Bombenentschärfung in Mülheim a. d. Ruhr Bombe problemlos entschärft

In Mülheim an der Ruhr ist am Freitag (24.08.2012) eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Rund 7.000 Anwohner mussten deshalb vorübergehend ihre Wohnungen verlassen.


Feuerwerker Peter Giesecke bewacht den Abtransport der Fliegerbombe
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Bombe wurde in gut 20 Minuten entschärft

"11 Uhr 26 - Bombe entschärft", Volker Wiebels, dem Sprecher der Stadt Mülheim, ist die Erleichterung anzuhören, als er WDR.de die erfolgreiche Entschärfung mitteilt. "Das ist schon eine große Nummer. So eine Zehn-Zentner-Bombe findet man nicht alle Tage." Die US-amerikanische Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war bei Bauarbeiten in einem Kindergarten in einer Tiefe von 3,50 Metern entdeckt worden. Der entsprechende Bereich um den Fundort war für die Entschärfung weiträumig abgesperrt worden. In den vergangenen Tagen wurden im Stadtteil Dümpten 15.000 Flugblätter verteilt, um die Bevölkerung darauf hinzuweisen.

Anwohner mussten Wohnungen verlassen


Hilfskräfte evakuieren Bewohnerin eines Altenheims
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Altenheim musste geräumt werden

Während der Entschärfung mussten alle Anwohner im Umkreis von 500 Metern um die Bombe ihre Wohnungen verlassen. Davon waren rund 7.000 Anwohner betroffen. Die Evakuierung der Gefahrenzone verlief laut Volker Wiebels ohne Probleme. Die meisten Menschen haben sich selbst einen anderen Aufenthaltsort gesucht, die extra eingerichteten Aufnahmestellen wurden kaum aufgesucht. Kurz vor Beginn der Entschärfung wurden in der Gefahrenzone noch ein älterer Mann an einer Bushaltestelle und eine Frau mit Kinderwagen entdeckt, die nichts von der Sperrung wussten. Bevor grünes Licht für die 22-minütige Arbeit der Sprengmeister gegeben wurde, flog ein Hubschrauber für eine letzte Kontrolle über den Sperrkreis. Es war die größte Evakuierungsaktion in der Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg, wie die Stadt mitteilte.

Seniorenheim wurde evakuiert


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Die 120 Bewohner eines Seniorenheims wurden bereits vorsorglich am Donnerstag (23.08.12) in anderen Häusern der Stadt untergebracht. Sechs Schulen und sieben Kindergärten im Gefahrenbereich blieben während der Bombenentschärfung geschlossen. Die nahe gelegene Autobahn 40 wurde für etwa eine Stunde gesperrt. Auch Busse und Bahnen standen während der Entschärfung still.

Zehn-Zentner-Blindgänger werden häufiger gefunden

Gefunden wurde die Bombe nach der Auswertung von Luftbildern, als der Kindergarten eine Erweiterung plante. Eine Probebohrung brachte schließlich die Gewissheit, dass in mehr als drei Metern Tiefe eine Bombe liegen müsste. Zehn-Zentner-Bomben haben eine große Sprengkraft, etwa die Hälfte des Gewichts entfällt auf Sprengstoff. Auch Jahrzehnte nach Kriegsende werden häufig Blindgänger gefunden, allerdings meistens kleinere. Doch auch Zehn-Zentner-Bomben sind in diesem Jahr bereits mehrfach unschädlich gemacht worden: Im Juli war ein solcher Blindgänger bei Bauarbeiten im Hauptbahnhof von Münster gefunden worden. Im April mussten in Duisburg rund 20.000 Menschen die Gefahrenzone verlassen, als eine Zehn-Zentner-Bombe entschärft wurde. Etwa 20 bis 30 Prozent der Bomben, die im Zweiten Weltkrieg über Deutschland abgeworfen wurden, sind nach ihrem Einschlag nicht detoniert.


Stand: 24.08.2012, 15.41 Uhr


Kommentare zum Thema (22)

letzter Kommentar: 25.08.2012, 04:05 Uhr

Krise schrieb am 25.08.2012, 04:05 Uhr:
Klar sollten Leute den Sektor verlassen, die nicht für sich selber entscheiden können, aber es ist eine bodenlose Frechheit, wenn ich meine Wohnung räumen muss, die 200 Meter entfernt liegt und noch von zig Häuserreihen abgesichert ist. Ich hab eine Entschärfung mitgemacht, hatte nur das Glück, dass ich am schlafen war, als ich von der Nachtschicht kam und sich die POlizei einen Wolf geklingelt hat. Himmlische Ruhe. Ich vertraue den Räumungsexperten...top Leute. Warum soll ich meine Wohnung räumen?
Jürgen Auer schrieb am 24.08.2012, 15:57 Uhr:
Diese Männer/Frauen, haben Respekt verdient und sollten weit aus mehr Gehalt bekommen als diese Grün/Blaue Brötchenholgruppe mit Namen Polizei.
Inglaterra (erratum) schrieb am 24.08.2012, 15:17 Uhr:
Erratum: Der Autor des Buches hiess nicht Frederick Vester sondern Frederick Taylor.
Stefan Zistermeier schrieb am 24.08.2012, 14:11 Uhr:
Der Räummittelkampfdienst macht einen Bombenjob. Granate.
Inglaterra schrieb am 24.08.2012, 13:27 Uhr:
Zu der Frage des Sicherheitsabstandes - auch wenn eine Explosion der zu entschaerfenden Bombe nicht alle Gebaeude in 100m Umkreis flachlegt, so gibt es Splitterwirkungen, z.B. durch die Druckwelle und ihre Wirkung auf Glasfenster. Von daher macht die grosszuegige Evakuierung schon Sinn. Ich hatte selbst 1978 als Kind das "Vergnuegen", die Explosion eines Blindgaengers im muensterlaendischen Rheine mitzuerleben, der ein paar hundert Meter von meinem Wohnhaus losging - ein Bagger war auf eine 250kg-Bombe gestossen. Es gab drei Todesopfer, neun Verletzte und die Baustelle war komplett verwuestet. Da sie sich im Stadtzentrum befand, waren die Glasfronten vieler Geschaefte betroffen und es herrschte ein heilloses Durcheinander. Und die Bombe war "nur" halb so schwer und vom Erdreich abgedeckt. Also lieber grossflaechig Platz machen ...

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