhr:
- Dann wollen wir mal hoffen, dass das wirklich alles gut geht, denn diese Dinger sind in gewisser Weise aus der Erfahrung des Kampfmittelräumdienstes berechenbar, aber nie zu 100 %. Im Vorfeld der Viersen-Sprengung hatte auch niemand mit diesen doch sehr massiven Folgen gerechnet.
- rinaldo schrieb am 14.10.2012, 08:42 Uhr:
- Lärmbelästigung? Ich dachte, dass Bomben auch Gifte bzw. giftige Schwermetalle enthalten. In Stadtallendorf (Mittelhessen) gab es eine Munitionsfabrik der Nazis. Nach dem Krieg musste der mit giftigen Schwermetallen verseuchte Boden von Stadtallendorf aufwendig saniert werden. Sie können sich ja mal bei der Stadt "Stadtallendorf" erkundigen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
- cb @rinaldo schrieb am 14.10.2012, 06:19 Uhr:
- Warum sollten die Fische protestieren? Wegen Lärmbelästigung? ...aber die haben doch keine Ohren oder?
- rinaldo schrieb am 13.10.2012, 22:54 Uhr:
- Betreff: keine Lobby schrieb heute, 19:23 Uhr Die Fische können leider nicht sprechen. Sonst hätten sie schon lauthals protestiert.
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