Blitzmarathon-Bilanz Raser-Rekorde und dumme Ausreden

24 Stunden lang blitzten tausende Polizisten Raser in ganz NRW: Auch der dritte "Blitz-Marathon" lieferte reichlich Material für die Verkehrssünder-Statistik - und jede Menge dumme Ausreden für die Chronik.

Radarkontrolle Video Bilanz nach Blitzmarathon (01:30 Min.) WDR aktuell vom 25.10.2012

Bilanz nach Blitzmarathon

Die Aktion ging um sechs Uhr morgens am Donnerstag (25.10.2012) zu Ende, die Bilanz lieferte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Nachmittag nach: Obwohl die Aktion groß und breit angekündigt war, hatten in NRW immer noch über 24.000 Autofahrerden Schuss nicht gehört. Sie wurden beim Rasen erwischt, immerhin drei Prozent aller gemessenen Fahrzeuge. 278 Fahrer waren so schnell unterwegs, dass ihnen ein Fahrverbot droht. 23 Autofahrer waren alkoholisiert oder standen unter Drogen, vier davon mussten ihren Führerschein an Ort und Stelle abgeben. Spitzenreiter der Raser wurde ein Fahrer, der im Raum Düsseldorf statt mit erlaubten 60 mit Tempo 176 unterwegs war.

Auch einige Anekdoten hatte die Polizei parat: Da war der 19-jährige Düsseldorfer, der mit 116 Kilometern pro Stunde statt der erlaubten 50 unterwegs war, prompt erwischt wurde und in Tränen ausbrach - kaum verwunderlich angesichts der Strafe von 480 Euro, vier Punkten und einem dreimonatigen Fahrverbot. Ein anderer Jung-Fahrer versuchte sich damit herauszureden, er habe den Wagen treten müssen, damit der Motor schneller warm wird - ein kalter Motor verbrauche schließlich mehr Benzin.


In Krefeld gab ein Autofahrer der Technik die Schuld daran, dass er erwischt wurde: "Krass! Das mit meiner Smartphone-App hat wohl nicht geklappt!" Ein anderer hatte nichts von der Aktion mitbekommen: "Mein Gott, das ist das dritte Mal heute, die stehen aber auch überall!" Dabei war die Aktion natürlich längst bekannt - was nach Angaben der Polizei dazu führte, dass mancherorts nur halb so viele Geschwindigkeitsübertretungen gemessen wurden als bei "normalen" Aktionen.

Frauen holen auf

Um so heftiger fielen die Negativ-Rekorde auf: Ein Porsche-Fahrer war in Haltern am See mit 138 Kilometern pro Stunde statt der erlaubten 50 unterwegs, ein Rollerfahrer wurde in Münster mit 110 erwischt - 60 km/h zu schnell. Baustellen auf Autobahnen waren auch ein neuralgischer Punkt: Ein PKW-Fahrer schoss bei Münster mit 177 durch eine 80er-Zone, eine Mutter raste mit ihrem Kind an Bord fast 50 Kilometern pro Stunde zu schnell.


Blitzmarathon: Laser-Messgerät vor einem Polizeiwagen
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3.500 Polizisten standen am Mittwoch am Blitzer

Frauen scheinen übrigens aufzuholen, was Temposünden anbelangt: Neun von zehn an einer Kontrollstelle bei Schiefbahn angehaltene Raser waren weiblich. Und in Lünen wurde eine PKW-Fahrerin mit 145 statt der erlaubten 80 geblitzt. Die Folge: Bußgelder, Punkte in Flensburg und sogar Führerscheinentzug.

Das verhängnisvolle Bonbonpapierchen

Ein Fahrer hatte bei Wetter besonderes "Pech": Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass er ohne Fahrerlaubnis unterwegs war. Aufgefallen war er nicht etwa, weil er zu schnell war - sein Mitfahrer hatte vor den Augen der Polizei ein Bonbonpapierchen aus dem Fenster geworfen.


Stand: 25.10.2012, 14.44 Uhr


Kommentare zum Thema (59)

letzter Kommentar: 29.10.2012, 10:45 Uhr

Das Leihschwein schrieb am 29.10.2012, 10:45 Uhr:
Oliver Kahn ex Torwart vom FC Bayern München wurde mit 180KM/H geblitzt, wo 80KM/H erlaubt waren. Nach ca. zwei Jahren, sehr viel Geld für diverse Rechtsanwälte und Gutachter kam das Gericht zu dem Schluss, das der Blitz irgendwie reflektiert wurde und das Messgerät eine völlig falsche Geschwindigkeit anzeigte. Fazit: Freispruch.
Driver schrieb am 27.10.2012, 21:57 Uhr:
@Sternfahrer: Ihr Nick spricht ansich schon Bände. Geschätztes Alter Ü60, MB-Fan seit Jahren, körperlich nichtmehr in der Lage, den Verkehr und das Umfeld bei normalem Tempo wahrzunehmen. Ergo wird sich hinter scheinheiligen Aussagen versteckt, um ja nicht einsehn zu müssen, dass NUR und ausschließlich die Schleicher, die oftmals weit unter der erlaubten Geschwindigkeit kriechen, jeden Fahrer, der die erlaubten Geschwindigeiten fahren möchte, sofort als Raser deklarieren, ohne ansatzweise eine genaue Erklärung abgeben zu können, was ein Raser überhaupt ist. Ich kenne die StVO. Auch kenne ich Gebote, wo jeder Autofahrer bei freier Strecke RECHTS zu fahren hat. Ihre Generation jedoch scheint diese Gebote nicht zu kennen. Ebenso wenig die Tatsache, dass eine Beschleunigung, während man überholt wird, nicht erlaubt ist. Was einge ihrer Zunft auch tun, um dem bösen Raser zu zeigen, wo es langgeht (Rechtswidrig). Wenn sie Zeit haben, nehmen sie den Bus und lassen die Strassen den Schnelleren
Der mit dem Stern fährt schrieb am 27.10.2012, 13:14 Uhr:
@Driver: Ich fahre nun schon 37 Jahre Auto und bin noch NIE! wegen Geschwindigkeitsüberschreitung aufgefallen und hatte noch NIE! einen Unfall. Und Nein, dort wo 50 erlaubt ist muß nicht auch zwingend 50 gefahren werden, 50Km/h ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, keine Mindestgeschwindigkeit. Sie scheinen keinen blassen Schimmer von der StVo zu haben. In diesem Sinne ist Ihr Kommentar zwar recht lustig aber im Grunde substanzlos. Es wird allerdings deutlich das ihnen die nötige Einsichtfähigkeit fehlt. Ein schönes Wochenende, gute Fahrt und Blitzer an den richtige Stellen wünscht ihnen "Der mit dem Stern fährt"
Analytiker schrieb am 27.10.2012, 10:19 Uhr:
@Steinchen : Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass bei einer Geschwindigkeit von 70 km/h (ungebremst) ein Unfall für einen Fußgänger immer tötlich ist. Wenn bei einem Unfall mit 30 Km/h ein Fußgänger tödlich verletzt wird, hat dieser statistisch Pech gehabt. Selbst bei Schrittgeschwindigkeit kann ein Fußgänger unglücklich stürzen und sich tödlich verletzen.
Driver schrieb am 27.10.2012, 09:51 Uhr:
@der mit dem Stern fährt: Verkehrsregeln gelten aber auch andersrum. Wo 50 erlaubt ist, sollte man diese auch fahren. Das is korrekt. Warum muss man dann mit 30 dran lang klappern?? Schleicher haben, da sie fast immer ein Verkehrshindernis darstellen, ebenso zu zahlen, wegen Verkehrsbehinderung. Dann das Rechtsfahrgebot auf der BAB, bzw mehrspurigen Strassen. Wer sich nicht dran hält, zahlt generell 25 Euro, weil er durch seine Fahrweise auf lange Sicht gesehn einen Stau bzw stockenden Verkehr verursacht. In 80 % der Fälle sind Schleicher und Rechtsfahrverweigerer die selbe Personengruppe: Mit 100 auf der linken Spur, und jeden als "bösen Raser" deffinieren, der die gesetzlich genehmigten 130 Km/H fährt. Müsste viel mehr bestraft werden. Nicht nur jene, die schnell fahren können, sondern auch jene, die mangels können andere durch ihre Fahrweise behindern. P.S.: Sie fielen auch durch die MPU, weil diese so ausgelegt ist, dass man mindestens 1 mal durchfällt.

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