Fund einer Weltkriegsbombe in Münster: "Extrem schwierige" Entschärfung
Für die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes war es nach eigenen Angaben eine "extrem schwierige" Aufgabe - aber sie haben sie erfolgreich beendet: Die am Hauptbahnhof Münster entdeckte Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist entschärft worden. Die Züge fahren wieder.
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Sprengmeister Schröder präsentiert die entschärfte Bombe (Fotostrecke 1)
Rund eine Dreiviertelstunde hat der Kampfmittelräumdienst benötigt, um die Zehn-Zentner-Bombe am frühen Samstagnachmittag (07.07.2012) zu entschärfen. Der Bahnhof und die umliegenden Straßen wurden anschließend nach und nach wieder freigegeben. Auch der Zugverkehr läuft wieder.
Die Bombe war mit zwei Zündern ausgestattet. Nach Angaben der Bundespolizei konnte sie nicht einfach abtransportiert werden, sondern musste vor Ort entschärft werden. Karl-Friedrich Schröder vom Kampfmittelräumdienst sagte nach der erfolgreichen Arbeit auf WDR 2, die Entschärfung sei "extrem schwierig gewesen". Es habe sich um eine Zehn-Zentner-Bombe mit extrem seltenen und gestauchten Zündern gehandelt. Bauarbeiter hatten den Blindgänger in der Nacht zum Samstag in einem der Fußgängertunnel unter den Bahnsteigen gefunden. Von kurz nach 3 Uhr bis kurz nach 15 Uhr war der Bahnhof gesperrt.
Ersatzbusse eingerichtet
Audios und Video
- Audio: Schwierige Aufgabe, gut gelöst [WDR 2] Anke Feller / Karl-Friedrich Schröder, WDR 2 Sportzeit
- Audio: Chaos trotz Bahnersatzverkehr [WDR 2] Heike Zafar / Steffi Neu, WDR 2 am Samstag
- Bombenräumung zum Ferienstart [Mediathek]
Ausgerechnet am ersten Tag der Sommerferien in NRW musste der Fernverkehr während der Sperrung über Nebenbahnhöfe umgeleitet werden. Nachdem am Mittag das Stellwerk der Bahn in Münster ebenfalls evakuiert worden war, mussten die Züge großräumig umgeleitet werden. Im Nahverkehr wurden Busse eingesetzt. Eine WDR-Reporterin berichtete von chaotischen Zuständen und frustrierten Reisenden. Auch die Straßen rund um den Bahnhof mussten für die Entschärfung gesperrt werden. Mehr als 1.000 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Dabei waren etwa 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Menschen konnten nach Beendigung des Einsatzes wieder in ihre Häuser zurückkehren.
Stand: 07.07.2012, 18.06 Uhr
Kommentare zum Thema (15)
letzter Kommentar: 09.07.2012, 17:33 Uhr
- ManuD schrieb am 09.07.2012, 17:33 Uhr:
- Erstmal meinen Dank an den Kampfmittelräumdienst! Wenn man bedenkt, das wir weiterhin über diese "Scheiß Altlast" hätten fahren müssen, nimmt man zwar ungern, aber dann doch Verspätungen in Kauf. So'n Bombenfund läßt sich ja auch schwer einplanen. Reisefreie Zeit oder so! Ich hab mein Ticket vor 'ner Woche gekauft. Hätte ich mal besser den 07.07. vermieden. Mein Zug von Hamburg nach Dortmund stand ca 90 Min. in Osnabrück fest. Die Wartezeit wurde mindestens 2 mal verlängert, weil nicht einmal das Zugpersonal wußte, ob, wann und wie wir nun weiterfahren. Münster umfahren oder warten. Sehr seltsam war allerdings, das das Zugpersonal mit ihren Snackwägelchen wehrend der Wartezeit nicht durch den Zug darf um die Reisenden mit Getränken zu versorgen. Man mußte auf den Bahnsteig raus. Klarer Minuspunkt an die Bahn!
- Jürgen Auer schrieb am 09.07.2012, 08:43 Uhr:
- Herr Karl-Friedrich Schröder und seine Mitarbeiter haben meine Hochachtung, vielen Dank.
- Günna schrieb am 08.07.2012, 22:24 Uhr:
- @ Bertram, ich muss bei solchen Meldungen immer an die Mitarbeiter vom Kampfmittelräumdienst denken. Sie haben keine Bomben abgeworfen und müssen nun ausbaden, was andere uns und ihnen eingebrockt haben und dann lese ich noch Beiträge von Zeitgenossen, die sich über Verspätungen ihres Zuges aufregen. Sie solten eher dankbar sein, dass die Bombe entdeckt und entschärft wurde undn nicht unter ihrem Hintern detonierte, aber Deutschland = Meckerland.
- WDR.de schrieb am 08.07.2012, 21:03 Uhr:
- Kommentar gesperrt. Bitte diskutieren Sie sachlich.
- Maik schrieb am 08.07.2012, 15:24 Uhr:
- @Roedur: Dann fährt man halt nicht direkt am 1. Feriensamstag in den Urlaub sondern nen Tag oder zwei später. Nen Problem seh ich da nicht. Jeder normale Mensch, der nen gesperrten Bahnhof sieht, wo ja in Münster sehr mittig liegt, kann doch wohl 1 und 1 zusammen zählen, und kommt zum Ergebnis, dass etwas passiert sein muss. Ergo werden die Züge wohl nicht fahren. @Zorro: Wo ist ihr Problem?? Frieden schaffen ohne Waffen waren Parolen, die schon vor 50 Jahren keine Wirkung hatten. Und das wird auch in 100 Jahren noch genau so sein. Es werden immer wieder Bomben gefunden. So is das Leben.
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