Radarkontrollen in ganz NRW 3.335 Blitzer - ausgerast?

Von sechs Uhr am Mittwochmorgen (24.10.2012) bis sechs Uhr am Donnerstag lief der dritte große Blitz-Marathon, schon am Mittag gab es die ersten Negativrekorde: Ein Autofahrer wurde in Lünen mit 145 Stundenkilometern erwischt - erlaubt war Tempo 80.

Eine Geschwindigkeitsmessanlage Multanova 6F Digital steht an der Landstraße 821 Video "Nur Führerscheinentzug hilft" (01:45 Min.) WDR aktuell vom 24.10.2012

"Nur Führerscheinentzug hilft"


Damit könnte der Verkehrssünder in die "Top-Ten" der Raser vorrücken, die bei einem Blitz-Marathon erwischt wurden. Zwei dieser Aktionen hatte es bereits gegeben, am Mittwoch (24.10.2012) startete Innenminister Ralf Jäger (SPD) die dritte Kampagne. Gemessen wurde an 3.335 Stellen im ganzen Land. Dabei waren gut ein Drittel davon Punkte, die von den Bürgern selbst vorgeschlagen wurden. Neu: Niedersachsen und die Niederlande machten diesmal mit und gingen gemeinsam mit mobilen Blitzern gegen Raser vor. "Raser machen nicht vor Grenzen halt", erklärte Innenminister Ralf Jäger am Mittwochmorgen. 24 Stunden lang wollten die drei Länder gemeinsam 4.000 Kontrollstellen stemmen, allein in NRW waren mehr als 3.500 Polizisten und 250 Mitarbeiter verschiedener Kommunen im Einsatz.

Bei der ersten Aktion dieser Art im Februar 2012 hatte die Polizei 17.169 Temposünder erwischt. Damals war an rund 1.400 Kontrollstellen gemessen worden. Anfang Juli 2012 war an 3.142 Messstellen kontrolliert worden. Bilanz der beiden Aktionen: 39.000 Raser gingen der Polizei ins Netz - und das, obwohl die Messpunkte vorher bekannt gegeben worden waren. Ein Phänomen, das die Verkehrssünder-Kartei auch diesmal wieder anschwellen lassen dürfte. "Es gibt einige Unbelehrbare, die die Aktionen heute nicht mitbekommen haben", formulierte es Minister Jäger, der sich an einem Recklinghäuser Radarpunkt mit Kindern eines Kindergartens getroffen hatte.

Jäger überzeugt vom Erfolg der Aktion


Innenminister Ralf Jäger
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Innenminister Jäger: "Wichtiger Beitrag"

Zu schnelles Fahren sei "Killer Nummer 1" auf den Straßen, erklärte Jäger am Mittwoch. Allein am vergangenen Wochenende seien in NRW deswegen fünf Menschen gestorben. Der Minister glaube an den Erfolg der Aktion, obwohl es sich "statistisch nicht belegen" lasse: Bis Ende September starben 15,4 Prozent weniger Menschen auf NRW-Straßen als im Vorjahreszeitraum. Das sind 73 Tote weniger. Auch die Zahl der Schwerverletzten sank nach Angaben des Innenministeriums NRW um 682 oder 6,6 Prozent. Er sei überzeugt davon, so Jäger, "dass die öffentliche Diskussion um den Blitz-Marathon einen wichtigen Beitrag dazu geleistet hat".


Stand: 24.10.2012, 18.54 Uhr


Kommentare zum Thema (75)

letzter Kommentar: 25.10.2012, 12:58 Uhr

WDR.de schrieb am 25.10.2012, 12:58 Uhr:
Posting wurde entfernt. Bitte tragen Sie mit sachlichen Argumenten zum Thema des Artikels bei
Anna Lyse schrieb am 24.10.2012, 22:21 Uhr:
Bei solchen Aktionen wie heute muss ich mir ernsthaft überlegen, ob ich nicht SPD-Stammwähler werden sollte. Diese Art der Kuschel-Pädagogik hat ihren Reiz.
Henry schrieb am 24.10.2012, 21:53 Uhr:
Ganz ehrlich?, dieses Thema geht an mir vorbei, Blitzer App. an, fertig. Diese moderne geschickt getarnte Wegelagerrei ist mehr als peinlich. Es ist wichtiger Verkehrssünder zu bestrafen als echte Straftäter. Damit lässt sich natürlich auch kein Geld verdienen. Ein Witz, ich verliere jeglichen Respekt vor dieser Politik und den Polizisten des Monats Oktober.
Christian schrieb am 24.10.2012, 21:50 Uhr:
Bravo Herr Minister, den WDR haben Sie ja gut eingelullt - oder es herrscht vorausschauender Gehorsam. Sicherlich gehören Tempolimits überwacht, genauso gehören unsinnige Verkehrsregelungen abgeschafft, weil sie Verstöße provoziereren. Mit seiner PR-Masche immunisiert die Landesregierung sich gegen den eigenen Unfug - und alle gehen ihr auf den Leim.
Renate schrieb am 24.10.2012, 20:56 Uhr:
Lieber Klausi, in mir findest Du (leider) nicht den von Dir propagierten Abzock-Verfechter. Das hier zu erläutern würde aber den Rahmen eines Kommentares sprengen. Ich bitte um Verständnis, denn auch ich unterliege hier der Reglementierung des WDR, ob es mir passt oder nicht. Und wenn es mir nicht passt, dann darf ich mich halt nicht beschweren, sondern sollte mir andere Wege suchen. Das ist im Verkehr genauso. Es wird niemand gezwungen, die Geschwindigkeitsbeschränkungen zu überschreiten. Mir ist auch kein Fußgänger bekannt, der wegen überhöhter Geschwindigkeit mal belangt wurde. Das wäre doch mal eine echte Alternative für die Schneller-Fahrer. Schönen Abend gleichfalls. :-*

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