Ministerium schlägt Alarm Hat die Wildbiene bald ausgesummt?

Jede dritte in Nordrhein-Westfalen heimische Wildbienenart ist akut vom Aussterben bedroht. Darauf weist das NRW-Umweltministerium hin. Das Artensterben hat schwerwiegende Folgen für die Natur und für die Ökonomie.


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Von 364 heimischen Wildbienenarten seien bereits 45 ausgestorben, weitere 129 akut in ihrem Bestand gefährdet. Das berichtete das NRW-Umweltministerium am Sonntag (29.07.2012) "Das Verschwinden von wilden Bienen ist besorgniserregend, denn dadurch stehen wichtige Bestäuber für unsere Wild- und Nutzpflanzen nicht mehr zur Verfügung", teilte Minister Johannes Remmel (Grüne) mit. Ingesamt seien in NRW sogar schon rund 45 Prozent der Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Befürchtet werden erhebliche wirtschaftliche Einbußen im Anbau von Obst und Raps, sollte sich das Artensterben weiter fortsetzen. Allerdings gibt Remmel in seiner Mitteilung keine Antwort darauf, mit welchen konkreten Maßnahmen das Aussterben der Wildbienen aufzuhalten ist.

Ohne Bienen keine Ernteerfolge

Umweltschutzorganisationen warnen schon seit Jahren vor den dramatisch anmutenden Folgen des Bienensterbens, das auch die Honigbienenvölker der Imker betrifft. Der BUND etwa weist vor dem Hintergrund eines weltweit knapper werdenden Nahrungsmittelangebots darauf hin, dass "Bienen als Bestäuber für einen großen Teil der landwirtschaftlichen Pflanzen unentbehrlich" seien: "Ohne Bienen also keine Ernteerfolge." Auch die Pflanzenvielfalt sei ohne die Mithilfe der nützlichen Insekten in großer Gefahr. Wilde Bienen leisten neben der Honigbiene einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung etwa von Erdbeerfeldern oder Apfelplantagen, von Blüten in der freien Natur oder in Schreber- und Hausgärten.

Problem Pestizide

Ein Bericht des Umweltprogramms UNEP der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2011 kommt zu dem Schluss, dass Wildbienen und die Honigbienen der Imker besonders unter dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft leiden. Ein Beispiel: Der unsachgemäße Einsatz eines Pestizids führte 2008 in Baden-Württemberg zum Tod tausender Honigbienenvölker. Keinen Zusammenhang zwischen Pestiziden und Bienensterben sehen jedoch die Verfasser des Abschlussberichts der Langzeituntersuchung "Deutsches Bienenmonitoring" (DEBIMO). Laut BUND und NABU könnte das daran liegen, dass die Studie zur Hälfte von der chemischen Industrie finanziert worden sei. Weitere Geldgeber waren der Deutsche Imkerbund, der Bauernverband oder das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Wildbiene leidet unter Futtermangel


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Wildbienen finden immer weniger Blüten

Als Hauptursache für das Verschwinden der Wildbienen in NRW nennt das Umweltministerium eine immer intensivere Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, wodurch Kulturlandschaften ohne Artenvielfalt entstünden. Da sich das Angebot an Blüten im Frühjahr, Sommer und Herbst zunehmend verringere, mangele es den wild lebenden Bienen an Futter. Imker machen sich noch aus anderen Gründen Sorgen um das Wohlergehen ihrer Honigbienenvölker. Parasiten wie die Varroa-Milbe, der Nesoma-Pilz, Viren und eine in den USA jüngst entdeckte parasitäre Fliege schwächen die Insekten und können ganze Völker ausrotten. Laut Ministerium wiegt der Verlust von heimischen Wildbienenarten umso schwerer, weil diese nicht mehr als Ersatz für die Honigbiene einspringen können.


Stand: 29.07.2012, 16.08 Uhr


Kommentare zum Thema (31)

letzter Kommentar: 30.07.2012, 15:54 Uhr

Neumüscher schrieb am 30.07.2012, 15:54 Uhr:
Tja Alois, es gibt auch genügend "Fachleute" die sehen keinen Zusammenhang zwischen dem CO2-Anstieg und der Klimaerwärmung. Die Frage ist, wer deren Brötchen bezahlt.
Alois schrieb am 30.07.2012, 15:47 Uhr:
Ja, immer die böse Chemie. Aber gleich in den Baumarkt fahren und Zutaten für die Giftspritze kaufen wenn das Obst im eigenen Garten von Insekten weggefressen wird. Außerdem ist es nicht(!) im Ansatz bewiesen, dass der Rückgang der Bienevölker mit der Nutzung zugelassener Pflanzenschutzmittel zusammenhängt. Es gibt reichlich Fachleute die keinen kausalen Zusammenhang zwischen zugelassenen Pflanzenschutzmitteln und Bienesterben sehen.
Neumüscher schrieb am 30.07.2012, 15:45 Uhr:
Die Bienen, die ich dieses Jahr in unserem Garten gesehen habe, kann ich an einer Hand abzählen. Die meisten Blüten von unseren Obstbäumen sind ohne Bestäubung abgefallen. Fürs nächste Jahr werden wir uns wohl einen Karton Hummeln anmieten müssen.
Anarchie = Reindemokratie schrieb am 30.07.2012, 15:18 Uhr:
@ Marius, "Der unsachgemäße Einsatz eines Pestizids führte 2008 in Baden-Württemberg zum Tod tausender Honigbienenvölker. Keinen Zusammenhang zwischen Pestiziden und Bienensterben sehen jedoch die Verfasser des Abschlussberichts der Langzeituntersuchung "Deutsches Bienenmonitoring" (DEBIMO). Laut BUND und NABU könnte das daran liegen, dass die Studie zur Hälfte von der chemischen Industrie finanziert worden sei." Da braucht man doch keine Fragen mehr zu stellen wer, warum und wieso, oder? Da sage mir noch einer unsere Demokratie sei nicht käuflich!!!!
Marius schrieb am 30.07.2012, 13:59 Uhr:
@ Anarchie = Reindemokratie , davon bin ich überzeugt, dass es in anderen Ländern schon beweisen wurde, aber das scheint in deutschland leider nicht zu funktionieren. Scheinbar regiert hier ein anderer Euro.

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