Unfallschwerpunkt A2: OWL-Autobahnen sind am gefährlichsten
Die meisten tödlichen Unfälle auf nordrhein-westfälischen Autobahnen passieren in Ostwestfalen-Lippe. Polizei und Kommunen haben die Gründe erforscht und wollen die Straßen sicherer machen. Aber speziell die Zahl der Lastwagen auf der Achse Ruhrgebiet-Polen ist gewaltig.

-
Bild 1 vergrößern
+
Unfallschwerpunkt A2
Es ist ein trauriger Rekord für die Region OWL: "In den letzten fünf Jahren haben 44 Menschen auf den Autobahnen in Ostwestfalen-Lippe ihr Leben verloren, 667 wurden schwer und 1.202 leicht verletzt", berichtete die Bielefelder Polizei am Donnerstag (02.08.2012) in Schloß-Holte-Stukenbrock. Die Zahl der schweren Unfälle in OWL, wo unter anderem die A2, die A33 und die A44 langführen, sei regelmäßig die höchste in ganz NRW.
A2 hat den meisten Lkw-Verkehr
Grund für die hohe Unfallzahl ist vor allem die A2, die das Ruhrgebiet mit Polen verbindet, deutschlandweit eine der stärksten Verkehrsstrecken ist und besonders viel Lastverkehr hat. Zwischen Porta Westfalica und dem Autobahnkreuz Bad Oeynhausen gibt es den Angaben nach das höchste Schwerverkehrsaufkommen in ganz NRW - 20.000 Lastwagen pro Tag. Bei bundesweit 2.600 Zählstellen liege dieser Wert an zehnter Stelle. Insgesamt befahren die A2 - im Bereich des Regierungsbezirks Detmold - rund 100.000 Autos täglich.
Große Tempo-Unterschiede auf den drei Spuren
Die Bielefelder Autobahnpolizei-Leiterin Ursula Wichmann sagte im WDR Fernsehen, weil die A2 dreispurig ausgebaut ist, seien die Tempo-Unterschiede auf den einzelnen Spuren enorm - rechts der Lkw, links Höchstgeschwindigkeit und in der Mitte Richtgeschwindigkeit. Weil es kaum Tempo-Begrenzungen gebe, könnten sehr hohe Geschwindigkeiten gefahren werden. Unfälle endeten daher oftmals tödlich.
Unfälle werden noch einmal analysiert
Wichmann kündigte zusammen mit Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl und Winfried Pudenz vom Landesbetrieb Straßenbau NRW an, die Autobahnen sicherer machen zu wollen. Dazu sei eine Projektgruppe gegründet worden, die auch Experten etwa von der Hochschule OWL einbeziehen will. Unter anderem sollen die Unfälle noch einmal genau analysiert werden, berichtete der Dezernent für Verkehrssicherheit bei der Bezirksregierung, Reinhard Weitz WDR.de. Welche Rolle spielten Lkw, welche Rolle Baustellen oder Nässe? Gibt es möglicherweise eine Systematik? Von der Beschäftigung mit diesen Fragen erhoffen sich Polizei und Verwaltung Ideen, mehr Unfälle verhindern zu können.
-
Video:
Hohe Unfallgefahr auf der A2
(00:45 Min.)
WDR aktuell vom 02.08.2012
-
Hohe Unfallgefahr auf der A2
Stand: 02.08.2012, 14.00 Uhr
Kommentare zum Thema (29)
letzter Kommentar: 03.08.2012, 16:14 Uhr
- b.e.lial schrieb am 03.08.2012, 16:14 Uhr:
- Nach eigener Sicht Recht haben hat oft mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun. Manche sehen sich gern als Opfer. Und, Hugo1, lesen Sie sich nochmal gaaanz laaaangsam meinen letzten Satz durch. Vielleicht kriegen Sie es dann doch hin, den Sinn meines Beitrags zu erfassen. Ich zumindest brauche nicht zu pöbeln oder zu beleidigen, meine Denke passt sich flexibel jedem Intelligenzgrad an. Schönes Wochenende...
- Hugo1 schrieb am 03.08.2012, 15:10 Uhr:
- Diese Diskussion spiegelt wider, was wir auf der Straße erleben. Wenn die Argumente ausgehen, wird gepöbelt und beleidigt. Scheinbar behalte ich recht.
- b.e.lial schrieb am 03.08.2012, 14:39 Uhr:
- Hugo1, wenn Sie sich nur durch das Vorhandensein schnellerer Autos in Ihrer Freiheit beschnitten fühlen, bleiben Sie einfach auf der rechten Spur oder besser, nutzen Sie die Landstraße. Ich zB drücke das Gaspedal durch, weil man den Idioten nicht nur durch Bremsen, sondern auch durch Gasgeben (!) aus dem Weg gehen kann. Wer sich auf die linke Fahrbahn traut, muss auch in der Lage sein, souverän (!) anderen das Überholen zu ermöglichen. Und Ihre Sicht der Freiheit ist ziemlich egoistisch gedacht, denn Ihre Freiheit ist bei weitem nicht das, was ich zB als Flexibilität im Straßenverkehr bezeichne. Es gibt nur wenige Grundregeln und wenn man nach denen handelt, kommt jede Klientel mit den anderen klar ohne Geschrei nach zusätzlichen Reglementierungen.
- Hugo1 schrieb am 03.08.2012, 14:17 Uhr:
- Freiheit trägt dann eine pathologische Note, wenn bei deren Ausübung die Freiheit anderer berührt wird.
- NoLimit schrieb am 03.08.2012, 11:39 Uhr:
- @Hugo1: Warum suchst du nach einem Grund? Fragst du auch, warum Menschen gerne Bier trinken, oder Achterbahn fahren? Es wird ihnen wohl einfach nur Spaß machen! Und einige Leute gehen halt nicht in den Biergarten oder auf den Jahrmarkt weil es ihnen einfach keinen Spaß macht! Aber sie rufen nicht laut nach einer Reglementierung weil sie persönlich es für sinnlos halten. Außerdem habe ich nicht geschrieben, dass ich dauerhaft das Gaspedal durchtrete. Ich finde nur, dass jedem hier die Möglichkeit weiterhin offen stehen sollte dieses zu tun - egal warum und egal wieviel Moralapostel das für sinnlos halten. Wie unten bereits geschrieben- jeder sollte selber entscheiden dürfen.
Alle Kommentare zu "Unfallschwerpunkt A2:OWL-Autobahnen sind am gefährlichsten" anzeigen
Seite teilen
Über Soziale Medien