Autobahnbrücke muss repariert werden Marode Brücke am Leverkusener Kreuz

Von Rainer Kellers

Und wieder bröselt eine Autobahnbrücke. Dieses Mal am Autobahnkreuz Leverkusen. Die Brücke müsse sofort repariert werden, teilte Verkehrsminister Groschek am Montag (18.02.2013) mit. Gesperrt wird die Autobahn nicht. Aber es drohen lange Staus auf NRWs meistbefahrener Strecke.


 Autos fahren auf der Autobahn 1 im Kreuz Leverkusen unter der Autobahn 3 durch
Bild 1 vergrößern +

Brücke am Leverkusener Kreuz ist marode

Aufgefallen waren die Schäden am vergangenen Freitag (15.02.2013) bei Nachberechnungen des Landesbetriebs Straßen NRW. Dieser überprüft derzeit 375 Autobahnbrücken im Land. Beim Brückenbauwerk der A3 bei Leverkusen sei dabei festgestellt worden, dass die Belastung stellenweise 60 bis 70 Prozent über dem liegt, was die Brücke auf Dauer tragen kann.

Einsturzgefahr bestehe zwar nicht, versichert Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD). Aber das Bauwerk aus dem Jahr 1961 müsse sofort durch Stahlbleche verstärkt werden. In dieser Woche - wann genau, steht noch nicht fest - sollen die Reparaturarbeiten an der Stahlkonstruktion beginnen.

bing
 

Tempo 60 für alle


Auto- und Lastwagenfahrer müssen dann mit Behinderungen rechnen. Die Autobahn soll an der Brücke weiter dreispurig verlaufen, allerdings mit verengten Fahrspuren in der Mitte der Brücke. Lastwagen bis 44 Tonnen dürfen die Brücke weiter befahren, müssen aber ein Überholverbot einhalten. Für alle gilt in der Baustelle Tempo 60, bislang beträgt die Höchstgeschwindigkeit 100 Stundenkilometer. Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich zwischen drei und sechs Monate dauern. Wie teuer sie werden, kann das Ministerium noch nicht sagen, rechnet aber mit einem "größeren Betrag". Nach dem Ende der Arbeiten werde der Verkehr wieder normal laufen können, verspricht der Verkehrsminister. Die Brücke könne dann noch weitere zehn bis zwölf Jahre genutzt werden. Langfristig soll das Leverkusener Kreuz achtspurig ausgebaut werden, dann ist ohnehin eine neue Brücke fällig.

Der am meisten befahrene Knotenpunkt in Nordrhein-Westfalen

In den nächsten Wochen sei mit stärkeren Staus auf der A3 zu rechnen, befürchtet Groschek. Das Kreuz Leverkusen, an dem sich A3 und A1 kreuzen, sei der am meisten befahrene Knotenpunkt in Nordrhein-Westfalen. Außerdem liegt das Kreuz genau vor der Autobahnbrücke der A1 über den Rhein, die derzeit ebenfalls wegen erheblichen Schäden repariert wird. Für diese Brücke gilt ein Fahrverbot für Lastwagen über 3,5 Tonnen.

"Hundsmiserabler Zustand unsere Infrastruktur"


"Unsere Infrastruktur befindet sich in einem hundsmiserablen Zustand", sagte Verkehrsminister Groschek am Montag. Er rechnet damit, dass bei der schrittweisen Überprüfung der Autobahnbrücken weitere Brücken auffallen werden, die schnell saniert werden müssen. Auf Dauer, so Grosckek, sei ein Großteil der Brücken nicht standfest. So sei beispielsweise absehbar, dass viele Brücken der A45 komplett abgerissen werden müssten.

Minister lehnt eine Pkw-Maut ab

Der Hauptgrund für die bröckelnden Brücken sei der rasant gestiegene Verkehr, insbesondere der Lastverkehr. Allein am Kreuz Leverkusen werden auf der A3 täglich 160.000 Fahrzeuge gezählt, 17.000 davon sind Lastwagen. Die Straßen und Brücken seien für solche Lasten nicht konzipiert worden. Um die Schäden allein an den NRW-Brücken zu beseitigen, sind laut Groschek in den nächsten zehn Jahren 3,5 Milliarden Euro nötig. Dieses Geld müsse über eine Lkw-Maut auf allen Straßen und für alle Fahrzeuge über 7,5 Tonnen aufgebracht werden, forderte Groschek erneut. Eine Pkw-Maut lehnt der Minister aber ab.

Die CDU in NRW wirft Groschek vor, Verantwortung abzuschieben. Statt immer nur nach Geld aus Berlin zu rufen, sollte der Minister die Planungen beschleunigen und die Sanierungsarbeiten schneller vorantreiben, meint der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Bernhard Schemmer.


Stand: 18.02.2013, 16.30 Uhr


Kommentare zum Thema (51)

letzter Kommentar: 22.02.2013, 15.16 Uhr

Testdriver schrieb am 22.02.2013, 15.16 Uhr:
Ich habe mich schon vor über fünf Jahren öfters gewundert, wenn ich mal wieder genau auf der Brücke im Stau stand, dass diese so enorm schwingt. Das Auf und Ab durch die LKWs des Gegenverkehrs war so stark, dass es SEHR deutlich zu spüren war. Seekrank wurde ich nicht, aber irgendwie ein komisches Gefühl. Die Brücke ist ja recht kurz und in der Mitte steht sogar noch ein Pfeiler - da vermutet man sowas nicht. Damals dachte ich noch, dass das bestimmt seine Richtigkeit hat...
El Condor schrieb am 19.02.2013, 22.45 Uhr:
Nicht nur die Brücken sind in einem hundsmiserablen Zustand, Herr Groscheck, sondern die gesamte KRAFTlose-Landesregierung.
Anonym schrieb am 19.02.2013, 17.46 Uhr:
Großschreck und die anderen Protoagonisten des Kraftregiemes können nur eines Gelder von andern fordern und ansonsten nichts tun. Aber was kann man von RotGrüner Kolloboration schon erwarten?
noch_Berufspendler schrieb am 19.02.2013, 14.08 Uhr:
Um an meinen Arbeitsplatz in Haan zu gelangen muß ich jeden Tag von Rösrath auf der A3 60km weit fahren. Man verlangt heute von Arbeitnehmern diese Flexibilität. Bisher habe ich gehofft, daß wenigstens in den für die Infrastruktur zuständigen Behörden kompetente Fachleute arbeiten. Von Politiker/innen in NRW bzw. Köln fachgerechte und vernünfige Entscheidungen zu erwarten hat sich schon lange als Illusion erwiesen. Die öffentlichen Verkehrsmittel bieten wegen Unzuverlässigkeit auch keine Alternative. Bleibt wohl nur den Job zu schmeissen und von Hartz 4 zu leben - scheinbar geht sowieso alles den Bach runter.
Abgewirtschaftet schrieb am 19.02.2013, 13.01 Uhr:
Grün-Rot=teure PISA-Bildung und teure aber verrottende Infrastruktur, das scheint der größte gemeinsame Nenner mit BRD zu sein. Sonst tummelt sich diese Koalition ja in und für Europa,äh nein nicht mal das , es muss heißen kämpfen für den Euro(der nicht in unsere Bildung und Infrastruktur fließt). Wie wäre es mit Exclusion der Schulden statt Inklusion an Schulen für höhere Pädagogenalimente?

Alle Kommentare anzeigen